Wir Deutschen sind keine Twitter Fans. Während Facebook es auf über 23 Millionen Nutzerinnen und Nutzer bringt, schafft Twitter nur knapp 4 Millionen. Das ist ein Problem, weiß man auch bei Twitter. Und so will man nun in Deutschland durchstarten. 2013 sind Wahlen, heißt es aus dem Twitter Hauptquartier in den USA, und bei Wahlen hat Twitter immer gute Chancen, populärer zu werden. Doch reicht ein solches Ergeignis, um wirklich mehr Nutzer anzuziehen und welche Möglichkeiten gibt es noch, um Twitter in Deutschland erfolgreicher zu machen?

Twitter will in Deutschland durchstarten

Twitter mit weniger Reichweite als Google+

Seit Anfang 2012 hat Twitter ein Büro in Berlin, dort arbeiten 3 Personen, die sich um das Deutschland Geschäft kümmern sollen. Das ist auch nötig, denn Twitter ist in Deutschland im Vergleich zu internationalen Konkurrenz noch kein wichtiger Player im Bereich Social Media. Erst kürzlich zog Google+ in Sachen Reichweite an Twitter vorbei. Höchste Zeit also zum Handeln. Von der Zentrale in den USA wird die deutsche Außenstelle gelobt. Seit Beginn des Jahres hätte sich die Zahl der täglichen Anmeldungen in Deutschland verdoppelt, Twitter hat angeblich schon jetzt 50% mehr aktive Nutzerinnen und Nutzer als vor 6 Monaten.

Wahlen 2013 sollen Wachstum bringen

Für 2013 rechnet die Twitter Chefetage mit weiterem Wachstum. Grund: Im kommenden Jahr sind bei uns Bundestagswahlen und zu solchen Ereignissen steigt das Interesse der Menschen an Nachrichten. Twitter hätte davon in der Vergangenheit überall auf der Welt stets profitiert. Außerdem seien 16 von 20 europäischen Staatschefs bereits aktive Twitter Nutzer. Sobald Angela Merkel dazugehört, werde auch in Deutschland das Interesse an Twitter steigen.

Werbung und Smart TV als Motor

Unter anderem aus diesem Grund soll es ab dem kommenden Jahr auch direkte Werbung für Twitter in Deutschland geben. Twitter Vize Chefin Katie Stanton sagte in einem Interview mit dem Focus zudem, dass man sich bei Twitter sehr viel vom Thema „Smart TV“ verspreche. Die Möglichkeit, TV Sendungen direkt mit einer Interaktion auf Twitter zu verknüpfen, sei eine „faszinierende Möglichkeit“.

Deutsches Problem: Ein Netzwerk reicht vielen

Ob Twitter damit in Deutschland wirklich nachhaltig wachsen kann, wird sich zeigen. Grundsätzlich ist die Problematik meiner Ansicht nach eher die, dass die Mehrheit der Internetuser in Deutschland sich primär auf einen Anbieter versteift. Aus diesem Grund ist in meinen Augen auch Google bei uns so extrem groß geworden – funktioniert ein Prinzip besonders gut, dann werden Mitbewerber im Netz gern links liegen gelassen. Und im Bereich Social Media ist eben Facebook der Platzhirsch.