Facebook ist nicht alles, aber sehr wertvoll. Das könnte man zusammenfassend über die Aussage von Danah Boyd sagen. Sie befasst sich seit jeher mit dem Userverhalten auf unterschiedlichen Plattformen, besonders aber mit dem Umgang der Jugendlichen auf sozialen Netzwerken.  Steigende Tendenzen bei Beliebtheit und Traffic sind für sie nichts Neues und alles andere als verwunderlich, Boyd ist die „Forscherin der sozialen Medien“. Auch wenn Facebook aktuell schwerpunktmäßig vielleicht nicht die jungen Nutzer anlocken mag und eher an ihnen verliert, so ist das Netzwerk doch für die meisten immer noch unersetzlich. Wer hat schon von all seinen virtuellen Freunden die Handynummer parat? Da schreibt man schnell mal eine Nachricht über den Chat, um einen Freund auf die Schnelle zu erreichen. Dank Smartphones und mobilem Internet bleibt man so immer in Kontakt. Auf diese Weise ist Facebook für viele eine wertvolle und unersetzliche Kommunikationsquelle, wenn auch nicht immer am spannendsten.

Studie: Facebook mehr denn je beliebtestes Netzwerk in Deutschland

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Steigende Nutzungsintensität

Insgesamt betrachtet hat Facebook aber zumindest in Deutschland nach wie vor steigende Nutzerzahlen. Mehr noch: Facebook konnte in Deutschland die Nutzerbindung entscheidend verstärken. Mehr als 37 Prozent der User nutzen Facebook heute intensiver als noch vor 12 Monaten.

Bei YouTube ist es ähnlich, auch dort steigen Nutzerzahlen und Nutzerbindung. Aber im Gegensatz zu YouTube sind es bei Facebook eher die älteren Neuanmeldungen, die sich länger im Netzwerk aufhalten. Überraschenderweise konnten Seiten wie Pinterest oder auch Twitter nicht in der Nutzungsintensität zulegen, sondern verlieren gegen Facebook.

Das wurde vom „Report Social Life“ ermittelt. Das Unternehmen Harris Interactive befragte dazu 1.100 Nutzer in Deutschland.

Schlappe für Google+

69 Prozent der Online-User in Deutschland nutzen Facebook, Google+ kommt aktuell nur auf 17 Prozent. Netzwerke wie Tumblr und Pinterest liegen weit zurück. Hierzulande könnte die Beliebtheit dieser Seiten also noch zulegen, Potenzial ist vorhanden. Bislang nehmen sie allerdings nur eine untergeordnete Rolle ein.

In den USA dagegen sieht es anders aus. Da ist beispielsweise Snapchat der große Gewinner. Bedenkt man nun also, dass die Trends in Social Media aus den USA hierzulande wirklich immer erst zeitversetzt nach ein oder zwei Jahren so richtig einschlagen, gibt es „Hoffnung“ für Anbieter, die aktuell noch unterlegen sind. Was die Untersuchung aber zeigt: Ohne Facebook geht es nicht, wie man sich dreht und wendet.

Andere soziale Netzwerke sind bei uns aktuell noch Ergänzungen, was allerdings von Branche zu Branche unterschiedlich sein kann. Aus diesem Grund sollte man nicht nur auf Facebook setzen und andere, aufstrebende Anbieter unbedingt beobachten und gegebenenfalls auch schon in die digitale Strategie integrieren.