Es sah so gut aus mit dem Twitter. Das Unternehmen erlebte jüngst mit dem Gang an die Börse einen echten Höhenflug. Zum ersten Mal wurden sogar Gewinne erwirtschaftet. Der spontane Tweet während der Oscar-Verleihung und der Selfie mit Hollywood-Prominenz von Moderatorin Ellen De Generes Twitter dann auch noch zu ungeahnter zusätzlicher Bekanntheit. Doch jetzt der Dämpfer. An der Börse ist Twitter kein Überflieger und die Anleger sind enttäuscht, wie schlecht sich der Kurs der Aktie von Twitter entwickelt – die Zahlen sind alles andere als überzeugend. Jetzt stellt Twitter sein Konzept um und will mit neuen Ideen wieder zu alter Form zurückkehren, um damit bei den Usern (und somit auch bei den Anlegern) wieder zu punkten.

Twitter enttäuscht mit schlechten Zahlen

Elf Prozent Einbußen

Ungefähr elf Prozent Verlust musste Twitter hinnehmen. Trotz schlechter Werte an der Börse wird bis Ende dieses Jahres aber ein Umsatz von rund 1,2 Milliarden Dollar erwartet, teilt Twitter-Geschäftsführer Dick Costolo mit. Es werden knapp 700 Millionen Dollar an Aktien für die Mitarbeiter ausgegeben. Diese bleiben intern, so dass hierfür erst nach Jahren Kassensturz gemacht wird – geschickter Schachzug. So werden die Mitarbeiter ans Unternehmen gebunden. Und es sind nicht irgendwelche Mitarbeiter, sondern hochqualifizierte Leute.

Konsequent wird weltweit nach den besten Talenten gesucht, in Konkurrenz mit Unternehmen, die eine ähnliche Ausrichtung haben, wie zum Beispiel Facebook oder Google. Die Jobs scheinen aktuell also sicher zu sein bei Twitter. Diese Planungssicherheit bringt zumindest auf Mitarbeiterseite Ruhe in das Unternehmen. Und diese Ruhe wird jetzt dringend gebraucht, wenn man sich sinnvolle und vor allem funktionierende Strategien für die kommenden Monate und Jahre ausdenken will.

Solche Strategien sind wichtig, um wieder mehr User an Twitter zu binden. Außerdem muss Twitter wieder attraktiver werden und darf nicht ein Schattendasein im Fahrwasser von Giganten wie Facebook fristen. Denn auch wenn Twitter längst nicht so beliebt wie Facebook sein mag, so hat es doch zahlreiche Vorzüge, die die User nicht missen wollen.

Umstrittenes Umsatzplus

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Damit der eigentliche Umsatzverlust keinen so großen Schlag ins Kontor darstellt, werden die Zahlen ein wenig angepasst und korrigiert. Beispielsweise vermeldete Twitter für das erste Quartal stolz ein Umsatzplus von 100 Prozent im Gegensatz zum Vorjahr mit einem stattlichen Gewinn. Schaut man sich die echten Bilanzen an (GAAP, die allgemein anerkannten Rechnungslegungsgrundsätze der USA) im Hinblick auf die Aktien der Mitarbeiter an, so kommt ein Nettoverlust von 132 Millionen US-Dollar heraus.

Investoren und Analysten sind indes skeptisch und konzentrieren sich nur auf die Wachstumszahlen des Unternehmens. Und stellt man einen Vergleich zu anderen Unternehmen an, dann steht Twitter überhaupt nicht gut da. Wie anfangs erwähnt, sind die Nutzerzahlen gestiegen, aber im Vergleich zum Quartal davor ist ein Rückgang zu erkennen (nur 5,9 Prozent Steigerung). So erkennt man den wahren Wert von Twitter. Und das ist es, worauf sich die Experten berufen und nicht auf die geschönten Zahlen des Unternehmens.

Letztendlich braucht es (aktive) User, die Twitter so oft wie möglich nutzen und dafür sorgen, dass der Dienst viel genutzt wird – auch von denen, die vielleicht nur passiv mitlesen. Der kürzlich eingeschlagene Weg, sich zum Beispiel bei den Profilen mehr an Facebook zu orientieren, kann allerdings auch ein waschechter Rohrkrepierer sein. Twitter hat als erster „Microblogging“-Dienst überhaupt nach wie vor dieses Alleinstellungsmerkmal. Sich nun selbst zu einer Kopie zu machen, muss nicht zwingend der klügste Schritt sein.