WhatsApp setzt seinen Siegeszug auf Smartphones fort und hat sich mittlerweile bei mehr als 30 Millionen deutschen Nutzerinnen und Nutzern etabliert. Diese Zahl ist an sich schon beeindruckend. Bedenkt man zusätzlich noch die Tatsache, dass es weltweit über 400 Millionen aktive User geben soll, dass beträgt der deutsche Anteil fast 10 Prozent. Bemerkenswert, denn damit zählt Deutschland in Sachen WhatsApp zu einem der wichtigsten Märkte für den mobile Messenger. Auf 80 Prozent aller Smartphones in Deutschland ist WhatsApp somit installiert. Zahlen, von denen andere Apps nur träumen können.

WhatsApp hat über 30 Millionen deutsche User

WhatsApp zieht Jugendliche an

Besonders populär ist WhatsApp bei jungen Leuten, was nicht überrascht. Die App ist im ersten Jahr der Nutzung kostenfrei und erst für die jeweils weiteren 12 Monate verlangt der Anbieter 89 Cent. Ein Spottpreis, wenn man bedenkt, dass sich vor allem junge Nutzerinnen und Nutzer dank WhatsApp Kosten für SMS sparen.

Ein besseres Argument für die Nutzung gibt es nicht. Auf der anderen Seite führt diese extreme Nutzung von WhatsApp vor allem bei den Anbietern von Handy-Tarifen natürlich auch zu Problemen. Durch die sinkenden SMS-Einnahmen dürfte sich dieses Geschäft in naher Zukunft weiter verschlechtern und alles andere als lukrativ sein.

Zwar wird die SMS auch heute noch rege genutzt, das aber vor allem von älteren Menschen, die mitunter auch noch gar kein Smartphone haben. Aber: Laut offiziellen Angaben sind in Deutschland aktuell fast 40 Millionen Smartphones im Umlauf. Das herkömmliche Handy wird also bald ausgestorben sein und dann ist es durchaus möglich, dass WhatsApp noch mehr Zulauf bekommen wird.

Droht ein WhatsApp-Monopol?

Auch anderen Anbietern von Apps für Mobile Messengers dürfte die Entwicklung nicht gefallen und auch der in den letzten Wochen oft gelobte Shooting-Star SnapChat kann nicht mit WhatsApp mithalten, von Facebook ganz zu schweigen. Facebook hat zwar als soziales Netzwerk nach wie vor die Nase ganz weit vorn, doch „nur“ mit 25 Millionen aktiven Usern in Deutschland ist es schon rein rechnerisch nicht möglich, die Marke von 40 Millionen einzuholen.

Und so zeigt sich auf bei WhatsApp ein Phänomen, dass man in Deutschland von Google oder Facebook kennt. Was Google für die Suche und Facebook für soziale Netzwerke ist, scheint WhatsApp für den mobilen Versand von Nachrichten zu sein. Zwar gibt es für alle Anbieter Alternativen, bei uns in Deutschland scheint sich aber immer nur ein Anbieter durchzusetzen, den dann so gut wie alle nutzen.

Wie bei Google und Facebook wird diese Entwicklung vermutlich auch bei WhatsApp zu einer Monopol-Stellung führen – wenn dem nicht jetzt schon so ist. Und diese Monopol-Stellung gilt dann auch wieder mit allen Konsequenzen. Etwas mehr Abwechslung auf dem deutschen Markt wäre also auch in Sachen WhatsApp wünschenswert, aber: Die User haben es zu dem gemacht, was es heute ist (genau wie bei Google und Facebook). Die Macher von WhatsApp wird das nicht stören – solange sie auf der Erfolgswelle reiten, es sei denn ein anderer Anbieter kommt und rollt das Feld wieder von hinten auf. Danach sieht es derzeit aber nicht aus.