Gastartikel sind böse! Diese neue Erkenntnis legte sich in der letzten Woche nach einem neuen Blog-Artikel von Matt Cutts über die internationale SEO-Szene. Schade, wieder eine Quelle für hochwertige Links im Eimer. Schon 2013 wurden die leisen Töne aus dem Google-Hauptquartier immer lauter und die Zweifel wuchsen, ob man mit einem Gastbeitrag auf einer erfolgreichen Website noch einen Blumentopf gewinnen könnte. Zu diesem Thema möchte ich meine persönliche Erkenntnis vorschieben: Ja, das geht auch 2014 noch und nur weil ein Artikel als Gastbeitrag veröffentlicht wird, muss das noch lange nicht gegen irgendwelche Richtlinien oder Meinungen verstoßen. Wie aber sollte man ab sofort mit dem Thema umgehen? Und welche Rolle spielt der Bereich der Suchmaschinenoptimierung?

Über böse Gastartikel und guten Content

Sind Gastartikel leichte Opfer?

Zugegeben, mit Gastartikeln ist das so eine Sache, zunehmend wurde dieses Instrument für Linkaufbau missbraucht und durch schlechte Inhalte und miesen Content arg gebeutelt. Das Thema schien sich 2013 schon fast zu einem Sport zu entwickeln und speziell in den USA hat der Gastbeitrag an sich einen ganz anderen Stellenwert als bei uns. Dass das irgendwann Matt Cutts und Google auf den Plan rufen würde, war zu erwarten.

Es bedeutet aus meiner Sicht aber nicht, dass Gastartikel nun grundsätzlich schlecht sind, nur weil Matt Cutts und Google Linkaufbau nicht mögen. Der Ansatz ist verständlich: Seit mehr als 10 Jahren kämpft Cutts bei Google für ein „sauberes Netz“ und will verhindern, dass die weltweit größte Suchmaschine von zu viel minderwertigem Content geentert wird. Nachvollziehbar, schließlich versucht jeder Webmaster, keine Spam-Kommentare auf dem eigenen Blog zuzulasen. Bei schlechtem Content durch miese Gastartikel herrschen die gleichen Regeln.

Dass das aber auch 2014 überhaupt noch möglich ist zeigt, dass das System weit davon entfernt ist, perfekt zu sein. Perfekt – wer oder was ist das schon? Und schon lange keine Maschine. Dennoch arbeitet Google mit großen Anstrengungen daran und wird es vermutlich irgendwann auch erfolgreich sein. Bis dahin beschäftigen wir uns mit den Möglichkeiten, gute Inhalte zu platzieren und im besten Fall dafür auch noch eine kleine Belohnung abzugreifen. Doch Matt Cutts und Google scheinen damit ein Problem zu haben.

SEOs wollen eine Belohnung

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In den Augen vieler SEOs ist diese Belohnung natürlich ein Link. Und so kommen immer mehr „normale“ Webmaster und Seitenbetreiber auf die unsinnige Idee, dass findige Webmaster das Prinzip der Gastartikel für die Zwecke der Suchmaschinenoptimierung erfunden hätten. Sie haben es nicht erfunden, Gastartikel gibt es schon, seit es Magazine, Zeitschriften und Zeitungen gibt.

So hat jede Tageszeitung eine Kolumne, in der Personen, die nicht hauptsächlich dafür schreiben, immer mal wieder zu Wort kommen. Selbst Kommentare im TV, die man zum Beispiel gern bei den „Tagesthemen“ sieht, sind nichts weiter als Gastartikel. Die Möglichkeit, die eigene Meinung darzustellen und auf sie hinzuweisen – das ist das eigentliche Wesen eines Gastartikels.

In Zeitungen und auch im TV braucht es nun jedoch keine Links. Der Name des Verantwortlichen oder des Kommentatoren wird genannt, sei es nun durch Einblendung oder durch Abdruck. Was bleibt? Eine Nennung, eine Erwähnung. Sinn: Bekannt(er) werden und auf sich aufmerksam machen. Auch für „ganz normale“ Webmaster übrigens erstrebenswert, die mit ihrer Website oder ihrem Blog nicht zwingend sofort an Suchmaschinenoptimierung denken und einfach nur mehr Leser erreichen wollen.

Was meint Google denn dazu?

So funktionieren Gastartikel auch im Internet. Problem: Die Erwähnung erfolgt fast immer als Link auf der Website, von der der Gastartikel kommt, schließlich will man auch hier auf sich oder seine Publikation aufmerksam machen – eine andere Möglichkeit gibt es da oft nicht. Das hat vornehmlich mehr mit Reputation als mit Linkaufbau zu tun. Google allerdings sieht das naturgemäß anders, weil es sich rein technisch gesehen bei einem Link aus Gastartikeln nicht um freiwillig gesetzte Links handelt. Solche Links kommen durch eine Vereinbarung zustande.

Und das ist vollkommen legitim. Einzig das Interent-Verständnis von Matt Cutts und Google macht uns beim Thema Gastartikel einen Strich durch die Rechnung. Zugegeben: Viele Gastartikel, die mir 2013, davor und auch schon 2014 untergekommen sind, haben die Bezeichnung nicht verdient. Da wird in der Tat mit Keywords in den Linktexten nur so um sich geworfen, was dann eben wie gesagt nicht mehr viel mit einem Gastartikel zu tun hat. Dafür aber mit qualitativ minderwertigem Linkaufbau und schlechter Suchmaschmaschinenoptimierung, was ab einem gewissen Grad auch dem geneigten Leser auffällt – und spätestens dann kann man in der Tat von Spam sprechen. Hier würde ich Matt Cutts uneingeschränkt beifplichten, den solcher Content taugt nichts und hat auf einem Blog nichts zu suchen.

Trotzdem darf es nicht sein, dass ein komplettes Genre von Google gegeißelt wird. Matt Cutts ist ja auch (glücklicherweise) in Teilen zurückgerudert. Und die Aussage dass ein hochwertiger Gastartikel auch auf den Verfasser abstrahlt, wenn es keinen Link gibt, kann man gelten lassen – das sollte auch Google so sehen, wenn ständig davon gesprochen wird, die Suche besser zu machen. Eine Garantie ist es allerding nicht und es kommt immer darauf an, welche Absicht mit einem Gastartikel verfolgt wird.

Reputation statt Suchmaschinenoptimierung

In dieser Angelegenheit kann ich nur für mich sprechen, nicht für Gastartikel-Leser und -Verfasser allgemein. Selbstverständlich suche ich via Google nach entsprechenden Websites, wenn ich selbst einen Gastartikel veröffentlichen will. Wichtig ist mir dabei unter anderem die Reichweite, denn ich möchte mit einem Gastartikel auch immer eine Diskussion anstoßen und entsprechend viele Kommentare erzeugen. Trotzdem hat das überwiegend nichts mit SEO zu tun.

Ich möchte mit Gastartikeln Links für meinen Blog erzeugen natürlich (ist übrigens nicht zwingend mit Linkaufbau gleichzusetzen). Das will ich, weil mir die Möglichkeit der Verbesserung der Reputation wichtig ist – die Leser des Gastartikels sollen auch den Rest meiner Arbeit auf meinem Blog kennenlernen und sich mit mir über Kommentare auf meiner Website auseinandersetzen. Das fördert die Kommunikation mit meiner Leserschaft und zeigt, dass mir dieser Austausch auf Content-Basis wichtig ist. Dabei schiele ich nicht zwingend immer auf das Thema SEO, wenn es um die Artikel-Erstellung geht.

So gesehen kann ich an einem qualitativ hochwertigen Gastartikel, der im Zweifel auch eine Diskussion anregen und für Kommentare sorgen kann, nichts Verwerfliches finden. Mag sein, dass das Prinzip von einigen für die Suchmaschinenoptimierung zu stark ausgereizt wurde. Google müsste aber meiner Ansicht nach so intelligent sein, um die guten von den schlechten Gastartikeln unterscheiden zu können. Sofern es nur um Reputation mit einem Link zum Urheber geht, sehe ich mit Gastbeiträgen auch 2014 kein Problem und hoffe mal, dass Matt Cutts mir auf lange Sicht beipflichtet…