Bei Google Plus werden laut offiziellen Angaben im Moment Rekorde am Fließband produziert, angeblich seien bereits die magischen 100 Millionen Nutzerinnen und Nutzer generiert. 90 Millionen User hatte Google selbst kürzlich gemeldet. Damit ist man von den über 800 Millionen Mitgliedern bei Facebook zwar noch sehr weit entfernt – sollte man allerdings das Tempo beibehalten, dann könnte Google Plus bis Ende diesen Jahres die 400-Millionen-Grenze erreichen (so inoffizielle Berechnungen). Dennoch hat Google Plus nach wie vor ein Problem!

Es geht um das Thema „Interaktion“. Speziell in sozialen Netzwerken ist die Interaktion eine der wichtigsten Metriken. Die reine Anzahl der Fans oder Follower muss nicht zwingend etwas aussagen, denn diese Anzahl kann man künstlich aufpumpen, dafür gibt es diverse Möglichkeiten (das Kaufen von Fans für Facebook Fanpages ist eine davon). Echte Interaktion allerdings erzeugt man nur, wenn man auch wirklich Fans oder Follower hat, die sich für die eigenen Inhalte interessieren. Die Interaktionsrate ist also eine wichtige Zahl. Je höher sie ist, desto eher kann man von einem erfolgreichem Social-Media-Profil, einer funktionierenden Fanpage oder auch einem gut laufenden Twitter-Account sprechen.

In letzter Zeit bin ich auf einige Erhebungen gestoßen, die sich mit der Interaktionsrate von Facebook und Google Plus befassen – und weil es sich um „Konkurrenten“ handelt, werden diese beiden auch sinnvollerweise entsprechend verglichen. Diesen hier verlinkten Test habe ich selbst wiederholt und kam zu einem anderen Ergebnis. Also musste ein weiterer Test her um festzustellen, ob es sich nur um einen Zufall handelte.

Der Screenshot meines „Nachahmungstests“ für Facebook…

und für Google Plus (jeweils inklusive Reaktionen):

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Um genau zu wissen, ob bei meinem ersten „Nachahmungstest“ möglicherweise ein strategischer Fehler vorlag, der die einzelnen User der beiden Plattformen Google Plus und Facebook nicht eindeutig motivieren konnte (weil es eben um ein Bild ging, das mit beiden Plattformen nichts zu tun hatte), wählte ich beim zweiten Test ein Posting, das untereinander zu 90% identisch war, dennoch aber die einzelnen User aufgrund des Inhalts je nach Plattform direkt ansprach.

Für Facebook kam folgendes Posting zum Einsatz:

Und bei Google Plus entsprechend dieser Post:

Beide Postings wurden übrigens selbstverständlich synchron gepostet, damit dadurch keine Plattform einen Zeitvorteil bekommen konnte. Schaut man sich die einzelnen Reaktionen der User bei Facebook und Google Plus an, dann ergibt sich auf den ersten Blick ein deutliches Bild: Facebook macht das Rennen, weil es mehr Interaktionen und somit eine größere Interaktionsrate gibt. Allerdings ist die Größe meiner beiden Netzwerke unterschiedlich. Auf meiner Facebook Fanpage folgen mir mehr Personen (zum Zeitpunkt des Tests 3.689) als auf meinem Profil bei Google Plus (zum Zeitpunkt des Tests 2.445). Entsprechend habe ich also die Zahlen „relativiert“ und prozentual ermittelt.

Dadurch ergab sich folgendes Bild für Facebook:

3 Likes und 47 Kommentare stellen zusammen 50 Reaktionen dar. Setzt man diese Anzahl ins Verhältnis zu den Fanzahlen, dann macht das eine Interaktionsrate von 1,36%.

Bei Google Plus sah die Sache wie folgt aus:

Das Posting brachte insgesamt 13 Kommentare. Diese Gesamtanzahl der Reaktionen in Relation zur Anzahl der Personen, in deren Kreisen ich vertreten bin, ergibt eine Interaktionsrate von 0,53%.

Man sieht:

Facebook hat die Nase vorn – die Interaktionsrate ist um 256,6% höher als bei Google Plus. Ähnlich wie im ersten Nachahmungstest kann man also mit einer Aussendung bei Facebook deutlich mehr Personen erreichen als bei Google Plus. Diese Auswertung bezieht sich wohlgemerkt allein auf die Anzahl der Personen, die einem selbst in dem jeweiligen Netzwerk folgen. Setzt man die in meinem Test gewonnen Zahlen und somit die Erkenntnisse ins Verhältnis zur absoluten Zahl der offiziellen Mitglieder beider Netzwerke, dann sieht die Sache schon wieder ganz anders aus, denn wenn man so an die Sache herangeht, müsste Facebook eine mehr als acht Mal so hohe Interaktionsrate aufweisen. Diese Sichtweise ist natürlich eher spekulativer Natur, weil eine Fanpage nicht zwingen mehr Fans haben muss, nur weil das Netzwerk insgesamt größer ist.

Fazit:

Bei Facebook ist die relative Interaktionsrate derzeit offensichtlich höher als bei Google Plus. Dafür sprechen die Ergebnisse meiner Tests, obwohl der ursprüngliche Test ein anderes Ergebnis zur Folge hatte. Dazu muss allerdings erwähnt werden, dass der originäre Test im englischen Sprachraum durchgeführt wurde – meine „Nachahmungen“ bezogen sich natürlich auf den deutshen Sprachraum.

Insofern gehe ich davon aus, dass sich Facebook derzeit zur Erzeugung einer hohen Interaktionsrate (und somit zum Erreichen einer besseren Reichweite) mehr eignet.

Das ist in meinen Augen keine Überraschung und war von mir auch so erwartet worden. Aufgrund des Orginal-Tests wollte ich es aber genauer wissen. Notiz am Rande: Ich habe den Test auch für Twitter „angerissen“. Die Ergebnisse dort waren allerdings so gering, dass Twitter seinem Ruf als „Nachrichten-Aggregator“ in meinen Augen ein weiteres Mal gerecht geworden ist…