Wie kürzlich bereits berichtet, hat Facebook ein Problem mit Jugendlichen. Das soziale Netzwerk ist nicht mehr so beliebt bei den unter 20-Jährigen, wie das noch vor ein paar Jahren der Fall war. Der Anteil der Nutzerinnen und Nutzer unter 20 ist rückläufig, in den USA stärker als in anderen Ländern. Höchstwahrscheinlich keine lebensbedrohliche Situation für Facebook, aber dennoch eine ärgerliche Entwicklung. Da stellt sich die Frage nach einer Gegenbewegung, denn wenn die Teenies Facebook verlassen, wer rückt dann nach? Man muss kein Genie sein, um sich vorzustellen, dass langsam aber sich auch die älteren Semester, die so genannten „Silver Surfer“ auf Facebook aufmerksam werden – und so ist es auch. Das hat ein Beratungsunternehmen mit Namen iStrategylabs herausgefunden. Die Zahl der über 55-Jährigen ist überproportional angestiegen. Wird Facebook langsam aber sicher zum Seniorentreff?

Immer mehr Senioren nutzen Facebook in den USA

Quelle

Untersuchung von 2010 bis 2014

iStrategylabs hat sich die Werbung auf Facebook ganz genau angeschaut und ermittelt, wie diese Werbung konsumiert wird. Dadurch konnten Rückschlüsse auf das Alter der Konsumenten geschlossen werden. Die Studie lief über einen Zeitraum von Januar 2010 bis Ende 2011 und aktuell erneut wieder Anfang dieses Jahres.

Die 13- bis 17-Jährigen sind in den USA weniger stark vertreten als 2011. In Zahlen sind das mehr als 25 Prozent, ab einem Alter von 25 Jahren geht es stetig aufwärts und ab 55 Jahren gibt es den höchsten Anstieg. 12,4 Millionen neue User haben sich angemeldet als noch 2011.

Das ist ein Wachstum von 80,4 Prozent. Es ist also nicht nur eine Vermutung, dass Facebook „älter“ wird. Zumindest diese Zahlen belegen den Trend ganz eindeutig.

Verluste bei unter 24-Jährigen

Bis zu einem Alter von 24 Jahren (ab 18) geht es abwärts: Nur noch 7,4 Prozent der User gehören dieser Altersgruppe an, das entspricht einer was einer Nutzerzahl von etwa 3,4 Millionen. Die Zahlen decken sich mit diversen Berichten verschiedener Medien, die immer wieder den Rückzug der Jugendlichen aus Facebook melden. Nach oben ist dem Ganzen aber aktuell scheinbar keine Grenze gesetzt.

Die älteste Nutzerin ist immerhin 105 Jahre und kommt, ganz zum aktuellen Trend passend, aus den USA. Doch was genau bedeutet das für Facebook? Man kann davon ausgehen, dass der Schwund bei Teenagern anhält oder sich sogar verstärkt. Auf der anderen Seite wird es bei den „Silver Surfern“ noch sehr lange nach oben gehen mit den Nutzerzahlen.

Diese Altersgruppe gewöhnt sich immer noch an das Internet und viele von ihnen nutzen vielleicht E-Mail – von sozialen Netzwerken kann man da nur träumen. Ein Wachstum bei Menschen ab 55 kann Facebook aber eigentlich sehr gelegen kommen, hat diese Bevölkerungsgruppe doch mehr Kaufkraft als Jugendliche. Es bleibt die Frage, ob man die heutigen Teenager wieder an Facebook binden kann, wenn sie erwachsen geworden sind.