Twitter mag bei uns in Deutschland noch nicht im Mainstream angekommen sein, wie man das zum Beispiel für Facebook sagen kann. In den USA ist das anders, denn dort gehört Twitter zum öffentlichen Leben. Das merkt man unter anderem daran, dass die Usernamen von Twitternutzern viel öfter beispielsweise im TV angezeigt werden als bei uns. Der gestrige Super Bowl hat bewiesen, dass Twitter definitiv eine „Social Media Force“ in den USA ist – und weil der Super Bowl ein internationales Event ist, kann man das durchaus aus für andere Teile der Welt gelten lassen. Doch wie genau sind die Twitternutzer in den USA und der ganzen Welt vom Super Bowl beeinflusst wurden und wann gab es die meisten Tweets?

24,1 Millionen Tweets zum Super Bowl versendet

Highlight mit Aufreger

Der Super Bowl war in diesem Jahr ein echtes Highlight und der (sicherlich peinliche) 30-minütige Stromausfall sorgte davor, dass die ganze Sache zusätzlich mit einem echten Aufreger gewürzt wurde. Solche Ereignisse hinterlassen bei Twitter weltweit Spuren.

So wurden während des Super Bowl insgesamt über 24 Millionen Tweets geschrieben und versendet. Bei Twitter herrschte also Hochbetrieb und nachdem es in der letzten Woche Probleme mit Angriffen von Hackern gab, lief die Microblogging Plattform gestern rund.

Der offizielle Twitter Blog hat einige der „schönsten Tweets“ gesammelt und aufbereitet. Und auch zu konkreten Zahlen kann man dort natürlich genau nachlesen. So gab es insgesamt 24,1 Millionen Tweets mit direktem Bezug auf den Super Bowl.

Twitter beherrschte das Spiel

Pro Minute wurden während der Halbzeitshow 231500 Tweets verschickt, so viele wie nie zuvor. Generell stellt der Super Bowl einen neuen Rekord dar, denn er erzeugte mehr Tweets als die Wiederwahl von US Präsident Barack Obama im vergangenen November.

5,5 Millionen Tweets des gesamten Aufkommens wurden vom Auftritt der Sängerin Beyoncé in der Halbzeitpause erzeugt. Das zeigt, dass das Showprogramm wie erwartet auf sehr großen Zuspruch gestoßen ist. Beim Super Bowl auch kein Wunder: fast kein anderes Ereignis in den USA erzeugt bei den Bürgerinnen und Bürgern mehr Aufmerksamkeit.

Daneben wurden aber auch sehr viele Tweets für konkrete sportliche Aktionen innerhalb des Endspiels generiert. So konnte ein Kickoff Return für die Ravens über 108 Yards 185000 Tweets generieren, das Spielende selbst sorgte für 183000 Tweets.

Perfekt geeignet für Politik und Sport

Twitter etabliert sich in den USA immer mehr als eines der Massenmedien, besonders wenn es um die Themen Sport und Politik geht. Der Grund dafür liegt meiner Ansicht nach in der Natur der Sache: in der Politik und beim Sport gibt es oft in kurzen Abständen viele interessante News, Zahlen und Fakten zu berichten.

Es wäre unsinnig, jedes Ereignis mit einem konkreten Artikel zu würdigen. Twitter schafft es, die Dynamik solcher Ereignisse einzufangen und massentaugliche aufzubereiten. Die hohe Anzahl mobiler Internetnutzer, die bei Events wie dem Super Bowl vor Ort sind, sorgen für eine Berichterstattung aus erster Hand – nämlich von Augenzeugen.

Zwar ist diese Berichterstattung in vielen Fällen komplett ungefilter und oft auch einseitig oder emotional. Das muss aber kein Ausschlusskriterium darstellen. Fakt ist, dass diese Meldungen absolut authentisch sind und, für viele offensichtlich viel wichtiger, in Echtzeit verbreitet werden.