Ich kann mich noch gut daran erinnern: 2007 habe ich erstmals damit begonnen, mobile Websites zu programmieren. Inspiriert von der damals schon vorliegenden mobilen Version von Spiegel Online wollte ich mich auch mal an der Thematik versuchen. Die Erstellung war nicht sehr schwierig, einzig an der Akzeptanz fehlt es damals noch. Kein Wunder, das iPhone war eben erst erfunden worden und von heutigen Standards wie LTE war man noch Jahre entfernt. Und auch wenn damals schon der baldige Durchbruch des mobilen Internet prognostiziert wurde – nach meinem Empfinden hat das bis heute gedauert. Heute sehe ich in der U-Bahn mehr Menschen mit Smartphones und Tablets, als mit Zeitungen. Aber selbst 2012 war das noch ganz anders. Das mobile Internet ist also angekommen und da muss man sich meiner Ansicht nach schon fragen, ob das mit der zunehmenden Verbreitung von LTE zu tun hat.

Welchen Einfluss hat LTE auf Mobile Commerce?

Quelle

Mehr Umsatz dank LTE?

LTE steht für „Long Term Evolution“ und ist der Mobilfunkstandard der vierten Generation. Mit LTE werden Downloadraten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde erreicht. Das führt natürlich dazu, dass auch das mobile Internet einen deutlichen Schub bekommen kann, wenn nur genügend Geräte mit LTE ausgerüstet sind.

Die Entwicklung geht hier aktuell aus meiner Sicht zügig voran. Smartphones wie das iPhone 5S, das Samsung Galaxy S4 oder auch das Nexus 5 sind fit für LTE und aus eigener Erfahrung kann ich zumindest für das Galaxy S4 und das Nexus 5 ruhigen Gewissens behaupten, dass es wirklich eine Erfahrung ist – im Vergleich zu vorherigen Smartphones, die man ohne LTE-Verträge nutzen musste.

Natürlich setzt auch bei der Nutzung von LTE-Smartphones ein Gewöhnungseffekt ein und mit der Zeit kommt einem die Geschwindigkeit ganz normal vor. Richtig bitter wird es dann, wenn man wieder gezwungen ist, ein Smartphone ohne LTE zu nutzen. Das kommt zum Glück eher selten vor. Gravierender ist meiner Ansicht nach die Problematik, dass man mit einem LTE-Vertrag bewaffnet automatisch mehr Daten konsumiert und so auch schon mal die Volumen-Deckelung durchbricht.

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Weihnachtsgeschäft kein Beschleuniger

In dem Fall muss man dann neues Volumen nachkaufen oder man begnügt sich eben mit einer niedrigeren Geschwindigkeit beim Download und wartet bis zum nächsten Monatsersten. Allerdings sind das alles nur unwichtige Nebenschauplätze, denn mich persönlich interessiert natürlich am meisten, wie sich die steigende Verbreitung von LTE auf den Bereich „Mobile Commerce“ auswirkt.

Facebook hatte kürzlich schon das erste „Mobile First“-Weihnachtsfest im Web ausgerufen, ganz so dicke scheint es aber nicht zu kommen. Wie die obige Infografik zeigt, ist LTE noch nicht dafür verantwortlich, dass das mobile Weihnachtsgeschäft in Fahrt kommt. Generell sieht es so aus, als seien die Verbraucher (nicht nur in Deutschland) 2013 noch nicht bereit, extrem viele Geschenke über ein mobiles Enderät zu bestellen.

Weniger als 3 Prozent aller Online-Ausgaben im Weihnachtsgeschäft entfallen auf mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets. Und wie schon gesagt, auch in den USA oder Großbritannien sind es nur magere 4 Prozent. In diesem Fall sind also ausnahmsweise nicht mal nur wir hierzulande diejenigen, die sich nicht massenhaft zu den Early Adoptern zählen können.

Shops müssen sich anpassen

Grundsätzlich allerdings ist es meine feste Überzeugung, dass sich LTE in den kommenden Jahren ganz massiv auf Mobile Commerce auswirken wird. Bei den Usern erfolgen solche Evolutionsschritte immer auf die gleiche Weise: Zu Beginn ist es nur eine kleine Gruppe, die die neuen Möglichkeiten auch in der Praxis nutzt. Soll heißen, dass nicht jeder von LTE Gebrauch macht – auch wenn es vorhanden ist.

Problem ist vor allem bei Smartphones auch immer noch die Größe des Displays. Für Tablets gilt diese Entschuldigung meines Erachtens aber nicht, denn auf einem iPad mit 10 Zoll oder auch einem Nexus 7 lassen sich Waren bei Shops wie Amazon oder Zalando schon relativ gut betrachten, mal vorausgesetzt, dass die Seiten dann auch auf einem Tablet funktionieren (was nach meiner Erfahrung nicht immer der Fall sein muss).

Die Anpassung des Designs einer Website an unterschiedliche Display-Größen, zum Beispiel durch Responsive Design, ist jedoch nicht zwangsläufig mit LTE in Verbindung zu bringen. Zwar ist eine schnelle mobile Datenverbindung auch dann sehr hilfreich, wenn man angepasst Inhalte betrachten will – wirklich notwendig ist sie in diesem Zusammenhang aber nicht.

Mobiles Datenvolumen steigt rasant

Das globale mobile Datenvolumen soll Schätzungen zufolge 2014 bei knapp 3,7 Exabyte pro Monat liegen. 2013 waren es ungefähr 2,3 Exabyte pro Monat. Diese Steigerung von mehr als 60 Prozent hängt natürlich mit der zunehmenden Verbreitung von LTE zusammen. Und entsprechend wird auch der Bereich Mobile Commerce im kommenden Jahr wachsen.

Die tatsächliche Auswirkung von LTE wird aber erst deutlich, wenn man sich die Zuwachsraten der letzten Jahre anschaut. 2012 lag das globale mobile Datenvolumen bei unter 1,3 Exabyte pro Monate. In einem Zeitraum von nur drei Jahren ist bis Ende 2014 also mit einem Zuwachs von mehr als 180 Prozent zu rechnen, das Volumen wird sich also mehr als verdoppelt haben.

Für 2015 sind das höchstwahrscheinlich weitere Rekordmarken in Sicht. Was nun den Einfluss von LTE auf Mobile Commerce angeht: Der ist meiner Ansicht nach bereits deutlich vorhanden, muss sich nur noch selbst „salonfähig“ machen. Mit der zunehmenden technischen Verbesserung bei mobilen Endgeräten wird es einen weiteren Schub geben. Und selbstverständlich würde es auch nicht schaden, wenn LTE-Verträge günstiger würden. Dann würden sich auch mehr Menschen entsprechende Tarife zulegen.