Google Plus ist der neueste und zugegeben bisher in den letzten Jahren erfolgreichste Wurf des Suchmaschinengiganten Google. Mit Google Plus will man Facebook angreifen und bisher sieht es so aus, als könnte das mittel- bis langfristig vielleicht sogar klappen. Allerdings könnte Google sich selbst einen Strich durch die Rechnung machen. Warum? Wegen fehlender Algorithmen.

Der eigene Stream bei Google Plus wird derzeit linear, also chronologisch angezeigt. Wird von jemandem, den ich verfolge, etwas gepostet, dann landet das in meinem Stream ganz oben – weil es neu ist. Bis hierhin eine nachvollziehbare Sache. Doch was passiert, wenn ich 500 Leuten folge (oder besser, sie in meinen Circles habe), die Inhalte dieser 500 Leute mich aber nicht alle gleichmäßig interessieren? Gut möglich, dass mich die Posts von bestimmten Leute mehr interessieren. Das jetzige System lässt mir aber keine Möglichkeit, genau das zu berücksichtigen.

So erscheint alles, was gepostet wird, nach und nach. Um am Ball zu bleiben, müsste man ständig den Stream im Auge behalten, was natürlich eher unwahrscheinlich ist. Einzig die Benachrichtigungsfunktion hilft ein bisschen, weil sie anzeigt, wenn jemand auf interessante Posts reagiert hat (die entweder von mir sind oder von mir kommentiert wurden). Posts von Anfang an aber nach relativer Nützlichkeit und Interessen zu filtern und im Zweifel prominenter zu platzieren, dass ist (derzeit) nicht möglich.

Eigentlich ist es verwunderlich, dass grade Google solche Algorithmen oder Filter nicht von Beginn an innerhalb von Google Plus verbaut hat. Schließlich sind Algorithmen und Filter doch das „Kerngeschäft“ von Google. Es bleibt also zu hoffen, dass solche Mechanismen (wie man sie z. B. von Facebook und dem EdgeRank kennt) noch eingeführt werden, um etwas mehr Überblick in den eigenen Stream zu bringen.