In meiner „UFBA“-Serie (steht für „User fragen, Björn antwortet“) nehme ich in unregelmäßigen Abständen Stellung zu Fragen, die mich per E-Mail, über meine Facebook Page, via Google+ oder per Twitter erreichen. Leider kann ich nicht jede Frage beantworten und deswegen nehme ich mir die interessantesten von ihnen vor und schreibe dazu dann eine ausführlichere Erläuterung. Wer von euch auch eine Frage mit Bezug auf Online Marketing hat, kann sich gern bei mir melden. Heute geht es darum, ob der Server-Standort für das Ranking einer Website wichtig ist. Sollte man also auf jeden Fall eine .de-Domain nutzen, wenn man seine Website in Deutschland betreibt? Kann es schaden, wenn man mit einer .org-Domain deutsche Inhalte publiziert, obwohl man auf den Bahamas wohnt?

UFBA 6: Wie wichtig ist der Server-Standort für das Ranking einer Website?

Wie so oft: Denken hilft!

Um wirklich sinnvoll beurteilen zu können, wie wichtig der Server-Standort für das Ranking einer Website ist, muss man ein bisschen in der Vergangenheit von Google recherchieren. So hatte sich Matt Cutts zu diesem Thema schon vor ziemlich genau fünf Jahren gemeldet:

Zu den Anfangszeiten von Google spielte der Server-Standort keine Rolle. Erst um 2001 hat man sich überlegt, dass es nicht zwingend sinnvoll sein muss, dass nur die Domainendung Auskunft darüber gibt, wo sich eine Website befindet.

Eine Domain, die zum Beispiel auf .fr endet, laut Server-Standort nicht in Frankreich betrieben wird, trotzdem aber französische Inhalte hat, kann für Menschen aus Frankreich interessant sein – oder für Leute, die der französischen Sprache mächtig sind.

Land, Sprache und Server-Standort im Einklang?

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Mit anderen Worten: Wenn jemand in Australien arbeitet und dort eine Website über die Sehenswürdigkeiten von Paris in französischer Sprache veröffentlicht, eine .fr-Domain nutzt, seinen Server aber in Melbourne stehen hat, dann können die Inhalte trotzdem sehr wichtig sein für Leute, die in Frankreich leben und sich für Paris interessieren.

Auf der anderen Seite kann eine Website, die nicht auf .fr sondern auf .org endet, für Franzosen sehr relevant sein, wenn sie der Server in Frankreich steht und die Inhalte ebenfalls Französisch sind. So gesehen ist der Server-Standort auf jeden Fall ein Faktor, der das Ranking beeinflusst – wenn nicht direkt, dann mindestens in der personalisierten Suche.

Nun gibt es extrem viele Beispiele, bei denen Websites international sind, mehrere Sprache abdecken, dennoch aber an nur einem Standort gehostet werden. Google vergleicht für seine Rankings alle Daten, die zur Verfügung stehen und ganz sicher kann es einen Vorteil bringen, wenn man seine Website „aus einem Guss“ im Internet veröffentlicht. Allerdings gibt es auch direkt von Google anderslautende Informationen, wonach der Server-Standort nur ein ganz kleiner oder sogar überhaupt kein Ranking-Faktor ist.

Relevante Ergebnisse für alle Google-User

Für eine Website mit deutschen Inhalten und deutschem Zielpublikum bedeutet das: Content in deutscher Sprache, der auf einer .de-Domain liegt und in Deutschland gehostet wird – und wenn man es ganz genau nimmt, dann sollte die Firma, die den Server unterhält, auch aus Deutschland kommen und der Betreiber ebenfalls seinen Wohnsitz in Deutschland haben.

Für Google ist dann unmissverständlich klar, dass es sich um eine Website handelt, die für Surfer aus Deutschland relevant ist. Bitte beachten: Bei dieser „Analyse“ handelt es sich um einen möglichen Idealzustand, der nicht immer beachten werden kann – so ist es zum Beispiel denkbar, dass eine Website aus Deutschland auch für Surfer aus Österreich relevant ist, es fehlt dann aber die Kennzeichnung durch die .at-Domain – in diesem Fall ist der Server-Standort dann nicht sehr relevant.

Google versucht die besten Ergebnisse für alle Nutzerinnen und Nutzer in jedem Land zu liefern. Server-Standort und IP-Adresse spielen dabei eine Rolle, die Größe dieser Rolle scheint aber selbst bei Google intern umstritten zu sein. Vorteile beim Ranking sind also nicht zwingend sicher. Auch dabei gilt jedoch wie immer, dass ein solcher Ranking-Faktor nur einer von vielen ist – mit den Rankings klappt es nur, wenn man ganzheitlich gearbeitet und alle wichtigen Ranking-Faktoren bedient hat.