Alles hat seine Grenzen und man kann es mit allem übertreiben: mit dem Alkohol, mit dem Rauchen und natürlich auch mit dem Smartphone. Wer hat sich nicht schon mal dabei ertappt, in geselliger Runde mit Freunden minutenlang auf sein Smartphone zu starren, um neueste Meldungen zu checken? Oder haben wir nicht alle schon das ein oder andere Mal zu Hause zu lange am Computer auf Facebook und Co. gesurft, obwohl wir eigentlich das Essen vorbereiten sollten oder sich Schwiegermutter angekündigt hat? Wer seinen Konsum von sozialen Netzwerken nicht im Griff hat, kann schnell echte Probleme bekommen. Laut einer aktuellen Studie der Universität Missouri, die im Fachmagazin „Cyberpsychology, Behaviour and Social Networking“ publiziert wurde, können soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook nämlich Gift für die eigene Beziehung sein!

Studie: Soziale Netzwerke Gift für Beziehungen

Amtliches Ergebnis

Überraschend? Wohl kaum, doch jetzt ist es wirklich amtlich. Besonders fatal wird es, wenn man sich in einer Beziehung ohnehin schon zu wenig sieht und die wenige Zeit dann auch noch damit verbringt, ständig Statusupdates auf Facebook zu checken.

Ganz gleich ob es die Updates von Freunden oder Bekannten sind, auch der eigene Partner wird gern mal „durchleuchtet“. Das kann schnell krankhaft werden, insbesondere dann, wenn sich dadurch Fragen ergeben, über die man sich vorher keine Gedanken gemacht hat.

Wenn der Partner zum Beispiel ein Foto mit einer anderen postet oder er beteuert, bei seinen Eltern zu Besuch zu sein, aber an dem Abend Partyfotos in seiner Chronik oder in den Tweets auftauchen. Medienkompetenz ist hier gefragt und natürlich Ehrlichkeit, andernfalls kommt man schnell in Erklärungsnot.

514 Nutzer machten mit

Besonders interessant wird es, wenn man frisch verliebt nach einigen Wochen feststellt, dass der Liebespartner den vorherigen Beziehungsstatus noch nicht geändert hat oder sich auf Twitter noch gerne als Single darstellt.

Fragen über Fragen, die da auftauchen. Die Studie, an der 514 Nutzerinnen und Nutzer teilnahmen, zeigt unter anderem auf, dass zum Beispiel „intensive Twitter-Nutzung zu mehr Twitter-bezogenen Konflikten zwischen Partnern führt.“

Die Studie führt die Beziehungsdiskussion in Verbindung mit sozialen Netzwerken übrigens bis zum Ende. Der exakte Name der Untersuchung lautete nämlich: „Das dritte Rad: Der Einfluss der Twitter-Nutzung auf Untreue in der Beziehung und Scheidung“.

Soziale Netzwerke sind Teil des Lebens

Auch wenn es befremdlich wirken mag, dass sich Studien mit solchen Dingen befassen, ist das Problem real. Soziale Netzwerke bilden grundsätzlich nicht mehr und nicht weniger als das ganz normale alltägliche Miteinander der Menschen ab.

Dank Facebook und Co. ist es heutzutage üblich, viel mehr Informationen über die eigenen Gewohnheiten und Aufenthaltsorte zu verbreiten und in der Regel ist das auch relativ unverfänglich. Befindet man sich aber in einer Partnerschaft, in der diese Dinge nicht klar besprochen und geregelt sind, kann es schnell zu Konflikten kommen.

Genau mit diesem Phänomen hat sich die Studie beschäftigt – und wie das Ergebnis zeigt, kann eine zu leichtfertige Nutzung sozialer Netzwerke zu Schwierigkeiten führen.