Haben wir es nicht schon längst geahnt? Alle Kinder und Tiere, über die man lacht, weil sie in einem dieser Kurzvideos auf YouTube und Co. hingefallen sind, inklusive aller Psys und Harlem Shakes zusammengerechnet… müssen die alle nicht eine immense Einschaltquote verursachen? Tja, es kommt jedenfalls so viel zusammen, dass so manche Fernsehshow vor Neid erblassen könnte. Aber reicht das für den Durchmarsch als Massenmedium Nummer 1? Hierzulande sind mehr 75 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer täglich im Netz unterwegs und sehen sich Videoclips an. Damit ist das Internet aber trotzdem immer noch nur das drittstärkste Medium. Das hat eine aktuelle Studie ergeben. Doch warum ist das TV auch 2013 noch so stark und wo geht die Reise hin? Hat das Internet in Zukunft bessere Chancen?

TV bleibt Medium Nummer 1, Internet nur Platz 3

Internet ist fester Bestandteil

Am meisten sticht die Gruppe der unter 30-Jährigen hervor. Nutzer im Alter zwischen 14 und 29 Jahren sehen das Internet als festen Bestandteil ihres Lebens an. Nur auf zwei Prozent mehr kommt das Fernsehen in dieser Zielgruppe.

Wer viel im Netz unterwegs ist, könnte laut Studie ebenso viel Zeit fürs Fernsehen investieren. In Minuten gerechnet sind das 144 für das Netz und 146 Minuten fürs TV – täglich, versteht sich.

Immer deutlicher wird, dass das Internet in Zukunft TV als Massenmedium Nummer 1 ablösen könnte. Die Zugriffszahlen und Verweildauern steigen ständig und je mehr jüngere User nachwachsen, die mit dem Internet aufgewachsen sind, desto größer wird auch die Verbreitung sein.

Videos am Beliebtesten

Auch wenn das Konsumieren von Videos im Netz die meiste Zeit verschlingt und die Klickzahlen mitunter schwindelerregende Höhen erreichen, ist dies natürlich auch der langen Zeit geschuldet, Wochen und Monate, in denen ein Video-Paradebeispiel sich immer größerer Beliebtheit erfreut.

Zeit, die eine Fernsehsendung nicht hat, um angeschaut zu werden – da helfen dann auch keine Wiederholungen, weil es keinen viralen Effekt gibt, wie man doch von Videos auf YouTube kennt.

Und so sind es Nutzer im Alter von 14 bis 49 Jahren insgesamt, die mehr Zeit im Internet verbringen als andere Bevölkerungsgruppen (ca. 111 Minuten), aber ebenso auch viel Zeit fürs Fernsehen investieren (206 Minuten). Erkenntnis: Wer viel online ist, schaut auch viel TV.

Radio auf Platz 2

Das Fernsehen bleibt Konsumquelle Nummer 1 mit der meisten Zeit (205 Minuten), interessanterweise gefolgt von Radio (137 Minuten) und Internet (115 Minuten).

Im Jahre 2008, so die Studie, waren es 33 Prozent, die online Videos konsumieren, in diesem Jahr sind es schon 56 Prozent, Tendenz weiter steigend.

Am meisten wird das Internet jedoch für die Kommunikation genutzt, E-Mails und Chats, Shopping und Internetbanking. Andere Nutzungsmöglichkeiten wie Bloggen oder Twittern stehen weniger im Vordergrund.

Soziale Netzwerke legen zu

Die Bedeutung der sozialen Netzwerke hat eindeutig zugelegt. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre haben sie mit 36 Prozent stark zugelegt.

Jeder zweite Nutzer ist dabei übrigens auch in Foren und Newsgroups unterwegs, also nicht nur auf Facebook, Twitter oder Google+.

Das Ergebnis ist repräsentativ. Mehr als 1.000 Personen zwischen 14 und 49 Jahren nahmen an der Studie teil.