Twitter und TV, eine unschlagbare Kombination, findet jedenfalls Fred Graver. Er ist bei Twitter sozusagen der „Kopf des Fernsehens“, ein Experte ohnegleichen. Er ist Autor diverser amerikanischer Unterhaltungsformate wie zum Beispiel der David Letterman Show – er weiß also Bescheid. Bei der „Quartz“, einer US-Veranstaltung zu Thema, wie wir Fernsehen sehen – die Zukunft des TVs sprach er über die unweigerliche Verbindung von TV und Internet. Auch wenn das so mancher nicht verstehen will oder deswegen etwas irritiert ist. Die Zukunft des Fernsehens ist ohne die sozialen Netzwerke nur schwer vorstellbar. Davon ist Graver überzeugt.

Twitter will TV-Gewohnheiten für immer umkrempeln

Riesiger Aufschwung

Ihn wundert es nicht, dass Twitter in dieser Beziehung einen riesigen Aufschwung erlebt. Das zeigte auch zuletzt die Tatsache, dass ein simples Selfie auf der Oscar-Verleihung Millionen von Retweets bekam. Wer wissen will, weiß bei den Promis läuft, der followed sie auf Twitter oder liked sie auf Facebook.

Die Moderatorin Ellen DeGeneres rief bei den Oskars zu einem Gruppenfoto auf und immer mehr Hollywoodpromis drängten sich dazu. Genau das ist das Ziel von Fred Graver, er will Twitter und TV in den USA (und später vermutlich auch auf der ganzen Welt) untrennbar miteinander verbinden, denn seiner Meinung nach ergänzen sich Twitter und das TV, so wie wir es heute kennen, perfekt.

Graver teilte auf der „Quartz“ mit, dass 95 Prozent aller öffentlichen Gespräche über das Fernsehen im Netz stattfinden. Und 33 Prozent aller Twitternutzer twittern über die Show, die sie gesehen haben oder aktuell sehen.

70 Prozent tweeten während einer Sendung

Eine klassische Win-Win-Situation für das Fernsehen und das soziale Netzwerk. Der normale User twittert in der Regel nur einmal über die Show, meistens, so Graver, gibt es aber immer „Schreihälse“, die sich mit mehreren Tweets hervortun wollen.

Solche Leute sind wohl am besten mit Trollen zu vergleichen, wie man sie aus Foren kennt. Die Herausforderung von Twitter liege darin, andere Nutzer von einem sinnvollen und positiven Verhalten zu überzeugen, also mehr Nutzer über den Austausch zum Programm zu bewegen – nicht bezüglich einzelner Personen.

Bis vor kurzem hatte Twitter übrigens noch nicht einmal eine Marketingabteilung, teilte Graver weiter mit. Als „Head of TV“ ist er also einer der exoten im Unternehmen, will das Thema aber mit Nachdruck nach vorn bringen.

Mehr Tweets bei Live-Shows

Vor allen Dingen sind es Live-Shows, die Twitterer dazu bewegen, sich auszutauschen. Hierzulande sind das vor allem Shows wie „DSDS“ oder „Wetten, dass…?“, wenn auch nicht immer positiv.

Graver stellte fest, dass viele Amerikaner viel Zeit mit dem Schauen von Fernsehprogrammen verbringen, aber weniger mit dem Schreiben von Tweets. Und da herrsche bei Twitter Nachholbedarf, man wolle mit den Fernsehsendern in dieser Sicht zusammenarbeiten.

Das gesetzte Ziel: Die Verbindung von Fernsehen und Twitter mehr und mehr in den Köpfen zu verankern, damit die Kombination TV/Twitter selbstverständlicher, mit der Zeit akzeptiert und auch entsprechend genutzt wird.