Die zahlreichen Produkte und Dienstleistungen von Google haben sich in den vergangenen Jahren in vielerlei Hinsicht bewährt und sind entsprechend beliebt. Googlemail zum Beispiel bietet ein sehr flexibles und anpassbares Online-Mailingsystem mit viel Speicherplatz. Seit Google Plus im Konzern aufgetaucht und gefördert wird, ticken die Uhren aber scheinbar anders. Aktuell ist es nämlich so, dass man als Google-Plus-User zwangsrekrutiert wird – auch, wenn man das gar nicht möchte.

So bekommt seit einigen Tagen jede/r, der/die sich für einen neuen Google Account anmeldet (zum Beispiel, weil man eben ein Konto bei Googlemail einrichten oder andere Services nutzen will, dabei kann es sich auch um die Freischaltung eines Android-Smarthpones handeln) automatisch gleich ein Konto bei Google Plus mit aufgedrückt.

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Der Hintergrund dürfte klar sein: Google will die Nutzerzahlen seines sozialen Netzwerks weiter mit aller Macht in die Höhe treiben. Erst kürzlich wurde offiziell gemeldet, dass nun schon 90 Millionen Menschen weltweit bei Google Plus angemeldet seien. Wie viele Personen das Netzwerk allerdings aktiv nutzen, dazu schwieg man sich bisher aus (und diese Zahl wäre in der Tat viel interessanter).

Mit dem aktuellen Vorgehen wird Google garantiert erfolgreich sein, wenn es darum geht, die reinen Nutzerzahlen optisch in die Höhe zu treiben. Allerdings ist ein solches Vorgehen nicht wirklich hilfreich, denn: Es ist überhaupt nicht gesagt, dass all jene, die bei Google Plus angemeldet sind, obwohl sei eigentlich etwas ganz anderes wollten, auch zu aktiven Nutzerinnen und Nutzern werden. Ich persönlich denke, dass das eher nicht der Fall sein dürfte.

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Zugegeben, Google hat viel Zeit und Energie in Google Plus gesteckt und bemüht sich, das eigene soziale Netzwerk ständig mit Verbesserungen und Neuerungen auszustatten. Die aktuelle Vorgehensweise kann man aber eigentlich nur als „plump“ bezeichnen, zumal hinlänglich bekannt ist, dass vor allem im Bereich Social Media die reine Anzahl von Nutzerinnen und Nutzern kein Qualitätsmerkmal ist. Vielmehr geht es um die Interaktionsrate. Es dürfte Google also nicht viel bringen, wenn man zig Millionen „User“ hat, von denen aber verhältnismäßig nur wenige wirklich interagieren oder aktiv sind.

Außerdem sorgt man mit „Zwangsrekrutierungen“ für Google Plus nicht unbedingt dafür, dass das soziale Netzwerk in der öffentlichen Wahrnehmung beliebter wird. Das Gegenteil könnte sogar der Fall sein – durchaus denkbar, dass es Personen gibt, die wegen der Zwangsmaßnahme gleich gänzlich auf die Nutzung von Produkten und Dienstleistungen aus dem Hause Google verzichten. Schließlich gibt es für fast jedes Produkt von Google auch immer noch eine Alternative.