Dass Facebook vor allem bei Teenagern auf dem absteigenden Ast sei, wird seit 2 Jahren in regelmäßigen Abständen festgestellt. Das mittlerweile 13 Jahre alte soziale Netzwerk wäre einfach nicht mehr cool genug, der „Coolness Faktor“ ist abhanden gekommen. Und auch wenn Facebook immer wieder versucht, alle beliebten Features der anderen Netzwerke innerhalb kürzester Zeit zu kopieren, laufen trotzdem die jungen Nutzer weg – zumindest wenn man einer neuen Studie aus den USA glaubt. Die bezieht sich zwar auf die Userzahlen in den USA und Großbritannien, könnte aber auch für andere Märkte Signalwirkung haben. Wo aber liegt überhaupt das Problem und warum verliert Facebook User an Snapchat (und auch an Instagram)?

Teenager lieben Snapchat mehr als Facebook

Teenager lieben Snapchat mehr als Facebook | Bild: Rohappy, Shutterstock.com

Schlägt Snapchat Instagram bis Ende 2017?

Im letzten Jahr schon war nicht mehr Facebook der Spitzenreiter bei den 12- bis 17-jährigen Nutzern – sondern Instagram. Doch auch für Instagram sagen die Marktforscher von eMarketer, einem zu Axel Springer gehörenden Marktforschungsinstitut, ungemütliche Zeiten voraus.

Laut ihrer Studien wird es Snapchat bereits zum Jahresende gelingen, Instagram bei Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren in den USA und Großbritannien vom Thron zu stoßen. Damit wären die Nutzerzahlen in den USA um mehr als 25 Prozent und in Großbritannien immerhin um über ein Fünftel gestiegen.

Ein rasantes Wachstum innerhalb einer doch recht kurzen Zeitspanne von nur einem Jahr. Dennoch erfreut sich Instagram, welche auch Snapchats Stories-Feature kopiert hat, grundsätzlich weiterhin sehr großer Beliebtheit bei jungen Nutzern (auch das geht aus der Studie hervor).

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Snapchat sackt nicht noch weiter ab

Laut eMarketer wandern mehr junge Facebook Nutzer zu Instagram und Snapchat ab, gleichzeitig seien auch die noch verbleibenden Nutzer Facebook nicht mehr so treu. Sie loggten sich immer seltener ein und verbrächten weniger Zeit in dem sozialen Netzwerk. Dieser Verlust hat sich in den USA und Großbritannien schon mehr als verdoppelt.

Waren es im vergangenen Jahr noch rund 1,2 Prozent sind es in diesem Jahr schon 2,8 Prozent in Großbritannien und sogar 3,4 Prozent in den USA. Und so profitiert die Aktie von Snapchat. Zwar liegen die Papiere von Snap noch immer rund 15 Prozent unter dem Startwert vom Börsengang Anfang März 2017.

Allerdings haben sie seit ihrem absoluten Tiefpunkt nach Bekanntgabe der letzten Quartalszahlen wieder zugelegt. Mit einem Anstieg von bis zu 7 Prozent an nur einem Handelstag und einem Aufwärtstrend legte die Snapchat Aktie insgesamt 30 Prozent zu.

Keine Panik bei Facebook

Auch wenn Facebook aktuell an der Börse keine Einbußen hat, sollten die Verantworltichen dennoch überlegen, wie das weltweit immer noch mit Abstand größte soziale Netzwerk auch für junge Nutzer wieder interessant werden kann. Das reine Kopieren der Features von anderen Netzwerken scheint nicht das Mittel der Wahl, wobei die Strategie bisher erstaunlich gut funktioniert hat.

Zudem weise ich immer darauf hin, dass Facebook schon seit deutlich mehr als 2 Jahren als „uncool“ gilt. Und mit Instagram und WhatsApp im Rücken kann Facebook es sich leisten, auf zwischenzeitliche Schwankungen entspannt zu reagieren. Natürlich darf sich niemand in Menlo Park auf seinen Erfolgen ausruhen, doch die aktuelle Meldung darf auch nicht überbewertet werden.

Ja, Facebook hat wohl ein Problem mit dem „Coolness Faktor“. Letztendlich dürften aber Mark Zuckerberg zahlungskräftige User deutlich lieber sein – denn mit denen lässt sich dank Facebook Ads Geld verdienen. Genau das ist das Problem mit Snapchat: es mag deutlich hipper sein als Facebook und Instagram, aber ein Jugendlicher von 15 Jahren hat in der Regel weniger „frei verfügbares Einkommen“ als ein erwachsener 35-Jähriger mit einem gut bezahlten Job.