Google möchte den Nutzerinnen und Nutzern seiner Suchmaschine immer die besten Ergebnisse liefern und illegale Inhalte gehören offiziell nicht dazu. Allein schon aus diesem Grund hat die weltweit größte Suchmaschine ein großes Interesse daran, dass am liebsten überhaupt keine illegalen Angebote in den Suchergebnissen erscheinen, die zudem von dubiösen Anbietern vertrieben werden. In der Vergangenheit ist Google schon mehrfach gegen solche Suchergebnisse vorgegangen, nun aber soll erneut zu einem Schlag ausgeholt werden – der in der Tat viel größere Wirkung erzielen könnte, als es bei allen Maßnahmen bisher der Fall war. Doch Google wäre nicht Google, wenn man von diesen illegalen Angeboten in den eigenen Suchergebnissen nicht profitieren wollen würde – zumindest indirekt!

Wie Google indirekt an illegalen Musik- und Filmdownloads verdienen will

Google nutzt Löschanfragen für eigene Zwecke

Jede Woche gibt es Millionen von Löschanfragen an Google, die sich mit der Entfernung von urheberrechtsgeschützen Werken befassen. Diese Löschanfragen kommen meist von großen Musik- oder Filmfirmen, die selbstverständlich ein Interesse daran haben, dass der eigene Content nicht illegal verbreitet wird.

Also nutzt Google diese Löschanfragen als Rankingfaktor. Im Detail funktioniert das so: Alle Daten aus den Löschanfragen werden von Google ausgewertet. Wenn sich Anfragen zu bestimmten Domains häufen, dann wird Google tätig. Mehrere Löschantragen zu ein- und demselben Angebot gelten als Beweis, dass diese Website tatsächlich illegale Downloads anbietet.

Konsequenz: Die betreffende Website wird herabgestuft oder ganz aus dem Index entfernt. Auf jeden Fall erfolgt die Abstrafung so nachhaltig, dass es von Google künftig keine Besucher mehr geben wird. Für die abgestrafte Domain kommt das einer Abschaltung gleich, weil solche Portale oft einen extrem großen Teil ihres Traffics direkt von Google bekommen.

Legale Anbieter sollen für mehr Sichtbarkeit zahlen

[BONUS] Gratis PDF eBook und Checkliste: Lade dir das gratis eBook "10 Internet Marketing Tipps, mit denen du deine Website sofort verbesserst" jetzt runter und mach deine Website in wenigen Schritten erfolgreicher. Klick hier auf diesen Link und starte den Download deines kostenlosen eBooks!

Im Gegenzug weiß Google aber, dass die Nachfrage der User zu diesen Themen (Filme, Musik, etc.) vorhanden ist. Und da wäre es unklug, aus dieser Nachfrage kein Geld zu machen. Also kommt Google den Rechteinhabern entgegen und berücksichtigt die Löschanträge.

So will Google indirekt an illegalen Musik- und Filmdownloads verdienen

Quelle

Wird dann künftig bei Google nach Inhalten gesucht, die laut Suchanfrage Wörter wie „download“, „free“ oder „kostenlos“ verwenden, dann will Google künftig in der Autovervollständigung und via Google Suggest legale Angebote anzeigen – wie zum Beispiel die von Netflix oder Amazon.

Der legale Vertrieb erhält so eine zusätzliche Plattform zur Vermarktung seiner Angebote, doch das ist nur die halbe Wahrheit. Google will diesen „Service“ nämlich nur den Firmen anbieten, die auch für die Einblendung zahlen. Im Klartext: Wer nicht zusätzlich Werbung bei Google schalten will, der profitiert zwar von der Löschung illegaler Download-Plattformen, kann aber nicht selbst mit seinen Inhalten mehr Geld verdienen.

Google ist auf neue Einnahmequellen angewiesen

In Zeiten schwächelnder Aktienkurse ist Google verständlicherweise auf der Suche nach neuen Einnahmequellen – und die hat das Unternehmen scheinbar auch nötig, denn erst kürzlich wurde Google von Microsoft (!) beim Börsenwert in den USA überholt. Ein Szenario, das man eigentlich nicht mehr für möglich gehalten hatte – aber es ist eingetreten.

Es ist auf jeden Fall richtig, die illegalen Angebote aus den Google-Ergebnissen zu entfernen oder sie abzustrafen, auch wenn die Nachfrage groß ist und viele „Verbraucher“ dieses Verhalten von Google nicht gutheißen werden. Auf der anderen Seite sieht sich Google dem Druck bestimmter Firmen und Verbände in den USA ausgesetzt – und auch wenn Google selbst sehr mächtig sein mag, ist man dennoch auf gute Beziehungen zu den Größen anderer Branchen angewiesen.

Zunächst soll diese Maßnahme in den USA angewendet werden. Es ist aber wie immer davon auszugehen, dass Google diesen Kampf gegen illegale Download-Portale mit der angeschlossenen Verdienstmöglichkeit weltweit ausrollen wird, wenn sich im Testmarkt positive Ergebnisse zeigen. Eben weil die Nachfrage nach Musik- und Filmdownloads nach wie vor so groß ist, könnte Google mit dem angedachten Geschäftsmodell sehr viel Geld verdienen.