Nutzt du schon Snapchat? Fakt ist: Snapchat erfreut sich immer größerer Beliebtheit und auf der ganzen Welt werden immer mehr Menschen Fans dieser simplen App. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Reichweite entsprechend monetarisiert werden will. Snapchat-Chef Evan Spiegel betont immer öfter, wie erfolgreich das eigene Produkt ist und nach eigenen Angaben werden mittlerweile nirgendwo anders mehr Videos mobil konsumiert als auf Snapchat. Und weil Spiegel mit Snapchat in Kürze wohl auch an die Börse will, müssen Mittel und Wege her, wie die globale Reichweite zu Geld gemacht werden kann. Genau dafür gibt es jetzt eine sehr interessante Methode, die meiner Ansicht nach nicht nur sehr einfach, sondern auch extrem effektiv ist:

„3V Advertising“ heißt das neue Zauberprodukt aus dem Hause Snapchat. Evan Spiegel höchstpersönlich stellte das neue Feature per Video im Snapchat Channel auf YouTube vor.

Laut Spiegel ist es Snapchat sehr wichtig, dass du als User bei der Nutzung der App nicht von Werbung „gestört“ wirst. Aus diesem Grund gibt es zum Beispiel keine Overlays, wie du das von YouTube gewöhnt bist.

Stattdessen werden Werbevideos immer mal wieder zwischen einzelne Snaps gemischt. Im Video mit Evan Spiegel wird das gut visualisiert: Statt die User Experience mit einer „aufgesetzten“ Werbebotschaft zu unterbrechen, siehst du als User ein Video, dass in den Stream integriert ist und thematisch zu den anderen dir gezeigten Videos passt.

Werbung auf Snapchat soll dich nicht nerven

Auf diese Weise leidet deine User Experience nicht. Außerdem will Snapchat auch kein Targeting-System einführen, wie es von Facebook bekannt ist.

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Das Wachstum von Snapchat kann sich sehen lassen

Das Wachstum von Snapchat kann sich sehen lassen (Quelle)

Evan Spiegel will die Privatsphäre seiner Snapchatter schützen und verzichtet deswegen auf eine solche Funktion. Video-Werbung auf Snapchat soll sich aber trotzdem für Advertiser lohnen, weil die „Promoted Snaps“ immer im Zusammenhang mit einem bestimmten Event stehen.

Im Klartext: Wenn du via Snapchat einem Event folgst (Snapchat sammelt Snaps von Usern, die bei Events live vor Ort sind und kuratiert diese Snaps zu „Stories“) und dir Videos von diesem Event anschaust, dann wird nur thematisch passende Werbung gezeigt. So können sich die Advertiser sicher sein, dass sie mit „3V Advertising“ die richtige Zielgruppe erreichen.

Optimale Zielgruppenfindung ohne Targeting?

Beispiel: Konzerne wie Coca Cola könnten auf Snapchat in einer Story Werbung für ein Musik-Festival machen. Es ist davon auszugehen, dass die Zielgruppe dort erstens vor Ort ist und zweitens auch gleich vor Ort das Getränk konsumiert (vor allem bei Festivals, die an sehr heißen Tagen stattfinden).

Snapchat revolutioniert mobile Video-Werbung durch 3V Advertising

Evan Spiegel will mit Snapchat Geld verdienen

Doch auch die Musikindustrie könnte bei Festivals Interesse an „Promoted Snaps“ haben, wäre es doch möglich, neue Singles und Alben von auftretenden Künstlern und Bans zu promoten. Denkbar sind auch viele andere Variationen, zum Beispiel bei Sport-Events.

Twitter hat bei der WM 2014 eindrucksvoll deutlich gemacht, wie groß das Potenzial von Menschen ist, die sich in Echtzeit über sportliche Events informieren wollen. Genau dieses Potenzial könnte Snapchat mit dem neuen „3V Advertising“ ebenfalls nutzen.

Landscape-Modus unerwünscht

„3V Advertising“ steht für „Vertical Video Views“ und soll ganz klar die Botschaft vermitteln, dass Snapchat nicht daran interessiert ist, Videos im Landscape-Modus zu bevorzugen. Die bisherige Ausrichtung, den kompletten, vertikalen Screen auf dem Smartphone für die Anzeige von Videos zu nutzen, soll sich auf keinen Fall ändern.

Damit bleibt sich Snapchat treu und ändert nichts an der bisherigen vertikalen Anzeige seiner Videos. Auch die Entscheidung, keine Targeting einzuführen, dürfte die Snapchatter erfreuen, denn so scheinen die persönlichen Daten zunächst sicher.

Denn bei allen Ankündigungen von Evan Spiegel, die Privatsphäre der User zu respektieren, fordert zumindest die Snapchat Android App sehr viele Berechtigungen an – bei der App für iOS sind es deutlich weniger. Zumindest scheint der Snapchat CEO aber zu wissen, dass er die Reichweite seiner App nur dann monetarisieren kann, wenn die User Experience so hochwertig wie möglich ist – oder lässt du dich für ein Produkt mit mangelnder User Experience begeistern?