Social-Media-Todeszonen: Wann man auf Facebook und Co. keine Inhalte posten darf

Reißerischer Titel? Mag sein, ist aber nicht auf meinem Mist gewachsen, denn ich übersetze hier nur ungefähr den Titel einer interessanten Infografik, die ich heute gefunden habe. Warum interessant? Diese Infografik zeigt einfach und sehr anschaulich erläutert, wann es keinen Sinn macht, in sozialen Netzwerken irgendwas zu veröffentlichen. Das hat in der Regel damit zu tun, dass man zu bestimmten Zeiten viel weniger Leute erreicht. Reichweite ist aber extrem wichtig. Deswegen ist es schon fast als grob fahrlässig zu betrachten, wenn man guten Content hat, diesen zu unpassenden Zeiten veröffentlicht. Experten sprechen hier gern von „Social Timing“. Doch welche „Todeszonen“ sind das jetzt genau? Wann verpuffen die Inhalte ungelesen und welchen Zeiten muss man auf jeden Fall vermeiden?

Social-Media-Todeszonen: Wann man auf Facebook und Co. keine Inhalte posten darf

Quelle

Bei gutem Wetter erreicht man niemanden

Vorab will ich eines erwähnen: Wann genau die beste oder schlechteste Zeit für ein Posting ist, hängt natürlich nicht nur davon ab, ob draußen die Sonne scheint oder nicht. Grundsätzlich aber liegt es auf der Hand, dass man die Menschen (nicht nur aus der eigenen Zielgruppe) besser erreicht, wenn das Essen nicht auf dem Tisch steht oder wenn kein wichtiges Fußball-Spiel läuft.

Wenn zum Beispiel bei einer EM oder WM das deutsche Team spielt, erreicht man in der Regel so gut wie niemanden. Nachvollziehbar, (fast) alle sitzen vor dem Fernseher oder beim Public Viewing. Auch das Wetter ist ein extremer Faktor: „Sonne rauf, Traffic runter“, lautet ein „altes Sprichwort“ aus der SEO-Szene. Auch nachvollziehbar: Wenn das Wetter gut ist, gehen viele Menschen raus und sitzen nicht am Computer.

Zwar hilft das mobile Internet, solche Menschen auch bei gutem Wetter am Baggersee zu erreichen. Dennoch ist es utopisch zu denken, dass die Leute raus in die Natur gehen, um dann stundenlang mobil im Internet zu surfen. So ist es einfach nicht und entsprechend weniger Traffic generiert man bei gutem Wetter.

LinkedIn funktioniert zur Kernarbeitszeit nicht

Abgesehen von saisonalen Faktoren oder bestimmten „Volks-Events“ gibt es ganz natürliche Zeiten, wo sich Menschen nicht über das Internet oder soziale Netzwerke erreichen lassen. Dazu zählt logischerweise auch die Nacht, denn dann schlafen viele, zumindest die große Mehrheit der Bevölkerung. Die obige Infografik zeigt unabhängig davon, wann man die Leute eben nicht via Twitter, Facebook und Co. erreicht.

Die Zahlen stammen aus den USA, lassen sich aber meiner Ansicht auch auf unsere Breitengrade zu übertragen. Grundsätzlich denke ich nicht, dass zum Beispiel das Verhalten der Menschen in der Nacht, auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Weg von der Arbeit nach Hause oder zum Mittagsessen großartig unterschiedlich ist, ob nun in den USA oder bei uns (bis auf Ausnahmen, aber die bestätigen bekanntlich die Regel).

Ansonsten folgen die Zeiten, wenn man sich die Infografik mit den reißerischen „Todeszonen“ mal genauer anschaut, nicht immer bestimmten Mustern, von Netzwerk zu Netzwerk gibt es Unterschiede. So ist auf LinkedIn überraschenderweise während der üblichen Kernarbeitszeit offenbar nicht viel los. Zwischen 9 und 17 Uhr macht es laut Infografik keinen Sinn, hier zu posten.

Man muss wissen, wen man wann und wo erreicht

Anders zum Beispiel Google+: Dort ist man auf dem falschen Dampfer, wenn man abends und nachts postet. Die schlechteste Zeit für Veröffentlichungen auf Facebook ist zwischen Mitternacht und 8 Uhr morgens, auf tumblr kann man getrost den kompletten Vormittag abhaken. Twitter ist zwischen 8 Uhr abends und 8 Uhr morgens entvölkert und Instagram zeigt interessanterweise das gleiche Verhalten wie Facebook.

Liegt das daran, dass Instagram zu Facebook gehört? Möglich. Wahrscheinlicher ist aber aus meiner Sicht die Tatsache, dass Instagram und Facebook gleichsam populär sind und dementsprechend dann am meisten genutzt werden, wenn die meisten Menschen online sind. Vor allem für Firmen und Advertiser, die soziale Netzwerke nutzen, um mehr Reichweite zu generieren und ganz grundsätzlich, um auf sich aufmerksam zu machen, sind die Erkenntnisse der Infografik sehr interessant. Übrigens: Für Newsletter dürften ganz ähnliche Zeitfaktoren wichtig sein.

Zwar zeigen sie im Prinzip „nur“ ein Negativ dessen, was man bisher stets als „die besten Zeiten“ für Veröffentlichungen in Social Media herangezogen hat. Dennoch ist es eindrucksvoll zu sehen, wie es sich mit den „negativen Zeiten“ im Detail verhält. Wichtig ist und bleibt es, die eigenen Marketing-Aktivitäten daran auszurichten, wann man die eigene Zielgruppe (die man so gut wie möglich kennen sollte) generell online ist. Das kann auf Facebook zwischen 8 Uhr morgens und 20 Uhr sein, muss es aber nicht. Zielgruppenanalyse und Marktforschung in Kombination mit der Kenntnis dessen, welcher Content überhaupt und im Idealfall am besten funktioniert, bleibt eine der wichtigsten Aufgaben beim Online Marketing.

bjoern-tantau-social-media-marketing

Björn Tantau

Unternehmensberater, Keynote Speaker, Coach und Autor

Profitiere von meiner Expertise

Positioniere dich weit vor deinen Konkurrenten

Share on facebook
Facebook
Share on linkedin
LinkedIn
Share on twitter
Twitter
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp

25 Kommentare zu „Social-Media-Todeszonen: Wann man auf Facebook und Co. keine Inhalte posten darf“

  1. Hallo Björn,

    ein sehr lesenswerter Artikel von Dir. Zeigt dieser doch, dass Social Media Fleißarbeit bedeutet. Genauso verdeutlicht er, dass Social Media Manager/innen viele Faktoren zu beachten haben, wollen sie „erfolgreichen Content“ publizieren.

    Sonnige Grüße, Ralph

  2. Vielen Dank für Deine Ausführungen.

    Allerdings muss ich Dir in einem Punkt etwas widersprechen!

    Twitter!

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ab 20:00 Uhr unsere Twitter-Accounts rennen wie die Pest! Da ist teilweise sogar mehr los als tagsüber.

    Sicherlich kommt es auch auf das Thema an, worüber man twittert und natürlich auch, woher die Twitter-Follower kommen. Also, sollte man u.a. die Zeitverschiebung beachten.

    LG

  3. Hallo Tanja,

    Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, das habe ich in meinem Artikel ja auch kurz angerissen. Grundsätzlich aber kommt das schon hin, dass viele Menschen abends eben zum Beispiel unterwegs sind oder einen Film schauen und dann nicht so aktiv im Internet sind. Der Second Screen mag da natürlich aktuell dran rütteln, aber wenn man Tatort schaut, twittert man auch eher begleitend zum Tatort und nicht zu einem Fußballspiel.

    Gruß
    Björn

  4. „… deutsche Team dann spielt, erreicht man in der Regel so gut wie niemanden. Nachvollziehbar…“

    GERADE, wenn das Nationalteam spielt, brummt jede Fanpage, die sich mit Fußball beschäftigt. Genauso wie Donnerstags um 21:00 Uhr #gntm Traffic-peaks beschert oder Sonntags um 14:00 Uhr Formel1.

    Ich würde SecondScreen signifikant stärker einschätzen, als die in der Infografik genannten Daten. (die im übrigen Zeitdifferenzen für global events nicht berücksichtigen)

    So gesehen sind die Infos hart an der Grenze zu „falsch“

  5. Hallo Thomas,

    natürlich brummt jede Fanpage, die sich mit Fußball beschäftigt, wenn das Nationalteam spielt. Aber der Rest eben nicht. Und genau das ist damit gemeint. Ausnahmen bestätigen die Regel. Deswegen sind die Infos nicht „hart an der Grenze zu ‚falsch'“. Ganz im Gegenteil: Bei einer so spartanisch gehaltenen Infografik kann nicht jeder einzelne Aspekt genauestens beleuchtet werden. Und ein solcher Anspruch wurde auch nie angemeldet.

    Gruß
    Björn

  6. Mittlerweile wird bei Facebook und Co. auch gerne mal abends während des Fernsehguckens rum gesurft. Grade bei den Werbepausen überbrückt man hier mit seichter Unterhaltung die Zeit. ^^

  7. Ich kenne die Zielgruppe dieser Infografik nicht, für wen da also ein Mehrwert geboten werden soll.

    Für Anfänger/Laien mM bedenklich, weil sie vielleicht wirklich glauben, was da oben steht (und das nun eben nicht immer stimmt).

    Bei Menschen, die damit ihr Geld verdienen, werden wohl beim Drüberlesen die gleichen Fragezeichen auf der Stirn aufgetaucht sein, wie bei mir. Es wird halt suggeriert, als ob es da starre, im Formeln gießbare Zusammenhänge gäbe. Der Teufel liegt aber genau in den Details der unterschiedlichen Fanpages, welche in der Infografik halt weggelassen wurden.

    Ähnliches würde ich zB auch über die generelle These „Adwords performen nicht!“ sagen. Stimmt vielleicht bei manchen Kampagnen, sicher nicht bei bei allen.

  8. Hallo Thomas,

    „Ausnahmen bestätigen die Regel“, schrieb ich schon als Antwort auf deinen ersten Kommentar. Und ich schrieb auch, dass nicht jeder einzelne Aspekt genauestens beleuchtet werden kann. Insofern kann ich jetzt auf deinen neuerlichen Comment nichts mehr erwidern, bis auf das: Das Thema scheint dich sehr zu beschäftigen – was hältst du davon, selbst einen Artikel dazu zu schreiben, in dem du dann auf die Details eingehst und alles ganz genau erklärst? Das verlinke ich dann hier auch gern.

    Was meinst du?

    Gruß
    Björn

  9. Hallo Björn,

    ich vermisse bei der Infografik 1-2 Hintergrund-Fakten: Wer hat sie erstellt? Wie sieht dessen Hintergrund(wissen) aus? Im Hinblick auf welche Zielgruppe wurde die Grafik erstellt.

    Wie du und auch der Großteil der Kommentatoren festgestellt haben, ist die Grafik so nicht allgemein anwendbar, sondern eben nur für manche Branchen / Produkte.

    Randnotiz: Daumen hoch für deinen Umgang mit kritischen Kommentaren.

  10. Hallo Udo,

    die Grafik stammt aus den USA. Den Quellenverweis dazu findest du direkt darunter. Zur Erstellung der Infografik liegen mir keine detaillierten Infos vor. Grundsätzlich geht es bei solchen Infografiken auch eher darum, das Prinzip zu verdeutlichen. Das glaube ich hat gut funktioniert und insofern erfüllt der Content hier seinen Zweck. Natürlich kann man viele Faktoren noch genauer und tiefer betrachten. Über das Thema „Social Timing“ könnte man ein ganzen Buch schreiben – vielleicht mach ich das ja auch noch 😉

    Gruß
    Björn

  11. Ich bin v.a. auf Facebook aktiv. Und ja, es lohnt sich, die Facebook-Statistik mal aufzurufen und zu schauen, wann denn die eigenen Fans v.a. online sind. Schwierig wird es, wenn – wie bei uns auf http://www.facebook.com/lostin.ch – die Online-Kurve der Fans sich relativ konstant über den Tag hinzieht. Was wird dann empfohlen?

  12. […] Social-Media-Todeszonen: Wann man auf Facebook und Co. keine Inhalte posten darf – Mal was anderes: Wann man Menschen in den unterchiedlichen Netzwerken nicht erreicht. Falls man seine Ruhe haben will. Oder, falls man wissen will, wann man nicht posten darf. […]

  13. Das ,,Social Timing“ ist meiner Meinung nach richtig und wichtig. Jedoch würde ich mich grundsätzlich nicht starr daran halten. Der Mix macht´s! Einige Leute erreichst du manchmal eher per ,,Zufallstreffer“ in den Sozialen-Kanälen. Außerdem gilt es zu beachten, dass wenn alle sich an dieses Timetable halten, die Flut an Informationen zu den Stoßzeiten entsprechend hoch ist – und damit die Konkurrenz für deinen Content.

    Danke für den Artikel! Ich wollte dir gerade 5 Sterne geben aber musste mit Bedauern feststellen, dass du kein Ratingsystem hast. Why Not? Microdata? Rich Snippets und so? 🙂

  14. Hallo Steven,

    die Masse erreichst du leider nicht mit Zufallstreffern – wenn es also dein Ziel ist, viel Traffic zu generieren, dann musst du dich auf jeden Fall an bestimmte Zeiten halten!

    Und zum Ratingsystem: Hatte ich mal, sehe ich aber keinen Vorteil drin.

    Ich sehe in meinen Analytics, wie lange und intensiv sich meine Besucher mit meinem Content auseinandersetzen – da brauch ich keine Sternchen, die das nach außen transportieren.

    Außerdem ist dieses „Feature“ in meinen Augen auch kein Qualitätsfaktor mehr – dafür haben zu viele SEOs zu viel damit herumgespammt 😉

    Gruß
    Björn

  15. Vielen Dank für diesen Tollen Artikel ich nutze seit einige Zeit Blog2Social um Beiträge zu Bestimmten Zeiten zu Posten, mal schauen wie sich das noch entwicklt.

  16. Wirklich sehr schöner Beitrag. Ist ja auch ziemlich logisch, dass man bei gutem Wetter keinen erreicht, wer start den bei einem schönen Wetter in sein Smartphone. Da geh ich lieber in die Stadt ein Eis essen oder ins Schwimmbad.

    Wirklich ein gelungener Beitrag.

    Mit freundlichen Grüßen
    Reino B.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top