Kaum gestartet, ist es heute schon Zeit für die zweite Folge von „UFBA: User fragen, Björn antwortet“. Wie letzte Woche bereits angekündigt, werde ich hier regelmäßig Fragen beantworten, die man mir über diverse Kanäle bereits gestellt hat. Ich persönlich finde das sinnvoll, weil ich so auch allen anderen, die vielleicht eine ähnliche Frage haben, helfen kann. In der ersten Folge hatte ich mich mit der interessanten Frage befasst, ob invalider Quellcode für das Ranking einer Website bei Google schädlich ist und auch in dieser Woche geht es um das Thema Suchmaschinenoptimierung im weitesten Sinne. Die heutige Frage wurde mir vor circa 5 Wochen auf einer SEO-Konferenz hier in Hamburg gestellt: „Schaden viele eigene Seiten ohne echte Inhalte im Google-Index dem Ranking?“ Ebenfalls eine sehr interessante Frage, die meiner Ansicht nach auch von fundamentaler Bedeutung ist.

UFBA Folge 2: Schaden viele eigene Seiten ohne echte Inhalte im Google-Index dem Ranking?

Bild: Piotr Marcinskim fotolia.com

Viel hilft nicht immer viel

Für die Beantwortung dieser Frage habe ich mir ein kleines Denkmodell überlegt. Dieses Modell stammt nicht aus dem Online Marketing und lässt sich am besten im Bereich „Print“ ansiedeln. Nichtsdestotrotz ist es meiner Ansicht nach perfekt geeignet, um sich die Problematik zu verdeutlichen, die Google als Suchmaschine hat, wenn es um die Beurteilung von Websites geht, die mit einer hohen Anzahl mehr oder weniger inhaltsloser Seiten den Index verstopfen, oder belasten, wie man schon sagen könnte.

Man stelle sich also ein Print-Magazin wie zum Beispiel den Spiegel, den Stern oder den Focus vor. Ein solches Print-Magazin lebt von seinen Inhalten, die möglichst hochwertig sein müssen, damit die Reichweite wächst und so mehr Werbung verkauft werden kann. Wenn ein solches Print-Magazin nun plötzlich von 100 redaktionellen Seiten nur noch 40 Seiten hätte, auf denen wirklich interessante und vor allem einzigartige Inhalte stünden.

Was würde dann wohl die Verbraucher sagen? Würden sie weiterhin Geld für ein solches Produkt bezahlen? Ein Produkt, bei dem 60 Prozent der Inhalte aus qualitativ minderwertigem Content bestünde? Ganz sicher nicht.

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Google will Qualität

Bei Google verhält es sich aus meiner Sicht nicht anders. Auch Google will einen möglichst hochwertigen Index schaffen. Grund: User sollen zufrieden sein und wiederkommen, denn nur dann steigt die Chance, dass auch mehr User öfter auf Anzeigen klicken und nur dann klingelt bei Google die Kasse.

Eine Website mit vielen Seiten, auf denen aber nur automatisch erzeugte Inhalte veröffentlicht werden, die zudem noch von schlechter Qualität, nicht einzigartig und somit für den User so gut wie unbrauchbar sind, kann Google unmöglich gut finden. Aus dieser Perspektive ist eine solche Website ganz sicher nicht gut aufgestellt, wenn es um das Ranking bei Google geht.

Möglicherweise werden alle Seiten im Index von Google zugelassen – eine positive Bewertung kann aber nicht erwartet werden. In diesem Zusammenhang muss auch immer die Wirtschaftlichkeit des Crawlings von Google berücksichtigt werden. Google muss Zeit und Energie für das Crawling aufwenden. Wer es schafft, Google hier sinnlosen Datenmüll gar nicht erst zuzumuten, hat aus meiner Sicht Vorteile. Im Prinzip ein ähnlicher Prozess wie bei der Beschleunigung der Ladezeiten.

Seiten mit wenig Inhalt, Traffic und Umsatz aussieben

Ich will mich bei der letztendlichen Beantwortung der Frage nicht zwingend darauf versteifen, dass viele nutzlose Seiten dem Ranking einer Website grundsätzlich schaden. Ich glaube aber, dass es deutlich besser ist, Google nur solche Informationen anzubieten, die auch wirklich nützlich sind, einen Zweck erfüllen und sinnvoll sind. Alles andere erscheint mir nicht praktikabel. Insofern ist es gut möglich, dass es keine direkten Nachteile für das Ranking gibt.

Allerdings wird Google höchstwahrscheinlich Seiten, die nur Sinnvolles und Nützliches anbieten und keinen Ballast in den Index pusten, bevorteilen – ganz bestimmt sogar, wenn es um den direkten Vergleich geht. Vor allem Online-Shops und Websites, die viel mit Katalogtiteln arbeiten (müssen) werden das Problem mit den vielen Seiten im Google-Index kennen. Leider gibt es meiner Erfahrung nach kein echtes Patentrezept für solche Fälle und es hilft nur das Bereinigen per Hand. Im ersten Schritt sollte man genau die Unter- und Produktseiten filtern, die schon jetzt für viel Traffic verantwortlich sind und entsprechend Umsatz bringen.

Nach dieser Filterung dürften im Schnitt so an die 60 Prozent aller Produkt- und Unterseiten wegfallen – und nach diesem Schema arbeitet man sich Schritt für Schritt vor. Am Schluss steht dann ein Cluster von Seiten, die erstens inhaltlich hochwertig sind, zweitens maßgeblichen Traffic verursachen und drittens für entsprechende Umsätze sorgen. Genau diesen Produkt- und Unterseiten sollte dann die volle Aufmerksamkeit gewidmet werden, um die komplette Website weiter auf Vordermann zu bringen – auch, um bei Google besser zu performen.