Auf Instagram entsteht derzeit eine neue Sprache. So sehen das zumindest die Ingenieure bei Instagram, wenn es um die mittlerweile fast schon inflationäre Nutzung von Emojis geht. Wir alle kennen Emojis – hervorgegangen sind Sie aus den Emoticons, mit denen wir schon in den 1990ern Emotionen via Handy kommuniziert haben. Seitdem ist viel passiert und mittlerweile sind Emojis allgegenwärtig. Für Instagram trifft das in der Tat zu, ich selbst erlebe das jeden Tag und werde Emojis auch in meine dortige Kommunikationsstrategie stärker mit einbeziehen. Grund: Das Prinzip funktioniert und die User WOLLEN sich auf diese Art und Weise auf Instagram ausdrücken. Solche Trends darf man nicht ignorieren, weil man sonst den Anschluss verliert – denn dieser Trend ist organisch! Doch wie genau sehen die Zahlen aus? Spannende Insights dazu gibt es jetzt direkt aus dem Hause Instagram:

Warum Emojis zur neuen Sprache auf Instagram werden

Bild: Kseniia Perminova, Shutterstock.com

Starke Zunahme seit iOS- und Android-Einbindung

Instagram hat Emojis schon immer unterstützt, doch ein solcher „einseitiger Support“ allein reicht in der Regel nicht aus. Erst im Oktober 2011, als für das iOS das Emoji-Keyboard eingeführt wurde, bemerkte man auch bei Instagram eine stetige Zunahme bei der Verwendung.

Ein weiterer Schub folgte im Juli 2013, als auch die meisten Android-Varianten anfingen, die Nutzung von Emojis aktiv zu unterstützen. Instagram selbst hatte schon 2012 die App für Android veröffentlicht, damals wurden Emojis aber noch nicht von Android unterstützt.

Entwicklung bei der Nutzung von Emojis im zeitlichen Verlauf

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Entwicklung bei der Nutzung von Emojis im zeitlichen Verlauf

Bis heute hat die Nutzung stark zugenommen und mittlerweile enthalten knapp 40 Prozent aller Postings auf Instagram Emojis. Dieser Wert an sich ist schon beeindruckend, viel interessanter wird die Sache allerdings, wenn du dir den zeitlichen Verlauf in der Grafik oben anschaust, die von Instagram veröffentlicht wurde.

Europa Emoji-Spitzenreiter

Ebenfalls spannend ist die Frage, wie die Emoji-Nutzung in einzelnen Ländern ist. Auch dazu hat Instagram eine Auswertung gemacht und unter anderem festgestellt, dass zum Beispiel in Finnland 63 Prozent aller Postings grundsätzlich Emojis enthalten.

Mit 47 Prozent liegt Deutschland im oberen Drittel und erstaunlicherweise werden Emojis in den USA oder auch in Japan deutlich weniger genutzt, als es bei uns oder in Frankreich, Italien oder Großbritannien der Fall. Was beim Blick auf die Auswertung generell auffällt: Die Verwendung von Emojis ist vor allem in Europa sehr beliebt, erst auf dem 8. Platz folgt mit Japan ein Land, das nicht in Europa liegt:

Verteilung der Nutzung von Emojis nach Ländern

Verteilung der Nutzung von Emojis nach Ländern

Dabei gibt es durchaus unterschiedliche Bedeutungen für einzelne Emojis. Instagram hat festgestellt, dass es nicht nur regionale Unterschiede gibt, auch die generelle Verwendung von nicht 100-prozentig eindeutigen Emojis wirft immer wieder Fragen auf. Zusätzlich findet offensichtlich eine „personalisierte“ Verwendung von Emojis statt, wenn es sich zum Beispiel um Nutzergruppen (Freunde, lokaler Sportverein, etc…) handelt, die Instagram für die Kommunikation untereinander nutzen.

Visualisierung kontextueller Zusammenhänge

Ein weiteres Ergebnis der aktuellen Untersuchungen von Instagram ist eine „semantische Karte“ von Emojis, die kontextuelle Zusammenhänge zwischen einzelnen Symbolen verdeutlicht. Klar erkennbar und wenig überraschend: Unterschiedliche Varianten von Smileys haben einen engeren Bezug zueinander, gleiches gilt für Flaggen von Ländern oder Emojis für Musikinstrumente.

Verteilung der Nutzung von Emojis nach Ländern

Verteilung der Nutzung von Emojis nach Ländern

Ebenfalls interessant: Welche Emojis werden am häufigsten genutzt und welche Bedeutungen werden von den Usern damit verbunden? Instagram hat eine solche Auswertung für Englisch-sprachige Postings gemacht, hier einige Auszüge:

😂 (Platz 1 bei der Emoji-Nutzung): lolol, lmao, lololol, lolz, lmfao, lmaoo, lolololol, lol, ahahah, ahahha, loll, ahaha, ahah, lmfaoo, ahha, lmaooo, lolll, lollll, ahahaha, ahhaha, lml, lmfaooo
😍 (Platz 2 bei der Emoji-Nutzung): beautifull, gawgeous, gorgeous, perfff, georgous, gorgous, hottt, goregous, cuteeee, beautifullll, georgeous, baeeeee, hotttt, babeee, sexyyyy, perffff, hawttt
❤ (Platz 3 bei der Emoji-Nutzung): xoxoxox, xoxoxo, xoxo, xoxoxoxo, xoxoxoxoxo, xoxoxoxox, xxoo, oxox, babycakes, muahhhh, mwahh, babe, boobear, loveyou, bunches, muahhh, muahh, xoxox, muahhhhh
👍 (Platz 9 bei der Emoji-Nutzung): #keepitup, #fingerscrossed, aswell, haha, #impressed, #yourock, lol, #greatjob, bud, #goodjob, awesome, good, #muchlove, #proudofyou, job, #goodluck
😭 (Platz 11 bei der Emoji-Nutzung): ughh, ughhh, ughhhh, ugh, uggh, ugghh, ughhhhh, ughhhhhh, ugggh, lolol, wahhhh, rn, oml, uhg, agh, xc, omgg, omfg, omf, lololol, whyyy, loll, wahhhhh, tooo, kms

Fazit

Immer mehr User drücken auf Instagram mit ihren Postings Emotionen aus und nutzen dafür Emojis. Die Kommunikation mittels Zeichen und Symbolen ist grundsätzlich nicht neu, prinzipiell könnte man auch schon die Hieroglyphen aus dem alten Ägypten teilweise als Emojis bezeichnen.

Es stellt sich jedoch die Frage, wie stark Emojis dafür verantwortlich sein werden, dass die Sprache an sich in den Hintergrund tritt: Wenn sich die User auf Instagram schon jetzt ergänzend immer mehr mitteln Emojis unterhalten, dann ist nicht zu erwarten, dass dieser Trend wieder abrupt zu Ende geht.

Ganz im Gegenteil: Mit der zunehmenden Bedeutung von Instagram als soziales Netzwerk wird sich Entwicklung beschleunigen. Das wiederum ist dann auch wichtig, wenn es um Marketing auf und mit Instagram geht: Wer seine Zielgruppe auf Instagram künftig erreichen will, sollte sich überlegen, ob es nicht sinnvoll ist, selbst auch die beliebtesten Emojis zu verwenden – andernfalls könnte es bei den Usern, die eigentlich erreicht werden sollen, zu Verwirrung kommen.