Videos wohin das Auge surft. Wo YouTube lange Jahre als Platzhirsch tun und lassen konnte was es wollte, gibt es inzwischen massive Konkurrenz. Insbesondere Facebook hat in der jüngsten Vergangenheit wirklich alles dafür getan, Videos im eigenen Newsfeed zu pushen. Und nicht nur dort: Auch Instagram ist mittlerweile vor allem wegen der Stories Funktion voll von Videos. Doch wo so viel neuer Content auf uns einstürmt… wie schaut es da mit den Ergebnissen auf Seiten der Publisher aus? Werden wirklich die richtigen Zielgruppen bespielt? Wie intensiv werden die Menschen in diesen Zielgruppen erreicht? Und am wichtigsten: Wie werden zum Beispiel die Ansichten der Videos, als die Video Views, von den einzelnen Plattformen gezählt?

Der Erfolgsleitfaden für Videometriken

Der Erfolgsleitfaden für Videometriken | Hinweis: Infografik darf runtergeladen, kopiert und verteilt werden

Videos als „Content Dampfwalze“?

Gleich vorab die Informationen: Für diesen Artikel und die von mir erstellte Infografik habe ich mich bei Buffer inspirieren lassen. Das „Problem“ mit Infografiken ist, dass es sehr viele sehr gute Infografiken gibt – doch ebenso viele davon sind nicht in deutscher Sprache verfasst, was für viele Menschen immer noch eine unnötige Barriere darstellt.

Aus diesem Grund habe ich diese Infografik angepasst, umgebaut und „eingedeutscht“ – und deswegen wollte ich den Verweis auf das „Original“ auch nicht unter den Tisch fallen lassen. Meine Version der Infografik heißt „Erfolgsleitfaden für Videometriken“ und der Titel ist Programm. Klar – letztendlich sollte es reichen, möglichst viele Menschen mit deinen Videos zu erreichen, doch was bringt dir das, wenn diese Menschen im Zweifel nur einen Bruchteil deines Videos sehen?

Die Frage mit der Zählung der Video Views ist nicht der einzige Aspekt, der untersucht werden muss, um den tatsächlichen Erfolg (d)eines Videos zu beurteilen. Auch ob sich ein Video automatisch „öffnet“, also ob es ohne aktives Zutun des potenziellen Betrachters startet oder nicht, ist interessant zu wissen. Und genau diese Fragen klärt meine Version der Infografik.

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YouTube, „Grande Dame“ des Videomarketings

Mein „Erfolgsleitfaden für Videometriken“ nimmt sich die gängigen Anbieter vor, die derzeit insbesondere für die massive Verbreitung von Videos stehen – mal abgesehen von Periscope im deutschsprachigen Raum, dennoch habe ich diese Quelle ebenfalls berücksichtigt. Grundsätzlich ist es sehr spannend, wenn man sich mal im Detail anschaut, wo die jeweiligen Grenzen liegen.

Genau dann wird nämlich auch deutlich, warum einzelne „Anbieter“ so schnell mit Videos wachsen konnten – zumindest auf dem Papier. Beispiel Facebook: Keine Frage eines der besten sozialen Netzwerke, wenn es um Reichweite geht. Ich selbst weiß das ganz genau, denn ein nicht zu vernachlässigender Teil meines eigenen Traffics hier auf der Website stammt natürlich von Facebook, besser gesagt von meiner Facebook Unternehmensseite und meiner Facebook Gruppe „Frag den Tantau: Online Marketing endlich verständlich!

Facebook Werbeanzeige mit einem Video erstellen

Facebook Werbeanzeige mit einem Video erstellen

Was also zählt als „Video View“, als echte Ansicht eines Videos von einer Person? YouTube als „Grande Dame“ des Videomarketings im Internet setzt da Maßstäbe: 30 Sekunden muss man zuschauen, um tatsächlich als reiner Video View zu zählen. YouTube ist da recht konsequent und verteilt sogar Seitenhiebe auf andere Plattformen, wie zum Beispiel Facebook.

Deutlicher Seitenhieb auf Facebook

So heißt es bei YouTube: „Ein Aufruf sollte ein Messwert für tatsächliches Interesse und kein Indiz dafür sein, wie viele Nutzer versehentlich oder ohne es zu wissen die Wiedergabe des Videos gestartet haben.“ Das sitzt und soll natürlich darauf hinweisen, dass auf Facebook viele Video Views allein schon deswegen zustande kommen, weil man als User einfach nur den eigenen Newsfeed betrachtet.

Facebook nämlich hat eine sehr viel tiefere Grenze für die Messung „echter“ Video Views: Schon nach 3 Sekunden wirst du dort als „Zuschauer“ gezählt – eine sehr kurze Verweildauer, die tatsächlich oft schon erreicht wird, wenn du einfach nur deinen Newsfeed durchscrollst. Und als ob das nicht reichen würde, werden bei Facebook Videos unter 30 Sekunden auch noch automatisch wiederholt.

Bitte nicht missverstehen: Es geht hier nicht darum, irgendwelche Anbieter zu dissen oder zu bashen. Es geht darum, zu verdeutlichen, wie hoch die Anforderungen für das „Einsammeln“ echter Interessenten sind – denn es lässt schon Fragen offen, ob sich jemand wirklich aktiv für ein Video interessiert, wenn er nur 3 Sekunden zuschaut und sich dann vielleicht schon wieder anderem Content zuwendet.

Facebook optimiert Metriken für Advertiser

Bei Instagram verhält es sich insgesamt etwa ähnlich, Snapchat zum Beispiel hat überhaupt keine Mindestverweildauer – viel gebracht hat es dem (ehemaligen) Shooting Star allerdings nicht. Ich würde nicht soweit gehen und behaupten, dass Snapchat gescheitert ist, dafür ist die aktive Userbase dann doch zu groß. Aber im Vergleich vor allem zu Instagram und den dort eingeführten Stories kann Snapchat schon heute nicht mehr mithalten.

Konsum von Videos im Internet steigt massiv

Konsum von Videos im Internet steigt massiv | Quelle

Der Kampf um die Zuschauer im Internet läuft längst auf Hochtouren und natürlich ist da jedes Mittel recht, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Problematisch werden solche Zahlen wie „3 Sekunden Verweildauer“ erst dann, wenn Werbung ins Spiel kommt. Als Advertiser bin ich nicht bereit, schon 3 Sekunden Zuschauerzeit zu bezahlen, auch wenn das zum Beispiel auf Facebook weniger als 1 Cent pro Aufruf sein mag.

Glücklicherweise hat man das bei Facebook auch schon eingesehen und bietet Werbetreibenden die Möglichkeit, Video Views zum Beispiel erst nach 8 oder 10 Sekunden abrechnen zu lassen. Das ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung und vor allem wichtige eine Maßnahme, um das Vertrauen in das Ökosystem „Facebook Ads“ zu stärken.

Fazit

Je fortschrittlicher die Technik wird und je besser die Anbindung mit schnellem Internet ist, auch und vor allem bei mobilen Endgeräten, desto wichtiger werden Videos werden. Schon heute sind die eigentlich für effektives Online Marketing unverzichtbar und selbst wenn du nicht über extreme technische Möglichkeiten verfügst, um auf YouTube Videos als Hochglanzprodukte abzuliefern, kannst du zum Beispiel mit einem iPhone und einem Ansteckmikrofon schnell und einfach auf Facebook oder Instagram Live gehen. Das sorgt definitiv für eine sehr viel stärkere Userbindung als bei anderen Formaten. Schau dir aber auch dafür meinen Erfolgsleitfaden für Videometriken an – damit du verstehst, wie du deine Zielgruppe besser und vor allem nachhaltiger erreichst.