Die ewige Diskussion um Datenschutz, die neu angekündigte Spionage-Funktion, die Erotik-App „Bang your Friends“ und der immer noch anhaltende Frust über die unübersichtliche Chronik: Gründe gibt es viele, um sich gegen einen Account auf Facebook zu entscheiden. In den USA denken immer mehr Nutzerinnen und Nutzer daran, Facebook den Rücken zu kehren – und tun es teilweise auch. Es ist kein Geheimnis, dass der blaue Riese in anderen Teilen der Welt deutlich mehr wächst als in der Heimat. Auf der einen Seite verständlich, weil Facebook in den USA seinen Siegeszug begonnen hat. Andererseits aber auch gefährlich, weil man die User zuhause natürlich auch halten will und muss. Was aber sind die Gründe für das nachlassende Interesse?

Studie: User kommen auch ohne Facebook aus

50 Prozent können auf Facebook verzichten

In den USA scheint die Welle des Desinteresses tatsächlich akut zu sein, denn mehr als jeder zweite Facebook User hat es dort schon einige Zeit ohne das soziale Netzwerk probiert – mit Erfolg.

Das hat jetzt das dortige Forschungsinstitut Pew herausgefunden. Nach einer Umfrage des Instituts sind es ungefähr 60 Prozent der US-amerikanischen Facebooker, die bereits mehrere Wochen ohne aktiven Zugriff auf das Netzwerk ausgekommen sind.

Aber es gibt auch einen anderen Grund: jeder Fünfte hatte einfach kaum Zeit, sich einzuloggen – aufgrund anderer Prioritäten.

Kein Interesse und „blöde Freunde“

Als weiterer Grund wurde auch mangelndes Interesse genannt (10 Prozent der Befragten). Viele fanden die Inhalte teilweise wenig spannend und wollten deshalb ihre kostbare Zeit nicht mit dem Lesen sinnloser, banaler Postings verschwenden.

Das ging sogar soweit, dass die Nutzer angaben, „blöde Freunde“ im Netzwerk zu haben. Ein anderer Grund verwirrt etwas: einige Nutzer gaben an, nicht mehr bei Facebook zu sein, weil sie Probleme in ihrem Liebesleben bekommen haben. Da fragt man sich, was um Himmels Willen auf der Seite derjenigen zu lesen war, dass es dadurch tatsächlich zu Problemen kam.

Etwa ein Beziehungsstatus, von dem der eigene Partner vielleicht gar nichts wusste? Oder war es einfach nur die viele Zeit, die man mit Facebook verbrachte und sich zu wenig um die Liebe gekümmert hat? Wie auch immer, Facebook scheint das Privatleben der US Bürger weniger als noch vor ein paar Monaten zu beeinflussen.