Ein Gastbeitrag von Trajan Tosev

Kostenlos tolle Produkte bekommen, begehrter Gast auf Events und Veranstaltungen sein und schicke Urlaube gesponsert bekommen – und das nur, weil man Tausende Follower bei Instagram hat? Die Idee klingt verlockend und ihre Umsetzung ist gar nicht so unrealistisch. Die Meinungsmacher von heute wurden schließlich weder von Talent Scouts entdeckt, noch haben sie bei einer Castingshow gewonnen. Sie laden einfach nur Tag für Tag neue Inhalte bei Instagram hoch. Aber ist es wirklich so einfach? Und was macht einen Instagrammer eigentlich zum Influencer? Kann jeder Influencer werden? Und wenn ja: Wie geht das?

Influencer werden: Der ultimative Guide für ambitionierte Instagrammer

Influencer werden: Der ultimative Guide für ambitionierte Instagrammer | Bild: Brickrena, Shutterstock.com

Einfluss vs. Publikum

Beginnen wir mit der Definition: Was ist ein Influencer? Im Prinzip hat jeder, der Inhalte online stellt, Einfluss auf seine Follower. Wer lässt sich nicht durch seine Online Bekanntschaften inspirieren, sei es durch Rezepte, für gut befundene Produkte oder auch ein Urlaubsziel? Ob die Person, die den Tipp oder Hinweis gepostet hat, nach Marketing Maßstäben als Influencer gilt, ist für uns dabei Nebensache.

Über Einfluss verfügt also jeder, doch nicht jeder hat das notwendige Publikum, um von der Werbebranche als Influencer eingeschätzt zu werden. Denn das Ziel des Marketing ist es, so viele Menschen wie möglich über ein Produkt oder eine Dienstleistung zu informieren. Hier findet sich also der Unterschied zwischen privater Empfehlung und Influencer.

[BONUS] Gratis PDF eBook und Checkliste: Lade dir das gratis eBook "10 Internet Marketing Tipps, mit denen du deine Website sofort verbesserst" jetzt runter und mach deine Website in wenigen Schritten erfolgreicher. Klick hier auf diesen Link und starte den Download deines kostenlosen eBooks!

Die simple Wahrheit ist, dass hohe Reichweite eine der Voraussetzungen ist, um zum Influencer zu werden. Vergleichbar ist es mit einer hohen Auflage oder vielen Zuschauern im Print- oder Fernsehgeschäft. Jedoch ist Einfluss ohne Publikum ebensowenig wert wie Publikum ohne Einfluss. Es gibt User, die mit „gekauften“ Followern ein großes Publikum vorgaukeln wollen. Doch unter dem Strich werden sie niemals echte Meinungsmacher, denn sie haben niemanden, dem ihre Meinung wirklich etwas bedeutet (#failedagain).

Die Frage ist also: Wie kannst du bei Instagram ein „echtes“ und vor allem großes Publikum aufbauen?

Attraktiv, unterhaltsam oder informativ

Die durchschnittliche Zahl der Follower bei Instagram beträgt wohl um die 200 User. Das ist eine Reichweite, die jeder von uns schaffen kann, ohne ausgefeilte Wachstumsstrategien zu bemühen. Es handelt sich bei diesen Accounts meist um Personen, die wir bereits kennen, entweder persönlich oder auch aus anderen sozialen Netzwerken.

Wie schaffst du es aber, eine hohe Anzahl wildfremder Menschen für dich zu begeistern? Eine dieser drei Kriterien musst du erfüllen:

1. Attraktivität

Instagram ist eine visuelle Plattform, bei der Schönheit und Ästhetik hoch im Kurs stehen. Tatsache ist, dass du mit gutem Aussehen bei Instagram punkten kannst. Wenn du dazu über ein spezifisches Talent verfügst, ist der Erfolg fast vorprogrammiert. Diese Influencer schaffen in der Regel sogar die Millionen Marke.

Beispiel: Toni Mahfud (@tonimahfud) 2,6 Millionen Abonnenten

2. Unterhaltung

Instagram ist Zeitvertreib. Die User wollen schöne Dinge und Menschen sehen, aber auch gut unterhalten werden. User, die humorvoll oder kreativ sind oder zum Beispiel besonders gut singen können, haben gute Voraussetzungen, viele Follower zu gewinnen.

Beispiel: Younes Jones (@younes_jones) 21.800 Abonnenten

3. Information

Auch mit nützlichen und wertvollen Informationen lässt sich eine große Zahl Follower gewinnen. Kennst du dich in einem Bereich gut aus, kannst du Instagram als Plattform nutzen, um dein Wissen zu teilen und eine Fanbase aufzubauen.

Beispiel: Kris Stelljes (@krisstelljes) 15.600 Abonnenten

Eine weitere Möglichkeit, viele Follower auf Instagram zu bekommen ohne dabei selbst „das Gesicht“ der Seite zu sein, ist der „themenbasierte Account“. Dabei handelt es sich um Instagram-Seiten, die sich einem bestimmten Thema widmen und vorrangig mit fremden Inhalten agieren. Doch auch diese Seiten müssen die oben genannten Kriterien erfüllen, um die gewünschte Zahl Follower zu erreichen.

Meist werden Bilder anderer Instagram-User geteilt (mit entsprechender Erwähnung oder Verlinkung) oder Fotos oder Videos aus dem Netz gepostet. Dass du dich rechtlich damit auf dünnem Eis bewegst, sollte dir bewusst sein. Hier ist Vorsicht geboten, damit die Mühe der Accountpflege letztlich nicht vergebens war. Den Einfluss, den man dadurch gewinnt, basiert dabei nicht auf der Person des Accountbetreibers, sondern auf der hohen Reichweite des spezifischen Publikums, das sich auf der Seite einfindet. Geld verdienen kann man hier unter anderem mit passenden Produktplatzierungen oder durch Werbung für andere Accounts („Shoutouts“).

Beispiel: Faktastisch – Das Original (@faktastisch) 5,1 Millionen Follower

An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass wir uns im weiteren Verlauf dieses Artikels nicht mit dieser Art Seiten beschäftigen, sondern vielmehr mit solchen, die die eigene Person in den Fokus stellen.

Tipps und Tricks für den Follower Aufbau, die wirklich funktionieren

Vorab lass mich einen kritischen Blick auf zwei durchaus häufig gewählte, aber wenig seriöse Methoden zum Follower Aufbau werfen. Im Anschluss gebe ich dir Tipps, wie du es besser, vor allem aber nachhaltiger machen kannst.

Erste wenig seriöse Methode: Der Kauf von Followern…

Wie besprochen spielt die Reichweite eine große Rolle beim Influencer Marketing. Das führt dazu, dass viele User, die gerne Influencer wären, sich auf darauf spezialisierten Plattformen Follower kaufen. Es gibt mittlerweile eine Menge Apps, die damit werben, beim Follower Aufbau „helfen“ zu können. Warum das Schwachsinn ist und wieso du damit niemals zum richtigen Influencer wirst, erfährst Du im nächsten Abschnitt. Außerdem gibt es mittlerweile Analyse-Tools (z. Bsp. influencerdb.net), mit denen Unternehmen die Accounts von Influencern unter die Lupe nehmen können. Und gekaufte Follower fallen damit ziemlich schnell auf, wie diese Screenshots zeigen:

Account mit organischem Wachstum

Top: Account mit organischem Wachstum

Account mit gekauften Followern

Flop: Account mit gekauften Followern

Zweite wenig seriöse Methode: Instagram-Bots, die automatisch Usern folgen und wieder „entfolgen“ oder liken und kommentieren, was das Zeug hält…

Pro und Kontra gibt es in diesem Zusammenhang genug, doch das Frage ist meist nicht „ob“, sondern „wie“ man diese Tools einsetzt. Ohne tief in die Details und die Einstellungen dieser Tools einzugehen, möchte ich dich an dieser Stelle auf drei Fehler bei der Nutzung hinweisen, die du lieber vermeiden solltest:

1. Automatisch Beiträge kommentieren

Mittlerweile können auch „normale“ Instagram-User solche Kommentare mühelos als Spam erkennen. Außerdem gehen die Kommentare oft in die Hose, weil sie einfach nicht zum Inhalt passen („Nice foto“ als Kommentar unter einem Video = #nailedit). Also am Besten auf die Kommentarfunktion verzichten und nur beim Liken bleiben.

2. Usern folgen und dann wieder entfolgen

Klar, jeder freut sich über einen neuen Follower und schaut sich dessen Profil an. Passt der Inhalt, wird gerne zurückgefolgt. Es hinterlässt daher bei vielen Usern einen komischen Beigeschmack, wenn der „frische“ Follower nach zwei Tagen wieder abspringt. Das fällt nicht immer auf, aber wenn, hat man sich es mit diesen Usern verscherzt. Deshalb sollten die Tools so eingestellt werden, dass nur die User, die einem NICHT zurückfolgen, wieder entfolgt werden dürfen.

3. Ein- und denselben User mehrmals abonnieren

Am Schlimmsten sind aber Accounts, die das oben genannte Spielchen immer wieder mit denselben Usern spielen: Folgen, entfolgen, folgen, entfolgen… spätestens dann werden die betroffenen User wirklich sauer. Konsequenterweise wird der lästige Account blockiert und/oder bei Instagram gemeldet. Also bitte die Tools so einstellen, dass sie dem selben User nur ein Mal folgen und danach nie wieder.

An dieser Stelle weise ich darauf hin, dass diese Tools gegen die Richtlinien von Instagram verstoßen; ich möchte dich schon deshalb nicht zu deren Nutzung ermuntern. Wenn du dich dennoch für den Einsatz dieser Tools entscheidest, gehst du das Risiko ein, gesperrt zu werden.

Nun aber zu meinen Vorschlägen, wie du mit weniger riskanten Methoden bei Instagram auf dich aufmerksam machen kannst!

Maßnahmen für mehr Reichweite

1. Hashtags richtig einsetzen

Hashtags spielen bei Instagram die gleiche Rolle wie Keywords bei Websites. Sie helfen dir, von den Usern entdeckt zu werden, die im selben Bereich wie du unterwegs sind. Instagram lässt derzeit maximal 30 Hashtags pro Beitrag zu und diese solltest du, so gut es geht, ausreizen. Es gibt dabei zwei Dinge, auf die du achten musst…

Erstens, die Hashtag Sprache. Sehr oft verwenden User, die sonst bei Instagram auf Deutsch schreiben, bzw. sprechen, englische Hashtags. Das ergibt wenig Sinn, denn dadurch wird der Content von internationalen Usern zwar entdeckt, aber nicht verstanden.

Zweitens, die Popularität der Hashtags. Genau wie es bei der SEO Keywords gibt, die hart umkämpft sind, gibt es auch auf Instagram Hashtags, die jeder kennt und nutzt. Das führt dazu, dass innerhalb von Sekunden Tausende von neuen Beiträgen unter diesen Hashtags hochgeladen werden und die Wahrscheinlichkeit, dass du mit deinem Foto oder Video auffällst, ziemlich klein ist.

Wie geht man bei der Hashtag-Suche dann am besten vor? Instagram bietet mittlerweile die Möglichkeit, Hashtags zu recherchieren. Nehmen wir den Hashtag #ernährung als Beispiel. Wenn du diesen Hashtag bei Instagram eingibst, siehst du die Vorschläge, die dazu passen.

Hashtags bei Instagram

Tippst du einen dieser Vorschläge an, zeigt dir Instagram sogar weitere, ebenfalls verwandte Hashtags an.

Noch mehr Hashtags bei Instagram

So kannst du dir eine Liste relevanter Hashtags aussuchen, anstatt immer nur #foodporn zu verwenden.

2. Video, Instagram Stories und Live Videos

Es lohnt sich prinzipiell darauf zu achten, was Instagram aus strategischen Gründen im Moment wichtig ist. Aktuell dreht sich alles um die Stories, Live Streaming und Video generell. Dadurch, dass diese Formate noch relativ neu sind, hast du gute Chancen, mit einem Video oder einer Story auf der Explore Page zu landen. Das steigert deine Sichtbarkeit enorm.

3. Like Gruppen beitreten oder gründen

Hierbei handelt es sich um Gruppen von Instagram Usern, die sich beispielsweise bei Facebook bilden, um sich gegenseitig bei Instagram zu pushen. Prinzipiell funktioniert das so: Jedesmal, wenn einer der Mitglieder etwas Neues auf Instagram veröffentlicht, wird es von den anderen Mitgliedern „geliked“ und kommentiert. Je größer die Gruppe, desto stärker der Effekt.

Da Instagrams Algorithmus Beiträge bevorzugt, die hohe Interaktionen aufweisen, steigert man dadurch seine Chancen, prominenter dargestellt zu werden und auch wieder auf der Explore Page zu landen. Außerdem unterstützen sich die Mitglieder dieser Gruppen mit gegenseitigen „Shoutouts“ und Kooperationen. Alles, was du brauchst, um eine solche Gruppe zu starten, sind ein paar Instagram Freunde, die ebenfalls mitmachen wollen. Jeder von ihnen lädt wiederum neue Mitglieder dazu und so wächst die Gruppe an.

4. Aktiv sein

Dieser Punkt geht mit dem letzten einher: Die beste Strategie deine Sichtbarkeit zu steigern und Follower zu gewinnen ist die gute, alte menschliche Interaktion. Klick dich regelmäßig durch die Hashtags deiner Nische, folge passenden Accounts, like die Beiträge anderer User und hinterlasse „echte“ Kommentare. Je größer du auf Instagram wirst, desto wichtiger ist es, dass du menschlich bleibst. Ich freue mich immer, wenn meine Vorbilder auf meine Kommentare antworten.

5. Gewinnspiele, Verlosungen, Giveaways…

Die guten alten Gewinnspiele ziehen auch bei Instagram. Welche Arten von Gewinnspielen bei Instagram möglich sind und was dabei zu beachten ist, wird in diesem Artikel ausführlich erklärt.

Das waren nur einige der Strategien, um Follower auf Instagram zu bekommen. Wie wir aber bereits festgestellt haben, braucht ein potenzieller Influencer nicht nur ein großes Publikum. Der nächste Schritt besteht darin, den eigentlichen Einfluss aufzubauen.

Kennen, mögen und vertrauen

Zig Ziglar: „If people like you, they’ll listen to you. But if they trust you, they’ll do business with you.“

Um zu verstehen, wie man systematisch seinen Einfluss aufbauen kann, erinnere dich doch bitte kurz an das letzte Mal, als du etwas aufgrund einer Empfehlung eines Bekannten gekauft hast. Wie hast du dich dabei gefühlt? War da eine Gewissheit, die richtige Entscheidung getroffen zu haben? Hat dir seine/ihre Empfehlung Zeit gespart, weil du nicht selbst nach dem besten Produkt, der passenden Dienstleistung oder dem perfekten Tool recherchieren musstest? Warst du gut beraten, weil dir deine Freundin alles über die Vor- und Nachteile des Gewünschten erzählt hat? Und wie hast du diesen Austausch erlebt? Hat es euch vielleicht sogar noch stärker miteinander verbunden, ja regelrecht zusammengeschweißt?

Genau dieses Erlebnis muss ein Influencer leisten können, um echten Einfluss auf seine Follower zu haben – nur eben „Big Scale.“ Doch wie gelingt das? Wie kann eine Person best friend mit Tausenden Followern werden? Die Antwort ist einfach in der Theorie, jedoch etwas tricky in der Umsetzung. Wie einen Freund müssen wir auch den Influencer gut kennen. Und das bedeutet nicht nur sein Gesicht auf Bildern zu erkennen, sondern etwas über ihn zu wissen, womöglich seine/ihre Lebensgeschichte zu kennen. Es geht darum, die Person nicht nur von ihrer perfekten Seite zu sehen, sondern auch ihre Misserfolge oder die schlechten Tage mitzuerleben. Wir müssen uns in diesem Menschen wiedererkennen und uns mit ihm identifizieren können. Der Grund, weshalb die Kardashians zum Beispiel so erfolgreich sind ist, weil wir sie in allen möglichen und unmöglichen Lebenssituationen gesehen haben (das Sextape von Kim lässt grüßen!).

Just checked into our NYC penthouse. Thanks @airbnb for the gift of our home away from home.

A photo posted by Kim Kardashian West (@kimkardashian) on

Und wenn du jetzt sagst: „Ich mag die Kardashians aber überhaupt nicht!“ – Super! Denn um zu dieser Einsicht zu kommen, musst du sie ja erst einmal kennen. Und das bringt uns zum nächsten Baustein des Einflusses. Wenn sich eine Person zeigt, wie sie wirklich ist, wird sie zweifellos einige Menschen abschrecken, doch diejenigen, die ihr treu bleiben, mögen sie wirklich.

Als Ergebnis dieser beiden Faktoren entsteht mit der Zeit Vertrauen – wie bei einer „echten“ Freundschaft. Wir können also nur dann von einem Influencer sprechen, wenn diese Person ein großes Publikum anspricht, das aus Menschen besteht, die sie kennen, mögen und ihr vertrauen.

Soweit die Theorie. Doch die meisten User mit Influencer Ambitionen scheitern bei der Umsetzung aus zwei Gründen. Erstens wollen sie den schnellen Erfolg. Sie wollen nicht einsehen, dass ihre Lieblingsblogger auf Instagram schon seit Jahren aktiv damit beschäftigt sind, eine Marke aus sich zu machen. Etwa Pamela Reif, die vier Jahre lang unzählige Selfies, Fitnesstipps und Videos gepostet hat, um die Marke von 2 Millionen zu knacken.

Der zweite Grund steckt im Content. Leider geben die meisten Instagrammer vor, jemand zu sein, der sie eben nicht sind. Das wird sehr schnell durchschaut. Authentizität ist also Trumpf! Der Prozess ist meiner Ansicht nach ohnehin viel spannender, als das „Ziel“. Sich gemeinsam mit seinen Followern weiterzuentwickeln und zu wachsen und den Weg mit all seinen Höhen und Tiefen auf Instagram zu teilen – das macht einen „echten“ Account aus.

Wenn wir schon beim Content sind: Leider ist die Sache nicht ganz so einfach, wie es klingt. Manche Inhalte kommen bei Instagram einfach besser an als andere. Dieses Thema beleuchten wir im nächsten Abschnitt.

Roter Faden statt bunt gemischt

Instagram hat sich in den letzten Jahren inhaltlich enorm weiterentwickelt. Wurden wir früher haufenweise mit Selfies, Essensfotos oder Sonnenuntergängen „beglückt“, dominieren heute hochwertige, ästhetische Bilder. Es hat sich eine Bildsprache etabliert, die die User erwarten und gut finden.

Der Gesamteindruck einer Seite ist besonders wichtig. Landen wir auf einem neuen Profil, scrollen wir zunächst über die letzten Beiträge, um uns einen ersten Eindruck über die Seite zu machen. Deshalb ist es wichtig, dass die Beiträge nicht nur einzeln ästhetisch wirken, sondern auch in ihrer Gesamtheit miteinander gut harmonieren und das Thema der Seite vermitteln. Ein gutes Beispiel findet sich beim Kölner Sebastian Schmidt (______sebastian, 106.000 Abonnenten).

Roter Faden

Dabei bevorzugen Instagram User Profile, die bei einem Thema bleiben. Ob Fashion, Makeup, Reisen, Sport oder Fotografie – wir wollen wissen, was wir von einer Seite erwarten können. Das unterscheidet Instagram nicht von Zeitschriften; wir abonnieren sie, weil wir wissen, welche Inhalte in nächster Zeit publiziert werden.

Den eigenen Stil zu entwickeln und den roten Faden zu behalten ist also ein Muss für jeden Influencer. Mit Bildbearbeitungs Apps wie VSCO oder Snapseed lässt sich der moderne „Look and Feel“ erreichen. UNUM beispielsweise hilft dir bei der visuellen Gestaltung deines Feeds, indem sie eine Feed-Vorschau bietet. So kannst du prüfen, ob deine bevorstehenden Postings visuell zum Rest deines Contents passen.

Unum auf dem iPhone

Die Bildbeschreibung ist ein weiterer Punkt, der häufig vernachlässigt wird. Ein Influencer soll ja ein Meinungsmacher sein und das gelingt nur dann, wenn er seine Meinung auch äußert. Die Bildbeschreibung bietet dafür die perfekte Möglichkeit.

Instagram Stories und Instagram Live Videos sind weitere Hebel, die angehende Influencer dringend einsetzen müssen. Diese Formate eignen sich bestens dafür, Nähe zu Followern aufzubauen und Persönlichkeit zu zeigen.

Häufige Fehler beim Influencer Marketing und wie du sie vermeidest

Jetzt hast du einige Tipps an der Hand, um bei Instagram richtig durchzustarten. Doch bevor du gehst, möchte ich dich vor einigen Fehlern warnen, die du in diesem Geschäft sehr leicht begehen könntest.

1. Den Inhalt vernachlässigen

Alles steht und fällt mit den Inhalten, die du veröffentlichst. Alle Strategien, Tipps und Tricks für den Follower Aufbau werden keine Früchte tragen, wenn deine Postings uninteressant, leidenschaftslos oder austauschbar sind.

2. Keine Geduld haben

Der Erfolg wird sich leider nicht über Nacht einstellen. Du brauchst Durchhaltevermögen, bis du nach und nach in deiner Nische ankommst. Probiere Dinge aus, achte auf die Resonanz deiner Follower und bleib dran. Und kaufe niemals Follower!

3. Sich verstellen und nicht authentisch sein

Deine Persönlichkeit ist einzigartig und das solltest du nutzen. Vergleiche dich nicht mit den großen Influencern (mehr noch, vergleiche dich mit niemandem!), sondern fang an, wo du gerade bist und dokumentiere, was geschieht. Die Welt hat nicht auf die nächste Kylie Jenner gewartet.

4. Das Vertrauen deiner Follower missbrauchen

Wenn du schon an dem Punkt angekommen bist, wo du für Unternehmen interessant wirst, vergiss deine Follower und den Vertrauensvorschuss nicht, den sie dir geschenkt haben. Lass dich nur auf Kooperationen ein, die dir und deinen Followern einen Mehrwert bieten.

5. Unprofessionell mit Unternehmen und Kooperationspartner umgehen

Influencer zu sein bedeutet nicht nur, kostenlose Produkte zugeschickt bekommen und ein nettes Bild davon posten. Unternehmen haben Erwartungen und wollen eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. In dem Moment, in dem du dich auf die Kooperation eingelassen hast, bist du ein Botschafter dieser Marke geworden – mehr noch, du arbeitest quasi für sie. Deine Aufgabe ist es jetzt, das Unternehmen oder das Produkt deinen Followern in authentischer und glaubwürdiger Weise näherzubringen (womit wir wieder bei Punkt 4 wären.)

Fazit

Wie bei vielen anderen Themen steckt auch beim Influencer Marketing deutlich mehr dahinter, als man auf den ersten Blick erahnen könnte. Vor allem aber steckt jede Menge Zeit, Energie und Leidenschaft drin. Wer den schnellen Erfolg will und mit dubiosen Mitteln die Abkürzung sucht, schadet sich letztlich selbst. Die beste Strategie ist also authentisch zu bleiben, den Fokus auf den Content zu legen und echte Beziehungen aufzubauen – jahrelang.

Über den Autor

Trajan Tosev

Trajan Tosev ist Online Marketer und Co-Founder der Instagram Marketing Agentur IG4BUSINESS. Er unterstützt Unternehmen dabei, eine erfolgreiche Präsenz im Internet aufzubauen und zu pflegen und ist unter anderem für den Bereich Influencer Marketing zuständig. Außerdem versorgt Trajan seine Followerauf dem dazugehörigen Instagram Profil regelmäßig mit Tipps, Tricks und News rund um Instagram.