Facebook gehört zu meinem digitalen Alltag. Zu deinem auch? Ich geh davon aus, denn sonst würdest du diesen Artikel nicht lesen. Fakt ist: An die 30 Millionen Deutsche sind aktive Facebook-User. Allein schon aus mathematischen Gründen ist es daher statistisch naheliegend, dass auch DU zu dieser Gruppe gehörst. Und daran ist auch nichts auszusetzen. Ganz im Gegenteil, ich persönlich finde Facebook sehr nützlich und glaube, dass es meinen digitalen Alltag bereichert. Der Meinung muss man nicht sein, ich aber bin schon der Ansicht, dass diese Einstellung bei vielen der 30 Millionen Leuten zutrifft. Doch darum soll es hier nicht gehen. In diesem Artikel soll es darum gehen, was Facebook wirklich alles von dir (über dich) weiß. Zu diesem Thema gab es jetzt nämlich neue, sehr interessante Erkenntnisse. Steigen wir also direkt ein:

Was weiß Facebook wirklich über dich?

Bild: JaysonPhotography, Shutterstock

Fast 90.000 Leute befragt

Diese Erkenntnisse stammen aus einer Studie, die die Universitäten von Cambridge und Stanford durchgeführt haben. Im Rahmen dieser Studie wurden 86.220 Personen befragt.

Die Studienergebnisse selbst lesen sich relativ sperrig, deswegen will ich diesen Artikel zum Anlass nehmen, um die Ergebnisse zu interpretieren und aufzubereiten. Das eigentlich interessante an der Studie ist, dass die Antworten von 70.520 Personen gegengeprüft wurden.

Diese Gegenprobe fand mit einem Algorithmus statt, der die Aktivitäten dieser Personen auf Facebook analysiert. So wollte man herausfinden, wie hochwertig die persönlichen Profile auf Facebook sind und ob sich daraus wirklich ermitteln lässt, wie gut Facebook seine User kennt.

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Computer bewerten Menschen „besser“

Das Ergebnis der Studie lässt sich wie folgt zusammenfassen: Computer können Personen besser beurteilen als Freunde, Verwandte, Bekannte oder Kollegen. Das klappt natürlich nur, wenn genügend Daten vorhanden sind.

„Genügend Daten“ bezieht sich hier auf die digitalen Fußabdrücke von Personen, zum Beispiel in sozialen Netzwerken wie Facebook. Im Klartext heißt das, dass auch die Einschätzung einer Person viel genauer ist, wenn man sich auf möglichst viele zur Verfügung stehende Daten verlässt.

Ein Horrorszenario? Grundsätzlich nicht, denn rein mathematisch gesehen ist das Ergebnis der Studie mehr als nachvollziehbar. Wenn eine Person jahrelang Daten in Form von persönlichen Beliebheitsbekundungen (Likes auf Facebook) hinterlässt, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Datenmenge ausreicht, um von der Person ein genaues Bild zu zeichnen.

Mehr Daten gleich bessere Einschätzung

Verwandte, Freunde, Bekannte und Kollegen können ein so genaues Bild auf Basis von Fakten nicht zeichnen. Auch das ist logisch, denn so viele Daten kann sich niemand merken.

Was dabei natürlich außen vor bleibt ist der emotionale und empathische Faktor. Selbst wenn eine Maschine alle Fakten von einer Person kennt, „kennt“ sie diese Person nicht (auch wenn das manchen Firmen lieb wäre).

Allerdings, und das ist dann wieder ein ziemlich spannendes Thema, kann ein soziales Netzwerk wie Facebook durchaus voraussehen, wie eine Person reagiert – eben auf Basis der zur Verfügung stehenden Daten.

Verhaltensweisen von Personen voraussagen

Je mehr Facebook über uns weiß, desto eher ist es möglich, auch unsere Schritte vorauszuahnen. Ob dann letztendlich auch wirklich das von Facebook prognostizierte Ereignis eintritt, darüber kann diskutiert werden.

Doch schon die Werbung auf Facebook ist ein Beweis dafür, wie gut das System funktioniert. Aufgrund der Datenmenge ist Facebook in der Lage, nur solche Werbeanzeigen auszuspielen, die auch potenziell mit den Interessen (oder sogar ganz genau) übereinstimmen.

Das klappt nicht immer, aber fast immer. Kein Algorithmus ist perfekt und deswegen immer weiter perfektionierbar – genau daran arbeitet Facebook und wird sich immer weiter verbessern.

Eigenes Verhalten bestimmt, wie viel Facebook weiß

Facebook weiß also sehr viel über dich und setzt dieses Wissen auch ein. Dabei kommt es nicht darauf an, dass du aktiv Daten an Facebook übermittelst, indem du zum Beispiel deinen Namen oder deinen Wohnort angibst.

Vielmehr kommt es darauf an, wie viel du auf Facebook aktiv bist und welche Interessen du dort indirekt von dir preisgibst. Natürlich reicht es nicht, wenn du Fan von nur einer Facebook Page bist – aus dieser Angabe kann Facebook kein wirkliches Profil erstellen.

Du kannst aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass fast alle Facebook-User viel mehr Interessen innerhalb des sozialen Netzwerks hinterlassen haben.

Niemand kann Facebook das Wasser reichen

Es stellt sich also die Frage, ob ein soziales Netzwerk wie Facebook ZU VIEL über deine User weiß oder wissen kann. Grundsätzlich sehe ich da kein Problem, denn wir alle können aktiv steuern, welche Interessen wir verraten – nicht nur an Facebook!

Aktuell geht es Facebook immer mehr darum, die immense Reichweite zu monetarisieren. Das ist verständlich und das ist auch logisch – Facebook hat ein Produkt und will dieses Produkt verkaufen.

Facebook hat dabei im Moment keinen wirklichen Gegner: Alle anderen sozialen Netzwerke sind im Vergleich zu Facebook mehr oder weniger klein. Auch Google hat es nicht geschafft, Facebook mit Google+ etwas entgegenzusetzen.

Ab 300 Likes kennt dich keine/r besser als Facebook

Es gehört zur menschlichen Natur, andere Menschen einschätzen und beurteilen zu können. Diese Fähigkeit ist wichtig und sorgt auch dafür, dass zwischenmenschliche Beziehungen überhaupt erst entstehen.

Die Vorstellung, dass eine Maschine einen Menschen besser beurteilen kann, mag auf den ersten Blick Angst machen (die „Matrix“ lässt grüßen). Letztendlich aber hat die Studie ergeben, dass der Algorithmus nur 10 Facebook-Likes brauchte, um eine Person besser beurteilen zu können, als Kollegen dazu in der Lage waren.

150 Facebook-Likes reichten aus, um eine bessere Beurteilung abzugeben als Familienangehörige und bei 300 Likes konnte der Algorithmus eine Person besser einschätzen als der dazugehörige Ehepartner.

Emotionslos und vorurteilsfrei

Eine Maschine ist dazu noch akkurater in der Bewertung von Personen, weil sie sich nur von Fakten leiten lässt. Computer mögen keine Menschen, sie hassen sie aber auch nicht.

Die Beziehung ist vollkommen emotionslos, weswegen die Beurteilung von Menschen, wie in der Studie durch einen Algorithmus 100-prozentig vorurteilsfrei und nicht mit Emotionen belastet ist.

Ob das nun ein von einem Computer gefälltes Urteil besser oder schlechter macht, sei dahingestellt. Das herauszufinden war auch nicht Sinn der Studie.

Niemand hat eine „Beziehung“ zu Facebook

Bleibt die Frage, wie gut Facebook dich kennt. Ziemlich gut, je nachdem, wie viele Informationen du von dir preisgibst.

Grundsätzlich ist das aus meiner Sicht kein Problem, denn es geht nicht um Beziehungen. Die wirkliche Beziehung hast du wenn überhaupt nicht zu Facebook, sondern zu den Menschen, mit denen du via Facebook verbunden bist.

Und so bleibt Facebook meiner Meinung nach, was es ist: Ein hervorragender Ort, um mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben und neue Dinge zu erfahren. Dass Facebook damit Geld verdient, ist nur legitim – schließlich stellt Facebook auch die Infrastruktur zur Verfügung, ohne die es nicht möglich wäre, mit Freunden, Verwandten, Bekannten und Kollegen in Verbindung zu bleiben.