Eine Frage treibt Webmaster und Inhaber von Websites und Blogs regelmäßig um: Woher kommt der Traffic? Für eigene Projekte lässt sich das leicht feststellen. Ein Blick auf die Statistiken des im Einsatz befindlichen Analyse-Tools liefert schnell die richtigen Antworten. Ich schreibe deshalb von Antworten, weil man in der Regel mehrere Traffic-Quellen hat, wenn man eine Website oder einen Blog betreibt. Wie aber schaut das bei anderen Leuten aus? Gibt es Parallelen oder gibt es Webmaster, die ihren Traffic aus ganz anderen Quellen holen? Das wollte auch ich genauer wissen und habe eine kleine Studie gemacht, in der ich 13 mögliche Quellen abgefragt habe, aus denen Blogs und Websites im deutschsprachigen Raum ihren täglichen Traffic ziehen. Die Ergebnisse dieser Umfrage habe ich in einer übersichtlichen Grafik umgesetzt, die ich hier zur Verfügung stelle und erläutere.

Studie: Traffic-Quellen deutschsprachiger Websites und Blogs

Google und Facebook größte Quellen

Bei der Umfrage waren Mehrfachantworten möglich. Das ist sinnvoll, denn es ging um die Traffic-Quellen, die insgesamt zur Menge der Gesamtbesucher auf einer Website oder einem Blog beitragen. Es war also nicht die Frage, von wo der meiste Traffic kommt, obwohl die Studie diese Frage auch beantwortet.

Für die Studie wurden die Antworten von 500 deutschen Webmastern analysiert. Und ganz oben gibt es keine Überraschung: 81 Prozent bekommen Traffic aus der organischen Google-Suche. Google ist also weiterhin gut im Rennen, muss sich aber durchaus Sorgen machen, denn schon auf Platz zwei folgt Facebook mit 70 Prozent.

Das weltweit größte soziale Netzwerk ist als Traffic-Quelle unverzichtbar geworden. Gleichzeitig zeigen die Zahlen, dass es auch gefährlich sein kann, sich auf Google und Facebook als Traffic-Quelle zu verlassen. Was passiert bei einer Abstrafung einer Website oder eines Blogs durch Google? Was ist, wenn eine große Fanpage auf Facebook wegen Verstößen gegen die Richtlinien geschlossen wird?

Breites Fundament ist wichtig

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Darauf muss man vorbereitet sein und seinen Blog oder seine Website auf ein entsprechend breites Fundament stellen. Und viele Webmaster tun genau das. So kommt 36 Prozent des Traffics von Twitter und 35 Prozent ist direkter Traffic. Nächste Traffic-Quelle sind bezahlte Anzeigen bei Google, also AdWords. Der Anteil beträgt hier immerhin 30 Prozent.

Mehr als ein Viertel des Traffics deutschsprachiger Websites und Blogs kommt von Google+! Das ist für viele sicher eine Überraschung, wird Google+ doch immer wieder für tot erklärt und als „Geisterstadt“ verspottet. Zwar kommt das soziale Netzwerk aus dem Hause Google als Traffic-Quelle nicht an Facebook heran und auch Twitter liegt vorn – dennoch sind 26 Prozent ein beachtlicher Wert, der in Zukunft steigen wird.

An siebter Stelle weist die Studie Xing mit 17 Prozent als Traffic-Quelle aus. Das ist deutlich mehr als der internationale Konkurrent LinkedIn, von dem nur 7 Prozent aller befragten Webmaster angaben, von dort Traffic zu erhalten. Auf Xing folgt der RSS-Feed, immerhin 16 Prozent bekommen auf diesem Weg Traffic.

YouTube mit wenig Einfluss

Das weltweit größte Video-Portal YouTube ist nicht nur die zweitgrößte Suchmaschine nach Google, es ist auch ein weiteres soziales Netzwerk. Umso erstaunlicher, dass nur 13 Prozent aller Befragten von dort Traffic erhalten. Damit landet YouTube sogar noch hinter dem Newsletter, von dem 15 Prozent angeben, dass sie so an Traffic für die eigene Website oder den eigenen Blog kommen.

YouTube scheint im deutschsprachigen Raum noch immer nicht als echtes Tool im Marketing-Mix angekommen zu sein. Möglich ist aber auch, dass der Fokus nicht auf dem Erzeugen von Traffic für ein externes Ziel liegt, wenn man auf YouTube aktiv ist. Immerhin kann sich YouTube gegen das oft gelobte Pinterest durchsetzen. Nur 12 Prozent aller Befragten bekommen nach eigenen Angaben von dort Traffic.

Pinterest spielt aktuell außerhalb der USA noch immer keine große Rolle – zumindest nicht bei uns. Gleiches gilt auch für LinkedIn. Wie weiter oben schon erwähnt kommt das berufliche Netzwerk nur auf 7 Prozent und abgeschlagen an letzter Stelle folgt der Podcast mit 3 Prozent.

Fazit

Die Studie zeigt, dass Google und Facebook ganz klar zu den wichtigsten Traffic-Lieferanten bei deutschsprachigen Websites und Blogs gehören. Fallen sie als Besucher-Quelle weg, dann kann es zu Problemen kommen. Umso wichtiger ist es deshalb im Bereich der Suchmaschinenoptimierung so zu arbeiten, dass sich dauerhaft Rankings einstellen, die auf hochwertigen Maßnahmen basieren. Für Facebook braucht man eine nachhaltige Content-Strategie, die für eine loyale Community sorgt. Nur so kann man dauerhaft Traffic mit hochwertigen Inhalten erzeugen.

Für Facebook gilt, dass Social Media endgültig etabliert ist und man an der Erfindung von Mark Zuckerberg nicht vorbeikommt, wenn man viel Traffic haben will. Nachvollziehbar: Mit 19 Millionen Menschen, die allein in Deutschland täglich auf Facebook aktiv sind, hat das Netzwerk eine unglaubliche Reichweite, die man sich nicht entgehen lassen darf.

Ich persönlich bin nicht überrascht, das Google+ mit 26 Prozent einen respektablen Platz im oberen Mittelfeld errungen hat. Es zeigt, dass mit Google+ schon heute gerechnet werden muss. Zwar kann man es sich vielleicht noch leisten, aktuell auf diese Traffic-Quelle zu verzichten – das wird sich in sehr naher Zukunft aber ändern. Dann ist es gut, wenn man bereits auf Google+ aktiv ist und nicht der Konkurrenz hinterherlaufen muss. Auch Twitter zeigt mit 36 Prozent, dass Social Media insgesamt im Marketing-Mix nicht mehr fehlen darf.