Von heute auf morgen zum Superstar? Dank YouTube kein Problem. Jeder hat die Möglichkeit, auf dem weltweit größten Video-Portal entsprechende Filme einzustellen. Manch einer teilt Informatives mit oder eröffnet eine eigene Seite und generiert ständig neuen Content. Bei entsprechenden Klickzahlen ist es nicht ausgeschlossen, dass sich zum Beispiel auch TV-Sender dafür interessieren. Das war bei „Sexy Julia“ der Fall. ProSieben meldete sich und schickte sie in die Wüste. Bis zu eine Million mal werden ihre Clips auf dem Portal angeschaut. Das reichte, um sie als vermeintliche Prominente für das TV-Format „Reality Queens“ einzuladen. Der eigentliche Schlüssel zum Erfolg auf YouTube ist aber der Humor. Das ergab jetzt eine umfangreiche YouTube-Studie.

YouTube-Studie beweist: Comedy zieht am besten

Sehgewohnheiten herausfinden

Andere Formate wie Vimeo oder myvideo können YouTube in Sachen Verbreitung nicht das Wasser reichen. Jeder kann sein eigener Regisseur sein, Filme produzieren und sich darstellen. Doch Erfolg stellt sich nicht so ohne weiteres ein.

So gibt es laut YouTube-Studie bestimmte Sehgewohnheiten. Die Untersuchung hat analysiert, welche YouTube-Kanäle die erfolgreichsten sind und welche am meisten Abonnenten haben. Am beliebtesten sind Spiele, Musik und vor allem Comedy.

80 Prozent der Top-100-Kanäle kommen aus diesen Genres. Auffällig sind auch die unterschiedlichen Längen der eingestellten Videos und wie lange Konsumenten Videos anschauen.

Wichtig: Viel Content und Geduld

Musikvideos mit 3 bis 5 Minuten sind in der Regel kürzer als ein Videospiel, das mit einem aufwendigen Trailer auf sich aufmerksam machen will. Videos, die das Thema Games behandeln, sich in der Regel um die 15 Minuten lang.

Dennoch werden die meisten Filme laut YouTube-Studie oft nur bis zur Hälfte angeschaut, ganz egal ob es sich um Musik oder um Spiele handelt. Wer sich auf YouTube etablieren möchte, braucht viel Content – und vor allem Geduld. Erste Aufmerksamkeit erregt man über die Verbreitung auf den üblichen sozialen Netzwerken wie Facebook, Google+ oder Twitter.

100 Stunden Material werden pro Minute hochgeladen. Da muss man sich einiges einfallen lassen und sich eine große Fangemeinde erarbeiten, um wirklich dauerhaft in den Köpfen der Leute hängenzubleiben. Manchmal scheint es aber sehr einfach zu sein, auch ohne viel Content. Ein verrückter Tanz wie der „Gangnam Style“ vom Koreaner Psy kann da hilfreich sein.

Aktualität zweitrangig

Was noch verwundert, ist übrigens die Tatsache, dass es den Nutzern größtenteils egal ist, ob das Video, das sie sich anschauen, aktuell ist. Allein im Juni dieses Jahres wurden laut YouTube-Studie über 30 Prozent Archivvideos aufgerufen.

Für Produzenten, die mit kurzfristigen Aktionen schnellen Erfolg haben möchten, kein motivierendes Ergebnis. Auf der anderen Seite bedeutet dieses Ergebnis aber auch, dass es auf YouTube wirklich möglich ist, sind eine Community aufzubauen, die langfristig treu ist.

Mehr noch: Wer einmal ein gutes Video platziert hat, kann davon dauerhaft profitieren. Somit empfiehlt es sich aus meiner Sicht auch für YouTube solche Inhalte zu produzieren, die einen echten Mehrwert haben und den Konsumenten Vorteile bieten. Tutorials oder DIY-Anleitungen sind dafür gute Beispiele. Schließlich kann nicht jeder ein weltweit viral wirkendes Video wie Psy mit seinem „Gangnam Style“ abliefern.