Am 2. August 2016 wurden Instagram Stories eingeführt und was zunächst noch von vielen als „billige Kopie“ belächelt wurde, scheint sich jetzt als echte Gefahr für das Original herauszustellen. Snapchat verliert nicht direkt User, aber der Content dort wird immer weniger konsumiert – im direkten Vergleich zu Instagram Stories, denn seit Start des Features haben sich die Zugriffszahlen gut entwickelt und liegen jetzt bei 150 Millionen täglich aktiven Usern. Diese Zahl entspricht gleichzeitig der kompletten Userschaft, die Snapchat als ganze App im Sommer 2016 vermelden konnte. Hat Facebook also den Kampf gegen Snapchat gewonnen?

Instagram Stories: Kommt Snapchat unter die Räder?

Instagram Stories: Kommt Snapchat unter die Räder? | Quelle

Snapchat ließ Zuckerberg abblitzen

Wir erinnern uns: Im Herbst 2013 wollte Mark Zuckerberg Snapchat kaufen. Nachdem die Strategie mit der Übernahme vorher auch schon bei Instagram hervorragend geklappt hatte, schien das die einfachste Lösung. Snapchat CEO Evan Spiegel aber lehnte ab.

Überzeugt von seinem Produkt ließ er Facebook abblitzen, was zu diversen Versuchen seitens Facebook führte, Snapchat mit kopierten Apps in Bedrängnis zu bringen. Das funktionierte aber nicht und so wurden Apps wie „Slingshot“ schnell wieder eingestellt. Es schien, als würde Facebook kein Mittel gegen Snapchat finden.

2016 dann aber der Launch von Instagram Stories, letztendlich ebenfalls eine Kopie von Snapchat, nur eben in Instagram integriert. Der offensichtliche Plan: Warum eine App neu launchen und mühsam bekannt machen, wenn es die optimale App als „Wirt“ oder „Träger“ schon gibt? So nahm das Schicksal seinen Lauf und wenn du der obigen Grafik Glauben schenken willst, dann scheint der Plan von Facebook wirklich aufzugehen.

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Weniger Zuschauer auf Snapchat

Zwischen Juli und November 2016 hat die Anzahl der „Unique Viewers“ auf Snapchat um 40 Prozent abgenommen. Oder um es anschaulicher zu erklären: Statt 10 sitzen jetzt nur noch 6 jeweils unterschiedliche Leute vor ihren Smartphones und schauen sich die Stories auf Snapchat an.

Zufall? Wohl kaum, denn auch die Menge des eingestellten Contents ist in den letzten Monaten zurückgegangen. In den USA, wo Snapchat deutlich stärker vertreten ist als hierzulande, macht sich das entsprechend stärker bemerkbar. Und als ob das nicht reichen würde, gibt es bei Instagram zudem auch noch bessere Werte für Influencer, wie Techcrunch berichtet.

Für Snapchat selbst kommt diese Entwicklung zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt, weil derzeit alles nach einem bevorstehenden Börsengang aussieht. Aktuell wird damit gerechnet, dass dieser Börsengang in Kürze konkret angekündigt wird. Spätestens dann wird sich zeigen, wie groß das Vertrauen potenzieller Aktionäre in Snapchat ist.

Instagram hat einen hohen Preis gezahlt

Instagram Stories könnten dafür sorgen, dass Snapchat insgesamt weniger relevant im Marketing Mix wird – aber ganz aus dem Weg wird sich Snapchat nicht räumen lassen. Letztendlich musste Instagram für seine eigene Transformation einen hohen Preis zahlen, weil sich die App sehr verändert hat. Stand Instagram früher für Bilder und Fotos mit künstlerischen Anspruch, so ist dieser Anspruch mit den Stories jetzt so nicht mehr zu halten.

Das weiß man auch bei Snapchat und versucht sich entsprechend erneut abzugrenzen. Instagram mag Snapchat mit seinen Stories erfolgreich kopiert und teilweise verdrängt haben, Snapchat hat derzeit aber doch immer noch die lebhaftere Userbase. Auch das kann sich natürlich ändern, aber speziell mit der Einführung von Spectacles hat Snapchat einen extrem cleveren Move gemacht.

Die kommenden Monate werden zeigen, wessen Konzept letztendlich besser geeignet nicht. Fakt ist, dass es um viel Reichweite geht, wenn auch Geld verdient werden soll. Die Rechnung ist also einfach: Mehr Reichweite erzeugt mehr Umsatz – und da hat Instagram, natürlich auch durch die massive Hilfe von Mutterkonzern Facebook – bisher definitiv die besseren Karten.