Der Google Algorithmus ist wohl eine der wertvollsten Formeln, die es jemals auf der Welt gab. Viel wertvoller, als das zum Beispiel bei der Formel für Coca Cola der Fall und auch die gilt schon als extrem heiß begehrt. Millionen von Webmastern würden vermutlich ihr letztes Hemd geben, um die genaue Zusammensetzung des Google Algorithmus zu kennen. Dabei liegt genau hier das Problem: Die Formel für die Berechnung der Suchergebnisse bei Google ist alles andere als stabil. Im Kern gibt es Faktoren, die sich seit der Gründung von Google nicht geändert haben dürften, abseits dieser Faktoren allerdings ist ständig alles in Bewegung. Das ist mit Sicherheit auch das Geheimnis, warum der Google Algorithmus nach wie vor so effektiv und erfolgreich ist. Doch wie hat er sich in den letzten 11 Jahren verändert, was waren die Meilensteine und wie ist es heute um ihn bestellt?

Wie extrem sich der Google Algorithmus seit 2003 verändert hat

Quelle

Der Google Algorithmus als geniale Idee

Die Geschichte des Google Algorithmus beginnt natürlich mit der Gründung von Google. Vorher hieß die heute weltweit größte Suchmaschine „Backrub“ und die Erkenntnis von Larry Page und Sergey Brin, die Vernetzungen von Websites untereinander anhand von Links zu nutzen und diese Links zur hauptsächlichen Bewertungsgrundlage für das Ranking zu verwenden, war bahnbrechend. Das ist auch der Grund, warum es heute so gut wie keine anderen Suchmaschinen mehr gibt – zumindest auf viele Teile der Welt bezogen, Ausnahmen bestätigen die Regel.

Schon sehr schnell stellt man bei Google aber fest, dass der Google Algorithmus in seiner ursprünglichen Form anfällig für allerlei Manipulationen war. Das ewige Katz-und-Maus-Spiel zwischen Google und der SEO-Szene erfreut (oder erzürnt) beide Seiten, seit es Google gibt. Daran wird sich so schnell auch nichts ändern, trotzdem hat Google immer noch die Mission, das gesamte Wissen des Planeten zu erfassen und entsprechend auffindbar zu machen. Damit dabei die Qualität nicht leidet (denn Wissen ist nicht gleich Wissen), musste der Google Algorithmus bisher schon unzählige Male verändert werden.

Das ist auch gut so, denn sonst wäre Google wie so viele andere Suchmaschinen früher oder später in der Versenkung verschwunden. Kürzlich wurde eine hochinteressante Infografik veröffentlicht, die sich mit so gut wie allen Updates des Google Algorithmus befasst und diese nicht nur chronologisch auflistet, sondern auch erklärt, was genau bei welchen Updates gemacht wurde. An welchen Schrauben wurden gedreht und was der genaue Sinn der einzelnen Updates? Ich habe bisher keine andere Aufstellung entdecken können, die das Thema so gut abbildet, wie es bei der obigen Infografik der Fall ist. Ein Grund also, sich damit genauer zu befassen.

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Wichtige Updates beim Google Algorithmus seit 2003

Im Februar 2003 fing Google an, öfter mal ein Update zu fahren. Zumindest ist das älteste Datum, auf das die Infografik Bezug nimmt. Fakt ist, dass es natürlich auch vorher schon Updates beim Google Algorithmus gab. Allerdings fing die SEO-Branche erst ab dem „Boston“-Update an, diesen Neuerungen auch einen Namen zu geben. In der Folge wurde dieses Prozedere beibehalten und teilweise hat dann auch Google selbst Namen verteilt. Das zwar meines Wissens nie offiziell, doch über unterschiedliche Kanäle drang immer mal wieder was an die Außenwelt.

Relativ früh allerdings begann Google, sich mit Spam-Techniken auseinanderzusetzen. So sorgte das „Florida“-Update Ende 2003 dafür, dass es unter anderem dem Keyword-Stuffing an den Kragen ging. Mit diesen gezielten Aktionen fing Google tatsächlich an, die eigene Index-Qualität zu verbessern – zumindest versuchte man das. Nicht jedes Update erzielte 100%ig den gewünschten Effekt und in vielen Fällen musste auch manuell nachgebessert werden. Ging es beim „Florida“-Update um Dinge, die direkt auf der Website manipuliert werden konnten, holte Google zum Beispiel im Oktober 2005 beim „Jagger“-Update erstmals gegen die unsachgemäße Verwendung von Links aus.

So wurden unter anderem Linkfarmen und (ja, auch damals schon) offensichtlich als bezahlt erkannte Links untersucht und in der Regel auch abgestraft, wenn es sich wirklich um Maßnahmen handelte, die die Qualität von Google negativ beeinträchtigten. Und auch zwei Jahre später tat Google mit dem „Universal Search“-Update 2007 etwas für die Verbesserung der eigenen Qualität, denn mit diesem Update des Google Algorithmus wurden News, Videos, Bilder und lokale Ergebnisse mehr in den Vordergrund gerückt, was natürlich den damaligen Entwicklungen geschuldet waren. Neben reinen Texten wurden schon damals vor allem Videos und Bilder immer wichtiger und mussten entsprechend stärker berücksichtigt werden.

Von Meilensteinen und Massensterben

2009 gab es erneut einen Meilenstein: Das „Vince“-Update sorgte dafür, dass der Google Algorithmus ab sofort bestimmte Marken bevorzugte. Ein erster Schritt zur stärkeren Berücksichtigung von Marken, bei denen man davon ausgehen muss, dass sie in der Regel eine stärkere öffentliche Wahrnehmung haben als unbekannte Websites. Das „Vince“-Update wurde zudem notwendig, weil viele Marken mit ihren eigenen Websites nicht bei Google auftauchten. In vielen Fällen war das auch gerechtfertigt, dass diese Marken nicht stattfanden. In zahlreichen anderen Fällen waren es aber schlicht und ergreifend Trittbrettfahrer oder auch Affiliate-Seiten, die oft mit (in den Augen von Google) wenig mehrwertigen Inhalten vor den Brands rankten.

Folge war ein kleines Massensterben von „Thin-Affiliate-Sites“, wodurch bekannte und große Marken bessere Rankings bekamen und somit für ihre Kunden besser auffindbar wurden. Ob das nun letztendlich gerecht ist, mag dahingestellt sein. Fakt ist, dass Google die Regeln macht und man sich daran halten muss, wenn man erfolgreich sein will. Wer allerdings dachte, dass der Änderungswahn beim Google Algorithmus damit einen Höhepunkt erreicht hatte, sollte sich getäuscht fühlen. Erst 2010 kam es zum ersten Mal richtig dicke.

2010 gab es mit dem „May Day“-Update eine weitere Qualitäts-Offensive. Websites, die vor allem für den Longtail-Keywords rankten (also solche Keywords, die aus mehreren Wörtern bestehen und in der Regel ein kleineres Suchvolumen haben) wurden abgestraft, wenn sie nur mangelhafte Inhalte vorweisen konnten. „Mangelhaft“ ist natürlich relativ, doch auch in diesem Zusammenhang hatte und hat Google das sagen und bestimmt, was wirklich „mangelhaft“ ist. Auch hier (traurig, aber wahr) traf es wieder viele Affiliates, die mit teilweise dubiosen Methoden versucht hatten, durch viele Suchanfragen im Longtail-Bereich Traffic zu generieren. Weil die Landing Pages oft nur sehr rudimentär mit Content ausgefüllt waren, konnte Google das nicht weiter hinnehmen und strafte ab.

Google verpasst sich eine neue Maschine

Wesentlich bedeutender für die globale Veränderung des Google Algorithmus war 2010 aber das „Caffeine“-Update. Dieses Update hatte zunächst keine elementaren Auswirkungen auf die Qualität der Suchergebnisse, schuf aber die Voraussetzungen für die Erdbeben, die 2011 und 2012 folgen sollten. „Caffeine“ war ein technisches Update, das des Google Algorithmus auf eine völlig neue Stufe stellte. Google verpasste sich selbst einen neuen Motor und konnte fortan viel schneller arbeiten. Die unmittelbare Folge war unter anderem ein Index, der viel schneller und genauer berechnet und ausgespielt werden konnte. Technisch gesehen einer der wichtigsten Meilensteine für Google überhaupt. 2011 stellte dann der „Panda“ endgültig vieles auf den Kopf. Google wusste genau, wie und wo man zuschlagen musste. Dank der technischen Neuerungen war man in der Lage, viel mehr maschinell auszusieben.

Aus Sicht von Google eine extreme Erleichterung: Ab sofort war es möglich, viele Websites, die wenig oder schlechten Content zu bieten hatten, in großer Zahl automatisch oder nur mit kleinem manuellen Aufwand auszusieben. Und das tat Google dann auch und verursachte in der weltweiten SEO-Branche eines der verheerendsten Erdbeben überhaupt. Viele Portale mussten zeit- und kostenintensive Umbauten vornehmen, zahlreiche Websites machten dicht und Texter bekamen mehr und mehr zu tun. Logisch: Die Nachfrage nach hochwertigen Inhalten ging sprunghaft nach oben. Wer vom „Panda“-Update betroffen war und nun darauf setzte, dass es nicht schlimmer kommen konnte, sah sich 2012 mit einem neuen Albtraum konfrontiert: Das „Penguin“-Update hatte Linkmanipulationen im Visier und konnte viel besser agieren, als das 2005 mit dem „Jagger“-Update möglich war.

Und obwohl schon 2003 mit dem „Boston“-Update versucht wurde, qualitativ hochwertige Backlinks besser zu berücksichtigen, stellte das „Penguin“-Update alles in den Schatten. Google war auch hier wieder in der Lage, seinen Google Algorithmus stark automatisiert zu verbessern und konnte mit weniger manuellem Aufwand feststellen, welche Links schädlich oder manipuliert waren. Folge war der Beginn groß angelegter Linkabbau-Aktionen, die bis heute andauern. Anders als bei früheren Updates waren und sind die „Panda“ und „Penguin“ nämlich keine punktuellen Maßnahmen mehr, sondern laufende Prozesse, deren Ergebnisse wieder und wieder im aktuellen Google Algorithmus berücksichtigt werden.

Fazit

Google schraubt ständig an seinem Algorithmus rum. Ziel ist die fortlaufende Verbesserung der Suchergebnisse, denn das ist Googles einziges Produkt. Ohne die Suchergebnisse hätte Google nichts, womit es zum Beispiel Werbung verkaufen kann. Auch heute noch kommen die meisten Erlöse aus dem AdWords-Programm von Google. Auf dieser Maschine für bezahlte Werbung basiert die komplette Erfolgsgeschichte von Google und nur deswegen ist der Konzern von Sergey Brin und Larry Page in der Lage, all das zu tun, was er heute tut. Wer davon profitieren will, muss sich nach den Regeln richten und versuchen, das Beste für sich herauszuholen. Auch heute noch kann Google längst nicht jede Manipulation aufdecken, denn noch ist Google nur eine Maschine, die nicht denken kann. Wir können aber davon ausgehen, dass man alles daran setzen wird, um den Google Algorithmus noch besser zu machen. Künftige Updates werden sich weiter mit der Verbesserung der Suchergebnisse befassen und das nächste Erdbeben kommt bestimmt. Es stellt sich nur die Frage nach dem genauen Zeitpunkt.