WhatsApp überholt Facebook? Muss wohl ein schlechter Scherz sein, denn wie soll eine simple App das weltweit größte soziale Netzwerk überholen? Die Meldung bezieht sich natürlich „nur“ auf die mittlerweile größere Anzahl der Downloads von WhatsApp bei iPhone-Usern. Dort ist Facebook jetzt aber tatsächlich von WhatsApp abgelöst worden und das ist schon ein kleines Wunder, war Facebook doch schon seit einer gefühlten Ewigkeit auf Platz 1 der Download-Charts. Diese Charts werden übrigens gemeinsam von Statista und Focus ermittelt. Der Zahlen-Anbieter und das Magazin müssen Zahlen von Comscore mit eigenen Werten kombinieren und dann hochrechnen, um in etwa ermitteln zu können, wie viele Smartphone-User es in Deutschland denn überhaupt gibt. Was macht WhatsApp so beliebt, dass es jetzt sogar gefragter als Facebook ist?

WhatsApp überholt Facebook

Facebook hat Boden verloren

35,99 Millionen Smartphone-User soll es in Deutschland geben, wenn man dem Focus und Statista Glauben schenkt. Davon soll 22,03 Millionen Geräte auf Android laufen und 7,02 Millionen Smartphones mit iPhones betrieben werden. 6,95 Millionen Geräte werden den berühmten „Sonstigen“ zugeordnet, also Windows Phone, Blackberry und weiteren Exoten.

Eine Umfrage unter allen iPhone-Usern ergab, dass 4,7 Millionen von ihnen in den letzten 8 Wochen WhatsApp aus dem AppStore geladen haben – das sind stolze 67 Prozent. Diese Anzahl führt dazu, dass Facebook schlicht und ergreifend nicht mehr die App mit den größten Download-Zahlen ist. Ein Rückschlag? Könnte man meinen.

Solche Statistiken haben leider einen Haken, denn sie können nicht erkennen, in wie vielen Fällen eine App wieder gelöscht wurde. In diesem Zusammenhang ist anzunehmen, dass Facebook weiterhin die Nase vorn hat und auch auf einem Smartphone bleibt, wenn es erst installiert wurde. Außerdem ist Facebook als App auf vielen Smartphones automatisch vorinstalliert, für WhatsApp kann man das nicht behaupten.

Kampf um die jungen User

Und so kommt Facebook aktuell und insgesamt gesehen immer noch auf eine ansehnlich Reichweite von 62,76 Prozent – also fast zwei Drittel. Es zeigt, dass das weltweit größte soziale Netzwerk noch immer eine mächtige Rolle spielt. Dennoch: Das Thema Messaging bleibt ein heißes Eisen. Erst kürzlich wollte Facebook 3 Milliarden US-Dollar für Snapchat bezahlen – doch die lehnten dankend ab.

Über das (Instant) Messaging wollen die großen Player im Social Web Anschluss an die junge Generation halten, denn sie scheint sich vornehmlich genau auf diesem Weg auszutauschen. WhatsApp oder Snapchat sind da nur zwei Apps, die interessant sind, denn es gibt es viele andere.

Auch Google wollte Snapchat angeblich kaufen und bot satte 4 Milliarden US-Dollar – ohne Erfolg. Facebook indes hat zum Glück noch einen Trumpf in der Hand. 2012 kaufte man das bis heute immer erfolgreichere Instagram. Auch diese App wird von jungen Usern sehr gern benutzt und weil sie Facebook gehört, können Mark Zuckerberg und sein Team sich wenigsten teilweise zurücklehnen und etwas entspannen.