Authorship ist kein Rankingfaktor! Das hat Google im letzten Herbst deutlich gemacht, John Mueller hat es jetzt in einer Diskussion auf „Google Webmaster Help“ bestätigt. Google nutzt das Authorship Markup aktuell also nicht dazu, um die Rankings in den Suchergebnissen zu beeinflussen, weder positiv noch negativ. Aber: Google arbeitet laut seroundtable.com schon eine Weile an einem „Good Guy Algorithm“. Dieser Zusatz zum „herkömmlichen“ Algorithmus könnte in der Zukunft dazu führen, dass Personen mit einem starken Google+-Profil eben doch Vorteile im Ranking bekommen könnten. Aktuell aber scheint das noch weit entfernt. Warum lässt Google sich damit so viel Zeit?

Trotz "Good Guy Algorithm": Google Authorship kein Rankingfaktor

Wer ist beste Autor im Land?

Matt Cutts hatte im März bestätigt, dass Google sein eigenes Authorship Markup nur für die „In Depth Articles“ nutzt. Dabei handelt es sich um Ergänzungen in den Suchergebnissen, die sich mit besonders detaillierten Artikeln zu einem Thema befassen. Vor allem bei News-Themen sind die „In Depth Articles“ oft anzutreffen, derzeit jedoch vornehmlich in den Ergebnissen von Google in den USA.

Hierzulande hat sich das Feature noch nicht stark durchgesetzt. Allerdings ist damit zu rechnen, dass sich das früher oder später ändern wird. Sinnvoll wäre es auf jeden Fall – und das gilt auch für die Nutzung des Authorship Markups als direkter Rankingfaktor. Schließlich ist Google so in der Lage, unabhängiger von Backlinks und Onpage-Elementen zu ermitteln, ob ein Autor wirklich eine Kapazität auf einem Themengebiet ist.

John Mueller macht mit seinem Beitrag deutlich, dass es nach wie vor über 200 Rankingfaktoren gibt, das Authorship Markup soll derzeit aber nicht dazu gehören – außer eben bei den „In Depth Articles“. Außerdem empfiehlt er (wer hätte es gedacht), sich lieber auf die Erstellung einer hochwertigen Website zu konzentrieren, die dann in der eigenen Nische das inhaltlich beste Produkt ist – unabhängig vom Status des Autoren.

Authorship wird früher oder später relevant

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Klingt alles sinnvoll, aber: In der Regel betreibt Google nicht einen so großen Aufwand, um den Usern mit einer bestimmten Funktion nicht auch einen Vorteil zu bieten. Und tatsächlich, einen Vorteil gibt es: Durch die Einbindung des Google+-Profilbilds in den Suchmaschinenergebnissen kann die Klickrate positiv beeinflusst werden, was dann letztendlich als indirekter Rankingfaktor sehr wohl einen Einfluss auf das Ranking haben kann.

Für alle, die mit einem starken Google+-Profil schon jetzt punkten wollen ist es aber offensichtlich zu früh. Dennoch: Es kann nicht schaden, schon jetzt an der eigenen Reputation zu arbeiten. Google+ selbst kann viel Traffic bringen, die Verknüpfung einer Website mit einem Google+-Profil (was im Prinzip der Kern des Authorship Markups ist) stellt einen wichtigen Baustein für die Entwicklung eines dauerhaft positiven „TrustRanks“ dar – aus Sicht von Google.

Sich also nun einfach vom Authorship Markup abzuwenden kann man entsprechend als grob fahrlässig bezeichnen. Auch wenn der Effekt auf die Suchmaschinenergebnisse von Google aktuell faktisch nicht vorhanden ist, kann sich das in Zukunft schnell ändern. Google ist schließlich bekannt dafür, relativ schnell bestimmte Änderungen auszurollen.

Suchergebnisse ohne Backlinks?

Google will qualitativ hochwertige Autoren fördern und belohnen. Dieser „Good Guy Algorithm“ ist schon seit längerer Zeit in Arbeit und die Entwicklung einer solchen zusätzlichen Kennzahl für die Erfassung von qualitativ hochwertigen Inhalten macht absolut Sinn. Indirekt haben damit auch die „In Depth Articles“ zu tun. Eine Publikation wie die New York Times hat nachvollziehbarerweise eine höhe Bedeutung als das lokale Käseblatt um die Ecke (auch wenn es „schon“ digital ist). Effekte, die für Zeitungen wie die New York Times gelten, müssen aber auch für einzelne Personen gelten.

Andernfalls wäre es für Google absolut nicht möglich, die Inhalte einzelner Influencer entsprechend zu bewerten. Und weil es so schwer ist, überzeugende „Fake-Personas“ glaubhaft auf-und dauerhaft auszubauen, wäre es überraschend, wenn Google insgesamt die große Idee des Authorship Markups fallen lässt. Denkbar ist auch, dass Google immer noch Daten sammelt und intern weiter daran arbeitet, die Erkennungsmechanismen für qualitativ hochwertige Profile und Autoren zu verbessern. Das wäre sinnvoll, schließlich ist nicht weniger peinlich als das Ausrollen unausgereifter Produkte.

Und auch wenn Google nach außen hin mächtig und unverwundbar scheint, kann es durchaus passieren, dass ein solcher Fehler das Image beschädigt. In diesem Zusammenhang interessant: Google hat laut Matt Cutts auch schon Suchergebnisse getestet, die komplett ohne Backlinks ausgekommen sein sollen.

Weil die Ergebnisse aber nicht überzeugend gewesen seien, wurde von dem Projekt vorerst Abstand genommen. Es ist aus meiner Sicht aber davon auszugehen, dass intern an solchen Dingen weiter geforscht wird. Gleiches wird dann auch für das Authorship Markup gelten. So gesehen ist es aktuell nicht sinnvoll, diesem Feature generell den Rücken zu kehren. Gleiches gilt für Google+.