Ein Gastartikel von Walter Epp

In diesem Gastartikel zeigt dir Walter Epp, wie du so spannend schreibst, dass deine Leser einfach keine andere Wahl haben, als weiterzulesen. Deine Leser werden deine Texte verschlingen – nicht scannen. Sie werden deinem Text bis zum Ende treu sein. Bis dass der Tod euch scheidet. Die Scheidungsrate in Deutschland liegt bei über 40 Prozent. Menschen, die ganz viel Geld für eine Feier ausgeben, sich den weiten Weg zum Standesamt machen und sich sogar einen speziellen Anzug dafür kaufen, trennen sich heute vier mal häufiger als in den 60er Jahren. Wenn schon Paare so oft auseinandergehen, wie sieht es dann bei Lesern und Bloggern aus? Wie oft trennen sie sich?

10 Schreib-Hacks, die deine Leser zum weiterlesen zwingen

Durchschnittliche Öffnungsraten von Newslettern nach Thema | Quelle: Mailchimp

Die Zahl ist um einiges höher. Schau dir nur mal die geringen Öffnungsraten deiner Newsletter an. Oder die hohen Absprungraten deiner Webseite. Oder die Zahl der inaktiven Facebook-Fans. Die durchschnittliche Öffnungsrate eines Newsletters im Marketing-Bereich liegt nur bei rund 18 Prozent (siehe oben).

Das sind alles Menschen, die mal an dir interessiert waren – heute aber nicht mehr. Leser kommen und gehen und es wird immer schwieriger, sie zu treuen Lesern zu machen. Doch Rettung naht. In diesem Gastartikel stecken 10 Schreibhacks, die dir helfen, deine Leser zu fesseln – ohne ein Seil zu benutzen. Diese kleinen Schreibtricks machen deinen Text zu einer Rutsche: Der Leser wird erst aufhören, wenn er unten angekommen ist. Legen wir los…

1. Der Mini-Cliffhanger

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Jede gute Serie benutzt ihn, jeder gute Autor kennt ihn: den Cliffhanger. Der Begriff stammt aus dem Roman „A Pair of Blue Eyes“ von Thomas Hardy. Der Roman erschien Stück für Stück in einer Zeitschrift und lebte deshalb davon, Leser zur nächsten Ausgabe zu locken. Der Roman aus dem Jahre 1873 endete mit der Szene, in der der Protagonist an einer Klippe hängt und sich nur noch an einem Grasbüschel festhalten kann.

Was denkst du passierte mit dem Nachfolgeroman? Natürlich verkaufte er sich wie warme Semmeln. Es ist psychologisch sogar bewiesen, dass sich Menschen besser an unvollendete als an vollendete Handlungen erinnern. Sprich: Wenn du deine Leser zappeln lässt, dann vergessen sie dich nicht.

Doch wie kannst du das als Content Marketer oder Blogger für dich nutzen? Du kannst ja nicht jeden Artikel mit einem Cliffhanger beenden. Deshalb gibt es die Mini-Cliffhanger. Das sind kleine Cliffhanger am Ende eines Absatzes. So kriegst du den Leser dazu, den nächsten Absatz zu lesen. Und den nächsten. Und den nächsten.

Beispiel: „Unsere Umsätze sind explodiert, weil wir in unserer Facebook-Kampagne eine entscheidende Änderung vorgenommen haben. Diese Änderung war auf den ersten Blick eine Kleinigkeit – doch im Nachheinein hat sie das Geld sprudeln lassen. Welche Änderung war das? Wir haben den Call-To-Action verändert…“

Siehst du wie du sofort in den zweiten Absatz gesprungen bist, um die Änderung zu erfahren? Das sind Mini-Cliffhanger, die deine Leser zum Weiterlesen „zwingen“.

2. Das Versprechen

Dieses Stilmittel eignet sich besonders gut, wenn du Erklärartikel schreibst. Wir kennen Sie als die „Wie-du-Artikel“: „Wie du eine großartige Überschrift schreibst“, „Wie du eine Krawatte bindest“, „Wie du deinen Traumjob findest“ und so weiter…

Als Einstieg für solch einen Artikel empfehle ich das „Versprechen“. Gib deinen Lesern einen Ausblick, was sie im Artikel erwartet, was sie lernen und welchen Nutzen sie aus dem Artikel ziehen können.

Ein Beispiel für die erste Headline „Wie du eine großartige Überschrift schreibst„: In diesem Artikel zeige ich dir: „Warum die Überschrift wichtiger ist als der Rest deines gesamten Artikels“, „Was eine großartige Überschrift ausmacht“, „Welche Formel ich für meine Überschriften benutze – und die immer funktioniert“, …

Dieses Versprechen sorgt dafür, dass der Leser weiterliest, weil er auf die Erfüllung des Versprechens hofft. Aber Vorsicht: Wenn du etwas versprichst, dann musst du das Versprechen auch halten.

3. Der Kumpel

Woran erkennst du einen guten Verkäufer? Daran dass du ihn nicht als Verkäufer erkennst. Ein guter Verkäufer tritt nämlich als alles auf: als Freund, als Berater oder als Partner – aber nicht als „Verkäufer“. Wie er das schafft? Er erzeugt eine Atmosphäre des Vertrauens. Er bietet dir Kaffee an, spricht über deine Familie und über deine Hobbies. Denn er weiß: Je länger du im Geschäft bist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du das Auto kaufst.

Genauso ist es bei einem guten Text. Je länger der Leser im Text ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er später von dir etwas kauft – ein Buch, einen Kurs oder ein Coaching. Doch wie erreichst du eine Atmosphäre der Vertrautheit? Mit Empathie. Zeige, dass du die Gefühle des Lesers verstehst. Zeige, dass du die Sorgen und Nöte deiner Zielgruppe kennst. So bist du als Autor einer von Ihnen. Und in dem Fall hören dir Leser gerne zu.

Deshalb kann man es nicht oft genug sagen: Kenne deine Zielgruppe.

4. Das Spiel der Satzzeichen

Es gibt ein Satzzeichen, das deutlich unterbewertet ist. Man sieht dieses Satzzeichen recht selten in der deutschen Schreibszene. Ich dagegen benutze es sehr gerne. Dabei darf man es natürlich nicht zu oft verwenden, sonst nutzt es sich zu schnell ab.

Es ist: der Doppelpunkt.

Der Doppelpunkt ist so effektiv, weil er dem Leser symbolisiert, dass nach ihm etwas wichtiges kommt. Achtung, jetzt kommt der Hammer: Bämm! Funktioniert doch super, oder?

Bonus-Tipp: Schaffe mit Satzzeichen Abwechslung. Es gibt Punkte, Kommata, Fragezeichen, Ausrufezeichen, Gedankenstriche und Doppelpunkte – nutze sie alle. Mach mit Satzzeichen Musik.

5. Die kühne These

Vor kurzem habe ich einen genialen Blogartikel von Mark Manson gelesen. Die Headline war: „Der Sinn des Lebens ist ein Schinken-Sandwich“.

Eine provokative These. Und natürlich wollte ich wissen, was der Autor damit meint. Und dieser Dreckskerl hat die Auflösung erst im letzten Satz verraten. Natürlich habe ich deshalb bis zum Schluss gelesen!

Was ich daraus gelernt habe: Stelle zu Beginn eine kühne These auf, die deine Leser kaum glauben können – und verrate die Lösung nicht zu früh.

6. Mini-Geschichten

Hast du gemerkt, dass ich Punkt 5 mit einer Geschichte begonnen habe? Solche Mini-Geschichten baue ich immer wieder in meine Texte ein.

Geschichten, die nur aus ein paar Sätzen bestehen, zwingen deine Leser förmlich dazu weiterzulesen. Denn unser Gehirn ist auf Geschichten programmiert. Wir können nicht anders: wir lieben Geschichten.

Warum das so ist? Keine Ahnung. Aber ich weiß, dass es funktioniert. Baue deshalb Geschichten regelmäßig in deine Artikel ein. Vor allem als Einstieg ist eine Geschichte super effektiv.

7. Der kuriose Fakt

Wusstest du, dass die Aufmerksamkeitsspanne im Internet im Durchschnitt unter 8 Sekunden liegt – und damit unter der Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches? Genau so viel Zeit hast du, um die Aufmerksamkeit deines Lesers zu gewinnen. Wenn du ihn nicht nach 8 Sekunden überzeugt hast, dann ist er weg.

Eine Möglichkeit, die Aufmerksamkeit zu gewinnen und zu halten, ist mit einem kuriosen Fakt einzusteigen (so wie ich gerade in Punkt 7). Dieser Fakt sorgt für einen Aha-Effekt und der Leser liest weiter, weil er sich noch mehr Aha-Momente erhofft.

Eine Seite, wo du kuriose Fakten finden kannst, ist diese hier: interessante-fakten.de

8. Das Paradoxon

„Wie du 13.000 E-Mail-Abonnenten bekommst, ohne einen einzigen Blogartikel auf deinem Blog zu veröffentlichen!“

Das klingt zunächst unmöglich. Abonnenten bekommen, ohne Artikel auf dem Blog zu publizieren ist das reinste Paradoxon. Oder nicht?

Doch Jon Morrow von smartblogger.com hat es geschafft. Wie? Indem er nur eine Landing-Page einrichtete und Gastbeiträge schrieb wie ein Wilder. Als sein Blog dann online ging hatte er 13.000 Abonnenten.

Gehe Wege, die andere noch nie gegangen sind. Dann kannst du auch Texte schreiben, die niemand vorher geschrieben hat. Zu einem spannenden Text gehören auch spannende Erkenntnisse.

9. Die Frage

Wir Menschen können nicht anders: Wir antworten immer auf Fragen. Ob sie uns etwas angehen oder nicht.

Ist dir schon aufgefallen, dass ich dir bis zu diesem Zeitpunkt 17 Fragen gestellt habe?

Fragen machen nicht nur neugierig, sondern lassen den Text auch zu einer Konversation werden. Durch Fragen bekommt dein Leser das Gefühl, dass er mit dir am Tisch sitzt und einen Kaffee genießt – und da steht ja keiner einfach so auf und geht weg. Man wartet, bis der andere zu Ende gesprochen hat.

10. Die Pyramide

Stell dir vor: Du gehst durch die Wüste und siehst plötzlich die Spitze einer Pyramide. Du gehst weiter und siehst immer mehr von dem Prachtbau. Bleibst du jetzt einfach so stehen? Natürlich nicht. Du gehst so lange weiter, bis du die Pyramide in ihrer ganzen Pracht erblickst – von oben bis unten. Genauso funktioniert die „Pyramide“, ein Stilmittel, dessen Name ich mir selbst ausgedacht habe.

Sie funktioniert so: „Klick. Noch ein Foto mehr. Frank kann einfach nicht genug von Snapchat bekommen.“

Siehst du, wie ich ein Element nach dem anderen offenbare und nicht alles auf einmal zeige? Die langweilige Variante wäre: „Frank bekommt einfach nicht genug von Snapchat und macht deshalb ein Foto nach dem anderen.“

Bei der Pyramide wählst du zuerst einen sehr kurzen Satz, vielleicht sogar nur aus einem Wort. Dann einen etwas längeren Satz und dann einen Satz normaler Länge. So haben die Sätze die Form einer Pyramide – inhaltlich wie optisch.

Ich benutze dieses Stilmittel vor allem gerne als Einstieg, weil man so mit einem sehr kurzen Satz beginnen kann. Ganz nach der Regel: „Beginne mit einem Erdbeben – und dann langsam steigern.“

Mach deine Leser süchtig!

Ich bekomme häufig Mails von Lesern, die mir etwas beichten – und zwar, dass sie süchtig sind. Süchtig nach meinen Texten.

Ein Leser gab zu, dass ich ihm vom Arbeiten abhalte, ein anderer wollte den Artikel eigentlich nur kurz scannen und las schließlich bis zum Schluss – und nahm sich noch die Zeit, um zu kommentieren.

Wenn du die oben genannten Schreibhacks in deine Texte einbaust, dann wird dir das auch passieren. Leser werden nicht anders können, sie fühlen sich einfach gezwungen weiterzulesen. Und solche Leser vergessen dich nicht so schnell.

Ich wünsche dir ganz viele treue Leser.

Über den Gastautor

Walter Epp ist Autor und Blogger. Auf seinem Blog hilft er dir, besser zu schreiben, ein Publikum für deinen Blog aufzubauen und mit deinem Blog auch Geld zu verdienen. Klick hier und hol dir seine 11 Rezepte für unglaublich erfolgreiche Blogartikel.