Blog-Kommentare sollte man nicht als überflüssigen Ballast belächeln, sind sie doch ein wichtiger Bestandteil für den Aufbau einer Community auf der eigenen Website. Richtig gelesen: Beim ständigen Haschen nach Likes, Tweets und +1s verlieren viele den Blog aus den Augen. Dabei muss der eigene Blog das Zentrum aller (Online-)Marketing-Aktivitäten sein, denn nur dort hat man selbst die volle Kontrolle über alle Inhalte – und über die User, die diese Inhalte konsumieren. Und mal ehrlich: Wer freut sich nicht, wenn Artikel im eigenen Blog von möglichst vielen Personen kommentiert werden? Daraus ergeben sich oft spannende Diskussionen, mit denen man die Besucher einer Website enger binden kann. Und genau darum geht es: Stammbesucher erzeugen, die immer wieder kommen und so das „Grundrauschen“ bilden. Wie aber bekommt man mehr Blog-Kommentare und welche Methoden funktionieren wirklich?

Wie man viel mehr Blog-Kommentare bekommt

Bild: pio3, fotolia.com

Einfaches Kommentieren ermöglichen

Klingt simpel und fast schon zu einfach? Weit gefehlt. Wer sich die Mühe macht und wirklich beobachtet, wie manche Blogs aufgebaut sind, wird sich wundern. Längst nicht jede Website macht es seinen Usern einfach, einen Kommentar zu hinterlassen. Mal abgesehen von den Fällen, wo das vielleicht gar nicht erwünscht ist, gibt es etliche Beispiel, bei denen die Kommentarfunktion unvorteilhaft ist.

Und in diesem Zusammenhang lehne ich mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass es nicht clever ist, Facebook-Comments auf die eigene Website zu holen. Auch System wie Disqus halt ich für nicht geeignet, aus einem einfachen Grund: Erstens hat man selbst nicht die komplette Verfügungsgewalt über solche Blog-Kommentare und zweitens gibt es oft auch technische Probleme. Bei Disqus fällt mir das in letzter Zeit immer häufiger auf, wenn sich das Kommentarfeld schlicht und ergreifend nicht lädt.

In einem solchen Fall kann man natürlich keine Blog-Kommentare erwarten, denn wo sollte man die als User hinterlassen? Und selbst wenn sich die Kommentare dann auf eine externe Plattform verlagern, ist das nicht wünschenswert. Ganz im Gegenteil, hier hat man auch wieder nicht die volle Kontrolle und im Zweifel bekommt man gar nicht mit, dass überhaupt eine Diskussion entstanden ist. All diese Gründe sprechen dafür, die Kommentarfunktion zu nutzen, die das CMS der Website (wie zum Beispiel WordPress) von Haus aus am Start hat. Nur dann hat man das Geschehen immer auf der eigenen Seite und somit da, wo es auch sein sollte.

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Zum Kommentieren ermuntern

Blog-Kommentare schaden? Nicht wirklich, zeigen sie doch, dass sich Konsumenten mit dem Content beschäftigen, statt ihn einfach zu überfliegen. Genau das passiert bei der heutigen Informationsflut sehr oft: Aufgrund von Zeitmangel und zu vieler interessanter Angebote werden zahleiche Publikationen nicht so sehr beachtet, wie sie es verdient hätten. Ein Blog mit vielen Kommentaren zu einzelnen Artikeln bietet da eine Chance, dass sich mehr mit dem Inhalte beschäftigt wird.

Typische menschlich ist das und spielt sich Woche für Woche auf jeder Party ab. Irgendjemand ist immer der erste Gast. Voll ist die Bude dann natürlich noch nicht – die Party könnte auf Außenstehende langweilig wirken. Wenn aber schon viel los ist, geht man automatisch davon aus, dass es zumindest was „zu sehen gibt“. Wer also auf seiner Website mehr Blog-Kommentare haben will, sollte seine Leser hier und da auch dazu ermutigen, solche Kommentare abzugeben.

Dadurch kann eine nachhaltige Diskussion innerhalb den Blogs entstehen, die dafür sorgt, dass User, die schon kommentiert haben, erneut auf die Seite kommen, wenn es neue Kommentare gibt. Mit der WordPress-Erweiterung „Jetpack“ lässt sich die Kommentarfunktion in diese Richtung aufmotzen. Damit wird dann auf der eigenen Website das gleiche Prinzip wie zum Beispiel auf Facebook genutzt: Die Diskussion verläuft nicht so schnell im Sande, weil neue Blog-Kommentare immer wieder in den Fokus rücken und dann erneut kommentiert werden. Daraus können regelrechte Diskussionsfäden entstehen, die letztendlich für mehr Reichweite sorgen.

Kontroverse Themen veröffentlichen

Nichts funktioniert besser als ein kontroverser Artikel. Im Idealfall bezieht man sich auch noch auf ein aktuelles Thema und weidet es nach allen Regeln der Kunst aus, denn dann sind Blog-Kommentare garantiert. Dabei ist es jedoch wichtig, keinem „Boulevard-Style“ zu verfallen, sprich: Ein Artikel muss auch dann noch gehaltvoll sein, wenn er primär darauf abzielt, bei den Leserinnen und Lesern eine bestimmte Reaktion hervorzurufen.

Polarisierung sorgt in den meisten Fällen für Kontroversen, was sich für die eigene Website ausnutzen lässt. Wer also nicht besonders harmoniebedürftig ist, kann dieses Prinzip nutzen, um damit die Interaktionen auf seinem Blog zu steigern. Auch hier läuft es grundsätzlich nicht anders, als wie wir das seit Jahren von sozialen Netzwerken wir Facebook gewohnt sind. Auch in Foren klappt das ganz gut.

Die größte Gefahr bei der Veröffentlichung von kontroversen Themen bleibt natürlich: Wer Pech hat, fängt sich einen Troll ein, der einen bis dato interessanten und hochwertigen Diskussionsfaden zunichte machen kann. Aber auch in diesem Fall hat die Diskussion auf der eigenen Seite Vorteile, den hier lässt sich ein Troll leichter „behandeln“. Was sich in einem sozialen Netzwerk wie Facebook schnell aufgrund der massiven Reichweite verselbständigen kann, ist auf der eigenen Website mit ein paar Klicks erledigt. Ein Ausschluss ist zwar auch hier nicht die feine englische Art, wird aber nicht so hohe Wellen schlagen, wie auf Facebook – weil sich der Ausschluss an sich nicht so weit verbreiten kann.

Auf User und Kommentare eingehen

Wer auf seiner Website Blog-Kommentare haben möchte, bekommt in manchen Fällen also auch eine Diskussion. Das ist wünschenswert, passieren muss es aber nicht zwingend, auch wenn das es zum Beispiel am Anfang viele Kommentare gibt. Kommentierende User machen das aber nicht nur, weil sie gern kommentieren. In der Regel wollen diese Leute auch gelesen werden und erfreuen sich selbst, wenn eine Diskussion entsteht.

Das lässt sich befeuern, indem man auf die Kommentierenden eingeht und sich mit, was sie geschrieben haben, ernsthaft befasst und dann auch entsprechend darauf eingeht. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass diese Vorgehensweise funktioniert – auf Facebook, in Foren und auch auf einer Website, wenn es um die Kommentare geht. Mehr noch: Wer als Seitenbetreiber aktiv in die Kommunikation einsteigt und Blog-Kommentare dazu nutzt, um sich mit den Konsumenten der eigenen Website aktiv zu beschäftigen, wird genau hier eine Community aufbauen können.

Man kann diese User auch „Stammbesucher“ nennen, ganz egal: Wichtig bleibt, dass es einen aktiven Austausch gibt. Allerdings ist auch Vorsicht geboten: Wenn eine Diskussion zu Ende ist, dann ist sie zu Ende. Es ist dann besser, es dabei zu belassen und nicht zu versuchen, die Diskussion künstlich am Leben zu erhalten. Das führt dann höchstwahrscheinlich eher dazu, dass die User genervt sind und sich anderen Websites zuwenden, denn wer will sich schon von Blog-Kommentaren vorschreiben lassen, was zu tun und zu lassen ist?