Blogs sind toll, denn sie versetzen uns in die Lage, schnell und einfach Inhalte zu veröffentlichen. Wir können über interessante Themen berichten, uns vernetzen, diskutieren. Mit ein paar Klicks ist ein zum Beispiel auf WordPress basierender Blog eingerichtet – schon ganz es losgehen. Was auf der einen Seite als Segen erscheint, kann sich bei genauerer Betrachtung als Fluch entpuppen, denn ein Blog ist nur ganz selten ein Selbstläufer. Wie in jedem anderen erfolgreichen Produkt auch steckt in einem stark frequentierten Blog viel Arbeit. Nicht jeder (Hobby-)Webmaster hält das auf Dauer durch und schafft es, immer wieder neuen und spannenden Content zu produzieren. Und so fristen viele Blogs ein ungepflegtes Schattendasein und vegetieren am Rande der digitalen Belanglosigkeit. Ein sterbender Blog ist keine schöne Sache, die gute Nachricht aber ist, dass ein Mittel dagegen gibt. Genauer gesagt 9 Mittel, die insgesamt einen soliden Rettungsplan ergeben. Doch welche 9 Schritte sind das? Ich habe mich mit dem Thema intensiv befasst und liefere mit diesem Artikel das Rezept gegen sterbende Blogs.

9 Schritte zur Wiederbelebung eines sterbenden Blogs

Bild: ©Dan Race, fotolia.com

1. Umfrage unter aktuellen Usern machen

Auch wenn ein Blog schon am Rande des Abgrunds steht, gibt es oft immer noch Menschen, die sich für ihn nicht interessieren. Das können Kontakte aus einem Newsletter-Verteiler sein oder eine Community auf Facebook. Und wenn alle Stricke reißen, dann fragt man ein paar Freunde und Verwandte, was man ihrer Meinung nach an seinem Blog verbessern sollte.

Auf diese Weise bekommt man garantiert nützliche Anregungen. Vielleicht sind das keine Patent-Rezepte – dennoch können diese Aussagen für neue Impulse und Ideen sorgen, mit denen der Blog wieder in die Erfolgsspur geführt werden kann. Voraussetzung ist, dass man das Feedback aus einer solchen Umfrage ernsthaft aufnimmt und auch bereit ist, sich danach zu richten.

Manchmal kann es Maßnahmen geben, die einem selbst auf den ersten Blick ungeeignet erscheinen. Wer hier allerdings nicht experimentierfreudig ist, kann seinen Blog auch gleich dicht machen. Bei solchen Umfragen kommen zwar gern auch mal ungewöhnliche Aussagen wie zum Beispiel höhere Ansprüche an ein Screendesign oder der Wunsch nach der Verwendung zusätzlicher Elemente für das Teilen von Inhalten – kam alles schon vor. Jegliches Feedback aber ist nützlich und kann dafür sorgen, den eigenen Blog vor dem Untergang zu bewahren.

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2. Aktuelle Resultate untersuchen

In diesem Zusammenhang empfiehlt es sich, ganz genau zu untersuchen, welche Resultate der Blog aktuell zu Tage fördert. Welche Inhalte werden noch immer frequentiert? Wie bewegen sich verbleibende User auf den Seiten? Und wenn gar nichts mehr los ist: Mit welchem Content gab es in der Vergangenheit die größten Reichweiten-Erfolge?

Auf Basis dieser Erkenntnisse kann man sich überlegen, welche thematische Richtung bei einem Reboot des Blogs sinnvoll ist. Entgegengesetzt funktioniert der Weg ähnlich: Wird ein Blog aktiv gepflegt und bekommt trotzdem keinen Traffic, dann ist ebenfalls ein Blick auf die Ausrichtung zu empfehlen. Möglicherweise ist das aktuelle Thema des Blog einfach nicht geeignet, um Besucher in einer bestimmten Größenordnung anzuziehen. Probleme können auch entstehen, wenn der Inhalt schlecht aufbereitet ist.

Schreiben ist nicht jedermanns Sache, Rechtschreibfehler und falsche Grammatik können User abschrecken, selbst wenn sie sich für das Thema interessieren. Doch keine Sorge: Schreiben kann man lernen!

3. Ursprüngliches Ziel überdenken

Was war das eigentliche Ziel, das man mit seinem Blog erreichen wollte? Ging es darum, Geld zu verdienen oder war eher die Darstellung der eigenen Person angedacht? Wollte man auf seine Reiseberichte aufmerksam machen oder anderen mit nützlichen Artikeln helfen? Wenn ein Blog stirbt, muss man sich das ursprüngliche Ziel vor Augen halten und analysieren, ob dieses Ziel überhaupt realistisch ist. Wenn nicht: Gibt es kleinere, untergeordnete Zwischenziele auf dem Weg zu eigentlichen Ziel? Oder ist dieses Ziel so sehr aus der Luft gegriffen, dass es höchstwahrscheinlich niemals erreicht werden kann?

Diese Fragen muss man sich stellen, wenn man nicht sinnlos Zeit und Energie verschwenden will. Wer sich intensiv mit diesen Fragen beschäftigt, wird möglicherweise auch zu dem Schluss kommen, dass das eigentliche Ziel totaler Humbug ist. In diesem Fall ist es dann häufig sinnvoller, den Blog tatsächlich zu schließen und sich einem neuen, besseren Ziel zu widmem. Sofern der eigene Blog aber noch zu retten ist, muss man seine Anstrengungen den neuen Zielen unterordnen und dafür sorgen, dass man zumindest diese Ziele mit angemessenem Aufwand erreicht.

Alles andere wäre überhaupt nicht effektiv und mittel- bis langfristig auch sehr frustrierend. Frustration kann zermürbend wirken und letztendlich dafür sorgen, dass man das Bloggen komplett aufgibt, was aus meiner Sicht immer die schlechteste Variante gibt, wenn man grundsätzlich den Wunsch hat, einen Blog zu betreiben und gern schreibt.

4. Zielgruppe neu analysieren

Auch ein Blick auf die Zielgruppe kann aufschlussreich sein. Ist das Thema eines Blogs überhaupt geeignet, um eine kritische Masse an Usern zu erreichen? Interessiert sich die Zielgruppe wirklich für die angebotenen Themen? Sind die Besucher, die den Blog schon in der Vergangenheit aufgesucht haben, nicht zu Stammlesern geworden, weil die Themen langweilig oder kopiert waren?

Einzigartigkeit ist sehr wichtig, wenn ein Blog erfolgreich sein soll. Interessante Themen müssen auch spannend vermittelt werden und gleichzeitig einen Unterhaltungswert haben, wenn sie in der Zielgruppe gut ankommen sollen. Und das ist auch einer der Knackpunkte, denn wenn die Zielgruppe schlicht und ergreifend verfehlt wird, dann lässt sie sich natürlich auch nicht korrekt ansprechen.

In dem Fall ist eine Neuausrichtung unausweichlich und sollte dann auch konsequent durchgezogen werden. Was kann im schlimmsten Fall passieren? Wenn ein Blog schon so schlecht frequentiert ist, dass solche tiefgreifenden Maßnahmen ergriffen werden müssen, dann kann es nur besser werden.

5. Themen weniger breit streuen

Umfangreiche inhaltliche Analysen werden vermutlich dafür sorgen, dass eklatante Schwächen sichtbar werden. Das ist gut, denn nur dann hat man einen klaren Ansatzpunkt zum Handeln. Eine intensive Reinigung, die auch gern in einer Verkleinerung eines Blog auf thematischer Ebene münden kann, ist zu empfehlen. Das ist schließlich immer noch besser, dass immer wieder die gleichen Fehler zu machen und hoffen, dass es irgendwann besser wird.

Blogs mit vielen Themen und einem breites Fokus haben es meiner Ansicht nach schwerer. Natürlich gibt es erfolgreiche Ausnahmen, die aber eher die Regel bestätigen. Grundsätzlich haben Nischen-Seiten die besseren Chancen. Warum? Ganz einfach: Eine Nischenseite kann sich um ein ganz konkretes Thema kümmern. Da mag es dann im Zweifel nicht jeden Tag etwas zu berichten geben. Das gilt übrigens nicht nur für ganz normale Blog, sondern auch für Corporate Blogs.

Wenn allerdings eine Neuigkeit hinaus in die Welt will, dann wird diese Neuigkeit auch verlässlich konsumiert. Das hängt damit zusammen, dass Nischen-Seiten viel schneller und auch einfacher zu einer Autorität in ihrem Themenbereich werden können. Sobald das geschafft ist, werden auch die Zugriffszahlen kontinuierlich steigen.

6. Zeitpunkte für Veröffentlichung beachten

Es geht immer nur ums Timing. Die Frage, wann man sein Publikum am besten erreicht und wann nicht, ist so alt wie die Menschheit. Mit 100%iger Sicherheit kann ich es nicht sagen, aber ich glaube nicht, dass die alten Römer ihre Gladiatoren vorzugsweise früh morgens in die Arena geschickt haben. Aus dem gleichen Grund läuft die Tagesschau um 20 Uhr und der „Blockbuster“ läuft auf jedem Kanal 15 Minuten später. Warum? Weil dann tendenziell die meisten Menschen genau diese Inhalte konsumieren können.

Und auch wenn sich diese Gewohnheiten eben durch das Internet verändern, bleibt das Prinzip doch gleich: Will man seine Zielgruppe erreichen, dann muss man genau zu dem Zeitpunkt präsent sein, an dem es die Zielgruppe auch ist. Neudeutsch nennt man das dann „Social Timing“. Wer seinen Blog vor dem Abgrund bewahren will, muss ebenfalls wissen, wann die eigenen Inhalte mit möglichst viel Reichweite abgesetzt und dann später auch geteilt werden können. Nur so erreicht man die Leser.

Zur Fehleranalyse empfiehlt sich auch hier ein Blick in die Vergangenheit. Zu welchen Uhrzeiten hat man früher die meisten User erreicht? Und wenn man die User nicht erreicht hat, woran lag das? Welche Zeiten haben nicht funktioniert und welche sollte man stattdessen nutzen? Das Ausschlussprinzip ist hier hilfreich: Wer die Zeiten vermeidet, die früher nicht funktioniert haben, wird mit anderen Zeiten erfolgreicher sein – so zumindest die Vermutung. Tests müssen natürlich durchgeführt werden. Macht man das systematisch, dann hat man nach einer gewissen Zeit ganz genau die Tageszeiten im Visier, zu denen die besten Reichweiten möglich sind.

7. Redaktionsplan entwerfen

Planung ist das halbe Leben und auch wenn es langweilig klingt: Das viel zitierte „kreative Chaos“ kann auch eine Belastung sein. Was tut man, wenn man gern Content veröffentlichen will, aktuell aber keine Idee für einen neuen Artikel hat? Das kommt relativ häufig vor und genau aus diesem Grund ist es extrem sinnvoll, wenn man vorbereitet ist. Genau das klappt mit einem Redaktionsplan, denn ein Redaktionsplan beinhaltet Themen, die verarbeitet werden können – und das auf Vorrat! Zusätzlicher Vorteil: Man kann Themen sammeln, die einem über den Weg laufen.

Ich selbst finde jeden Tag potenzielle neue Themen für meine Website oder die zahlreichen anderen Publikationen, auf denen ich veröffentliche. Müsste ich mir jeden Tag ein neues Thema ausdenken, dann wäre das mit Mehraufwand verbunden. Weil ich aber jeden Tag Themen entdecke, die ich verarbeiten könnte, wächst meine Themensammlung immer weiter – und somit auch mein Redaktionsplan. An diesen Redaktionsplan kann man sich halten. Und sollte es vorkommen, dass ein aktuelles Ereignis eintritt, über das unbedingt sofort geschrieben werden muss, dann wird dieses Thema eingeschoben.

Der Redaktionsplan bleibt dann Backup und Ideengeber für künftige Inhalte. Auf diese Weise gehen die Themen nicht aus und können nach Bedarf abgearbeitet werden, denn der Redaktionsplan muss nicht zwingen chronologisch aufbereitet sein. Das ist bei großen Redaktionen unumgänglich, eine Themensammlung, die als Redaktionsplan dient, erfüllt aber auch ihren Zweck.

8. Blog-Design verbessern

Oft nützt der beste Content nichts, wenn er schlecht aufbereitet ist. Ein nicht gelungenes Blog-Design wirkt der Aufnahme von Inhalten definitiv entgegen. Zwar sollte man zum Start eines Blogs nicht zwingend sofort viel Kapital in das Design investieren, vor allem für WordPress gibt es jede Menge günstiger Themes, die man in der Anfangsphase nutzen kann. Irgendwann wird es dann aber doch notwendig, den Blog auch optisch aufzumotzen.

Im Idealfall unterstützt das Blog-Design den Inhalt und lenkt das Auge des Users explizit auf die Inhalte. Ablenkende Inhalte sind auch definitiv zu vermeiden. Der Content steht im Mittelpunkt, weil man sich über ihn informativ mitteilt. Störende Elemente oder unpassende Farben können sich negativ auf die Usability auswirken und dafür sorgen, dass Inhalte weniger oder gar nicht konsumiert werden. In vielen Fällen ist es zudem sinnvoll, wenn das Design eines Blogs eine Marke, ein Unternehmen oder eine Person visuell unterstützen soll.

Aus diesen Gründen sollte man sich ausgiebig Zeit nehmen und den eigenen Blog einer genauen Diagnose unterziehen. Was sieht gut aus, was nicht? Welche Elemente sind zielführend, welche lenken eher ab? Nach einer solchen Analyse treten in der Regel zahlreiche Punkte auf, die verbesserungswürdig sind. Und wer gar nicht weiß, wie der eigene Blog in Zukunft aussehen müsste, kann sich auch bei der Konkurrenz oder generell anderen Blogs inspirieren lassen, denn das ist erlaubt – nur klauen sollte man nicht!

9. Blogger Relations forcieren

Im Zeitalter der sozialen Netzwerke sind digitale Beziehungen zwischen einzelnen Personen wichtiger denn je. Was für Social Media im Speziellen gilt, ist auch in der Blogsphäre absolut nötig. Die Verbindung zu anderen Bloggern kann dafür sorgen, dass man auch selbst stärker wahrgenommen werden. Dafür muss man mit anderen Bloggern in Kontakt treten, was zum Beispiel über sinnvolle Kommentare passieren kann. Sinnvolle Kommentare zu den Artikeln anderer Blogger sind hilfreich, um auf sich aufmerksam zu machen und das hat nichts mit Suchmaschinenoptimierung zu tun.

Aus diesem Grund wird ein Kommentar in einem Blog auch immer mit dem eigenen Namen verfasst. Keine Fake-Namen, keine Fantasie-Wörter oder SEO-Keywords, all das ist tabu! Der wahre Grund ist, auf niveauvolle Art und Weise dem Betreiber des Blogs und seiner Leserschaft zu zeigen, dass man selbst existiert und dass man sich qualifiziert zu einem Thema äußern kann. Bei Anwendung dieser Methode über einen längeren Zeitraum werden andere von der eigenen Person und somit auch vom eigenen Blog Notiz nehmen.

Das kann dazu führen, dass man mehr Stammleser bekommt, die Zahl der RSS-Abonnenten kann steigen und es kann vermehrt zu Kommentaren kommen. Alles Faktoren, die den eigenen Blog wertvoller machen, weil er mehr frequentiert wird. Durch den gezielten positiven Ausbau von Blogger Relations ist man also in der Lage, den eigenen Blog in der Außenwahrnehmung zu stärken.

Fazit

Es gibt viele Gründe, warum ein Blog sterben kann. In fast allen Fällen hat man es jedoch selbst in der Hand, diese Entwicklung zu stoppen und umzukehren. Wer also herausfindet, welche Fehler gemacht wurden und dafür sorgt, dass diese Fehler beseitigt werden, ist auf dem richtigen Weg. Alle von mir hier beschriebenen Möglichkeiten eignen sich übrigens nicht ausschließlich nur für private Blogs. Auch Corporate Blogs, die unbemerkt und ungeliebt vor sich dümpeln, können auf diese Weise gerettet zu neuem Leben erweckt werden. Viele weitere Aspekte, wie man Blogs und Corporate Blogs erfolgreich aufbaut, hat Michael Firnkes in seinem Buch „Blog Boosting“ erklärt. Ich kenne das Buch selbst und kann es sehr empfehlen.