Eine Studie in den USA hat ergeben, dass Werbung bei Facebook besser konvertiert, wenn diese Werbung näher an persönlichen Inhalten von Facebook-Nutzerinnen und -Nutzern auf dem eigenen Profil platziert ist. Das gilt natürlich nur, wenn die Werbung auch zu diesen persönlichen Informationen passt, also themenrelevant ist. Hinzu kommt, dass Personen, die über ein gesundes Selbstvertrauen verfügen und mit sich im Reinen sind (man könnte auch „zufrieden“ sagen), positiver auf Facebook-Werbung reagieren als solche, die das nicht sind.

Zugegeben: Das sind schon sehr spezielle Erkenntnisse, die durch diese Studie gewonnen wurden. Sie zeigen aber, dass es sich bei Facebook in der Tat im Kern um die persönlichen Interessen jedes Nutzers und jeder Nutzerin dreht. Im Klartext bedeutet das: Bei Facebook gibt es extrem gute Möglichkeiten, sehr zielgerichtete Werbung ohne viele Streuverluste platzieren zu können. Man muss sich vorab eben nur definitiv klar sein, dass man nur bei solchen Leuten punkten kann, die sich auch wirklich für die eigene Werbebotschaft interessieren.

Werbung einer Marke, die möglichst passend auf die Bedürfnisse und Interessen eines Facebook-Nutzers zugeschnitten ist, hat also bessere Chancen als Werbung, die diese Eigenschaften nicht hat. Und weil Facebook sich natürlich hauptsächlich über eben diese Werbung finanziert, ist es im Interesse des Netzwerks, so viel wie möglich über seine Nutzerinnen und Nutzer zu erfahren.

Wer also geglaubt hat, dass die Datensammelwut von Facebook nachlässt oder sogar gestoppt werden kann, der hat sich vermutlich getäuscht. Zwar soll sich auch der Datenschutz bei Facebook auf Druck von oben weiter verbessern. Es liegt jedoch auf der Hand, dass man sich bei Facebook dieses Werbemodell nicht kaputt machen lassen wird. Je mehr man über seine Nutzer weiß, desto besser kann man Informationen für Werbetreibende bereitstellen.

Und je besser die Werbetreibenden ihre eigenen Anzeigen auf den jeweiligen Nutzer abstimmen können, desto besser werden die Anzeigen konvertieren und Facebook verdient letztendlich noch mehr Geld (weil die Werbetreibenden von den Möglichkeiten überzeugt sind und noch mehr Werbung einbuchen).

Für Facebook und die Werbetreibenden also eine extreme Win-Win-Situation. Es stellt sich die Frage, inwieweit der Nutzerschaft von Facebook in diesem Szenario weiter mitspielen oder sich vielleicht irgendwann verweigern wird.