Die Idee klingt nicht schlecht, die unzähligen Protagonisten wird es freuen. Endlich können Nachwuchsmusiker mit ihren hochgeladenen Videos und ihren Songideen auf noch mehr Anerkennung hoffen als bisher. Mit den YouTube Music Awards startet im November das erste Event dieser Art und will gleich ein Zeichen gegenüber MTV setzen. Grundsätzlich eine großartige Idee, die für ziemlich viel Aufsehen in der Musikwelt sorgen könnte, wenn sie sich langfristig durchsetzt und nicht nur eine Eintagsfliege bleibt. Gute Beispiele gibt es genügend. Sängerinnen und Sänger, die durch ihre Videos auf YouTube bekannt geworden sind wie der Berliner Rapper MCFitti zum Beispiel, der im vergangenen Jahr mit seinem Song „30 Grad“ über eine Million Klicks schaffte. Jetzt ist er auf dem besten Weg, zum neuen deutschen Superstar aufzusteigen. Aber kann das Konzept, das überwiegend auf Nachwuchskünstler setzt, sich wirklich mit etablierten Veranstaltungen messen?

YouTube Music Awards: Angriff auf MTV?

Musikvideos haben YouTube bekannt gemacht

Bei den Bands sind es hierzulande die Jungs von Y-Titty, die Interneterfolge mit ihren Videos feiern. Es ist ein Comedy-Trio, das jetzt sogar sein erstes Album „Stricksocken Swagger“ auf den Markt bringt.

International sind es Künstler wie Lana Del Rey oder Stromae, die ihre erste große Aufmerksamkeit ursprünglich via YouTube erlangten. Hauptsächlich waren es ohnehin Musikvideos, die den YouTube selbst bekannt machten. Und da ist es naheliegend, einen eigenen Musikpreis auszuloben: Die YouTube Music Awards.

Diese sollen, so ist es in einem offiziellen YouTube-Blog zu lesen, schon am 3. November 2013 in New York als Livestream übertragen werden. Und schon am 17. Okotber werden die Nominierungen in den verschiedensten Kategorien bekannt gegeben.

Nutzer entscheiden mit

Die Nutzer, die letztendlich auch für die Millionen von Klicks verantwortlich sind und ohne die YouTube nicht so groß geworden wäre, dürfen dabei mitbestimmen und können die Preisträger mit auswählen.

Damit die YouTube Music Awards zu einem echten Spektakel werden, wurden einige Weltstars für die Show verpflichtet. Eminem und Lady Gaga sollen ihre Teilnahme bereits zugesagt haben, doch ohne die eigentlichen Stars kommen die Awards natürlich nicht aus.

Einige YouTube-Künstler, die es zu großem Ruhm gebracht haben, werden mit dabei sein, unter anderem die Geigerin Lindsey Stirling. Außerdem soll es einige Video-Auftritte geben, die live nach New York übertragen werden.

Bald beliebter als die MTV Music Awards ?

Wer weiß, vielleicht sind es ausgerechnet die YouTube Music Awards, die in naher Zukunft anderen herkömmlichen Preisverleihungen wie den MTV Music Awards den Rang ablaufen.

Das wäre nicht verwunderlich, denn wenn man ehrlich ist, hat sich MTV von seiner eigentlichen Mission mittlerweile Lichtjahre entfernt. Bei MTV geht es nicht mehr wirklich primär um Musik, andere Inhalte haben Künstler und deren Videos längst verdrängt.

Die YouTube Music Awards könnten in diesem Zusammenhang in der Tat eine weitere Wiederbelebung für die Musikbranche sein. Wir erinnern uns: Es war ein Computer-Unternehmen, dass der Musikbranche zeigt, wie man Musik im Internet verkauft. Und was Apple für die Musik-Downloads war, könnte YouTube für die Reinkarnation des Musik-TVs sein.