Custom Timelines sind das aktuelle Highlight aus dem Hause Twitter. So wird es auf jeden Fall verkauft und schaut man sich das neue Feature etwas genauer an, dann ist es in der Tat nützlich – obwohl es grundsätzlich nicht mehr als ein aufgebohrtes Bookmark-System ist. Nur halt eben via Twitter und das ist die eigentliche Neuigkeit. Außerdem stellen die Custom Timelines eine neue Chance dar, dass man mit seinem eigenen Content besser performt, wenn er denn auch wirklich gut ist und so den Einzug in eine Custom Timeline findet. TweetDeck wurde 2012 von Twitter gekauft, dieser Schritt wurde nicht unbedingt von vielen in der Netzgemeinde bejubelt. Und tatsächlich: Im Vergleich zur alten Version von TweetDeck ist die neue Variante nicht komplett besser geraten, hier und da gibt es durchaus verbesserungswürdige Elemente. Die Übernahme durch Twitter jedoch machte Dinge wie die Custom Timelines erst möglich. Aus der Sicht von Twitter also ein sinnvoller Schritt und wie gesagt – wer selbst gute Inhalte, kann auch stark profitieren. Doch was bringt das Feature dem ganz normalen Twitter-User, der selbst gar keine Inhalte produziert?

Twitter führt Custom Timelines für TweetDeck ein

Aufbau von Wissensdatenbanken für sich und andere

Die Custom Timelines ermöglichen das Sammeln und Aufbereiten von Tweets. Findet man einen hochwertigen Tweet, dann packt man ihn zu anderen in eine Custom Timeline, wo das Thema des Tweets explizit behandelt wird. Auf diese Weise schafft man sich nach und nach einen Wissenstresor, auf den man immer wieder zugreifen kann.

Auf diese Weise kann man sich mit seinem wachsenden Bestand an Custom Timelines eine kleine Datenbank innerhalb von TweetDeck aufbauen. Das ist durchaus nützlich, weil man so alle interessanten Tweets immer an einer zentralen Stelle hat und nicht lange suchen muss.

Gegenüber der Funktion „Favoriten“, die Twitter ja auch bietet, gibt es noch den großen Unterschied, dass sich die Custom Timelines sowohl teilen, als auch auf einer Website abbilden lassen. So kann man also auch seine Besucher, wenn man denn eine eigene Website hat, in den Genuss der eigenen Datenbanken kommen lassen. Wie genau man eine Custom Timeline einrichtet steht im offiziellen Twitter-Blog.

Content Curation mit Twitter?

Das Teilen von Custom Timelines auf der eigenen Website ist übrigens einer der Gründe, warum das neue Feature für Produzenten von Inhalten so interessant ist. Schafft man es, mit seinen Tweets in die Custom Timelines anderer zu kommen, dann steigt die Chance, dass die eigenen Tweets (und somit deren eigentlicher Inhalt) mehr Aufmerksamkeit bekommt.

Mehr Aufmerksamkeit bedeutet mehr potenzielle Besucher, was dann wiederum zu mehr Traffic und Reichweite führt. Wer also bisher schon mit guten Inhalten punkten konnte, wird durch die Custom Timelines vermutlich noch stärker gefördert.

Die neue Funktion bei TweetDeck sorgt aber auch dafür, dass das Thema Content Curation weiteren Aufschwung bekommt. Man nicht zwingend selbst Inhalte anbieten, um auf sich aufmerksam zu machen. Auch als Verteiler und Multiplikator kann man auf einem Themengebiet interessant sein. Genau das wird mit den Custom Timelines erreicht. Eine klassische Win-Win-Situation also, von der alle profitieren können, wenn sich das Feature durchsetzt.