Mit ein paar Klicks zum Millionär? Davon träumen wohl viele: Ein Video drehen, das auf einer guten Idee basiert, bei YouTube hochladen und darauf warten, dass durch Hundertausende oder Millionen von Klicks die Kasse klingelt. Doch wer sich schon rudimentär mit YouTube auskennt, weiß wie anspruchsvoll dieser Versuch ist. Natürlich eignet sich YouTube bestens zur Präsentation eines Videos, das dann im Idealfall seinen Streifzug durch die sozialen Netzwerke und das Internet macht, indem es von Interessierten geteilt wird. Um aber damit wirklich Geld zu verdienen, muss ein bisschen mehr Gas gegeben werden. Und ein ganz anderes Problem kommt noch hinzu: Es bedeutet viel Arbeit und die Prozente, die einem von den Einnahmen zugeteilt werden, sind verschwindend gering, behaupten zumindest zahlreiche Produzenten. Und da ist es nicht verwunderlich, dass sich viele junge Videofilmer von YouTube betrogen fühlen und gestresst das Handtuch werfen.

YouTube-Produzenten genervt: "Wir sind unterbezahlt!"

Dreistelliger Millionenbereich

Viel Glück gehört dazu und am besten eine weltweite Aufmerksamkeit, möchte man seine Videofilmerei wirklich gewinnbringend nutzen. Die positiven Beispiele liegen nicht selten im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich, so wie das Filmchen von Ylvis.

Im norwegischen Clip „The Fox“, der 2013 extrem häufig abgerufen wurde, geht es mit lustigen Tanzeinlagen um die Laute eines Fuchses. Bei Veröffentlichung dieses Artikels lag die Klickzahl bei mehr als 350 Millionen.

Die Gründe dafür, dass die Macher oft gefrustet sind, sind zum Beispiel sinkende Werbeeinnahmen.

Sinkende Einnahmen, steigende Kosten

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Dass es weniger spannend als erwartet ist, ein Videostar zu werden, hat jetzt die New York Times in einem Artikel offenbart.

Dort geht es unter anderem um Produktionspartner von YouTube, die zwar an den Werbeeinnahmen beteiligt sind, bei denen sich aber auch schnell durch den hohen Produktionsaufwand ein nettes Sümmchen ansammelt.

Der Aufwand und die Kosten stehen häufig nicht im Verhältnis zu dem, was unterm Strich wirklich übrig bleibt. YouTube ist nicht erst seit gestern ein Massenmedium mit unzähligen Clips, die sich gegen sehr viel und teilweise auch harte Konkurrenz behaupten müssen.

Rund eine Million Produzenten

Die Zahl der so genannten Partner, die an den Werbeeinnahmen beteiligt sind, ist gigantisch. Rund eine Million kämpfen um Aufmerksamkeit im unüberschaubaren Clip-Dschungel. YouTube selbst bekommt von der Werbung 45 Prozent. Jedoch sinken die Preise für die Unternehmen, die Werbung schalten wollen. Gut für den Inserenten, Pech für den Clip-Produzenten.

Die harten Fakten: Für 1.000 Views werden 7,60 US-Dollar verlangt. 2012 lag der Preis bei 9,35 US-Dollar – ein Rückgang von fast 20 Prozent. Wer zu den besten Kanal-Betreibern gehört, kann sich glücklich schätzen. Hier können schnell sechsstellige Dollar-Summen in zwölf Monaten zusammenkommen. Olga Kay ist eine dieser Kanal-Betreiberinnen.

Es heißt, sie verdiene pro Jahr etwa 130.000 US-Dollar und hat fünf Kanäle. 130.000 US-Dollar klingen viel. Aber bei fünf Kanälen, jeder Menge Content, einem hohen Produktionsaufwand, technischer Ausstattung und einem Team im Rücken, das bezahlt werden möchte, sind das keine Reichtümer.

Die richtige Adresse?

YouTube-Business-Chef Robert Kyncl sagt zwar, dass YouTube die richtige Adresse sei, um seine Clips zu promoten und sich große Aufmerksamkeit zu verschaffen. Allerdings räumt er auch ein, dass es gut wäre, nebenbei andere Einnahmequellen zu haben und sich nicht nur auf YouTube zu verlassen.

Im besten Falle wird man wegen seines Clips von TV-Sendern oder Radiostationen entdeckt, bekommt dadurch neue Aufträge oder Partner. Y-Titty ist so ein Beispiel. Mit ihrer Song-Parodie „Thrist Shop“ von Macklemore und Ryan Lewis wurden sie für die EinsLiveKrone nominiert. Dennoch: Das bleibt die Ausnahme. Olga Kay spricht mit ihrer Aussage vielen YouTube-Machern aus dem Herzen: „Wir sind unterbezahlt!

Schließlich wird von den Produzenten alles übernommen, das Konzept, die Produktion, das Marketing und das für einen eher niedrigen Gewinn. Kann man mit YouTube also noch reich werden? Es scheint nicht so. Trotzdem ist YouTube wichtig, zum Beispiel als Reichweiten- und Branding-Kanal im Online Marketing. Allerdings werden die Umsätze hier auch eher selten über YouTube, sondern durch andere Quellen generiert.