Eigentlich ein viel versprechender Start. Kaum, dass das soziale Netzwerk Twitter den eigenen Börsengang verkündet hat, gibt es mächtig Aufruhr an der New Yorker Wall Street. Grund sind eine Verwechslung und wohl auch reichlich Halbwissen in der Finanzwelt der USA. „Twitter“ ist eben nicht gleich „Tweeter“. Die Firma mit dem ähnlichen Namen ist bereits an der Börse und wurde im Strudel der Euphorie um Twitter offensichtlich positiv in Mitleidenschaft gezogen. Die Aktie von Tweeter Home Entertainment kostete vor einigen Tagen nur 2 US-Cent, binnen weniger Stunden war sich auf 15 US-Cent angestiegen. Zeitweise gab es ein Plus von 2000 Prozent. Da mussten auch die New Yorker Börsianer zwei Mal hingucken. Ob ihnen das Versehen beim zweiten Blick aufgefallen ist?

Twitter: Verwechlsung sorgt für 2000 Prozent Aktienplus

Nur eine Verwechslung…

Man muss sich schon wundern. Die Firma Tweeter Home Entertainment verkauft technisches Equipment, hat aber mit Social Media herzlich wenig am Hut. Und auch die Verkaufszahlen des Unternehmens sind nicht wirklich berauschend.

Trotzdem schoss die Aktie um 2000 Prozent nach oben – eben weil sie stark nachgefragt wurde. Das hängt aber größtenteils damit zusammen, dass „Twitter“ und „Tweeter“ ähnlich klingen.

Ein TV-Journalist aus den USA mutmaßte denn auch, dass es sich um eine Verwechslung handeln müssen. Grund: Die beiden Firmen klingen ähnlich. Korrekt, darauf hätte man als Anleger aber auch selbst kommen können, wenn man sich ein bisschen informiert hätte.

Twitter ist noch gar nicht an der Börse

Und es kommt noch besser: Das Unternehmen Tweeter Home Entertainment ist seit 2008 so gut wie bereits pleite. Hier wurde also zu schnell gehandelt und überhaupt nicht nachgedacht.

Twitter macht derzeit noch Verluste und hat nichts mit Tweeter zu tun. Aber dennoch hat sich der Kurznachrichtendienst ein hohes Ziel gesetzt. Man rechnet mit einem Erlös von einer Milliarde Euro. Man darf also gespannt sein, zu welchem Preis die richtige Aktie dann letztendlich auf den Markt kommt.

Tweeter indes hat die falsche Euphorie nicht geschadet. Auch wenn der Aktienwert nicht mehr so hoch ist und mittlerweile nur noch bei 5 US-Cent liegt, so ist es doch ein höherer Wert als zuvor. Ob sich das bankrotte Unternehmen damit sanieren kann, ist allerdings fraglich.