Dick Costolo steht vor einer großen Aufgabe. Dick, wer? Dick Costolo ist der aktuelle CEO von Twitter und er hat die (un?)dankbare Aufgabe, den Kurznachrichtendienst erfolgreich an die Börse zu bringen. Die Herausforderung besteht darin, einen möglichst erfolgreichen Start hinzulegen und dazu muss er die Fehler kennen, die der größte Konkurrent Facebook bei seinem Start hingelegt hat. Costolo ist einer der neuen Stars im Silicon Valley: Zielstrebig und geschäftstüchtig. Um seinen Konkurrenten zu analysieren, bedarf es aber zusätzlich viel Fingerspitzengefühl. Seit 2010 ist Costolo Chef des Kurznachrichtendienstes und gut informiert. Auch wenn Twitter bislang wenig Gewinn gemacht hat, so erfreut sich das Unternehmen dennoch immer größerer Beliebtheit – und das soll jetzt auf die Börse übertragen werden.

Twitter-CEO Dick Costolo: Mit viel Erfahrung an die Börse

Twitter 11 Milliarden US-Dollar wert

Die Aktien werden voraussichtlich mit 17 bis 20 US-Dollar pro Stück gehandelt. Wenn das so bleibt, liegt der Wert Twitters bei etwas über 11 Milliarden US-Dollar. Eine stolze Summe. Der 50-jährige Costolo hat einen guten Stand und ist im Silicon Valley kein Unbekannter.

Er ist sogar einer der einflussreichsten Personen dort und gilt als sympathisches Pendant zu Mark Zuckerberg. Seine ersten beruflichen Erfahrung machte der Twitter-CEO zunächst ganz woander, nämlich beim so genannten Annoyance Theatre. Seine Vorliebe galt der Improvisation.

Was zunächst vielleicht nicht wichtig für das Aktiengeschäft klingt, erweist sich jetzt aber vielleicht als nützlich – die Kunst zu improvisieren wird ihm jetzt weiterhelfen.

Große Dimensionen

Dick Costolo scheut kein Risiko und weiß, dass manches anders kommen kann als geplant. Dann muss man schnell reagieren und die Nerven behalten. Ebenfalls hilfreich für seine große Aufgabe könnte sein Studium in Computerwissenschaften sein. Sein bisheriger Weg wird von vielen als eigenwillig bezeichnet.

Für Jobs in Chicago lehnte er einige gut bezahlte Angebote von Technologiefirmen ab. Er wusste früh, wo er hin möchte. Und so wird seine Gabe, in großen Dimensionen zu denken, für den Twitter-Börsengang höchstwahrscheinlich sehr hilfreich sein. Jetzt müssen nur noch die Zahlen stimmen und jede Menge Aktien gekauft werden. Vorsicht ist dennoch geboten.

Facebook machte seinerzeit unter anderem den Fehler, den Ausgabepreis der Aktien zu hoch anzulegen und dadurch potenzielle Käufer abgeschreckt zu haben. Auch das will Costolo mit Twitter besser machen