Für Facebook gibt es aktuell ständig schlechte Nachrichten, immer neue Studien befassen sich mit der Entwicklung der Mitgliederzahlen. Das alles vor dem Hintergrund der „Teenager-Problematik“. Junge Nutzerinnen und Nutzer verlassen Facebook, weil sie sich auf Twitter oder bei SnapChat angeblich wohler fühlen würden. Auf der anderen Seite aber steigt die Zahl der älteren User. Die Gruppe der „Silver Surfer“ legte in jüngster Vergangenheit deutlich zu. Unabhängig davon scheinen aktuell Untergangs-Nachrichten in Bezug auf Facebook populärer zu sein. Doch bei allen Negative-Schlagzeilen kann davon ausgegangen werden, dass Facebook Pläne und „Gegenmaßnahmen“ in der Schublade hat. Das wird auch nötig sein, glaubt man einer neuen Studie aus den USA. Dort hat sich die renommierte Princeton Universität mit der Entwicklung der Mitgliederzahlen auf Facebook befasst und ist dabei einen vermeintlich dramatischen Trend gestoßen.

Studie: Facebook könnte bis zu 80 Prozent User bis 2017 verlieren

Quelle

Kontinuierlicher Rückgang beim Suchinteresse

Zwischen 2015 und 2017 könnte Facebook 80 Prozent seiner Mitglieder weltweit verlieren. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Princeton Universität, die jetzt bekannt geworden ist. Für die Studie hat man sich mit der dynamischen Entwicklung von Nutzerzahlen bei sozialen Netzwerken allgemein befasst.

Gleichzeitig wurde das öffentliche Suchinteresse für Facebook, das sich via Google ermitteln lässt, analysiert und mit den Auf- und Abstiegszahlen von MySpace verglichen. Aus diesen Gegenüberstellungen will man abgelesen haben, dass der Niedergang von Facebook bereits begonnen hat.

MySpace wurde 2003 gegründet und erreichte 2008 mit knapp 76 Millionen aktiven Usern weltweit seinen Höhepunkt. Bis 2012 verschwand das soziale Netzwerk dann wieder in der Bedeutungslosigkeit. Heute spielt es keine Rolle mehr. Auch Facebook habe seinen Zenit bereits überschritten, heißt es in der Studie und der Anfang vom Ende soll sich schon 2013 abgezeichnet haben.

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Gleiches Schicksal wie MySpace?

Der für den erwarteten User-Exodus ausgemachte Zeitraum von 2015 bis 2017 ist dabei nicht willkürlich gewählt, er orientiert sich einerseits an den Zahlen, die man von der MySpace-Entwicklung vorliegen habe. Andererseits geht die Studie aber davon aus, dass eine „Idee“ wie Facebook immer einen natürlichen „Sättigungsgrad“ erreichen würde. Sobald dieser Zeitpunkt erreicht sei, könne es nur abwärts gehen.

Grund dafür sei die Tatsache, dass sich solche Ideen immer sprunghaft und somit sehr schnell verbreiten würden, wenn eine kritische Masse erreicht sei. Dabei wird die Entwicklung mit der von Krankheiten verglichen, die sich ebenfalls für eine bestimmte Zeit schnell ausbreiten und dann anhalten würden, bis die Krankheit ausgerottet sei.

Facebook sei laut Studie so schnell gewachsen, weil die Menschen von der Idee fasziniert gewesen sind, solange sie neu und aufregend war. Besonders aber „Power-User“, die sich mit dieser Idee zeitweise extrem identifizieren, würden irgendwann das Interesse verlieren und sich anderen Dingen zuwenden. Wenn diese User ein soziales Netzwerk wir Facebook verlassen, sei das Schicksal besiegelt.

Studie mit Schwächen

Die Überlegungen, auf denen die Studie basiert, sind durchaus interessant. Das kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass bei Facebook – anders als bei MySpace – viel mehr Facetten zu einer erfolgreichen User Experience beitragen. So konnte MySpace, wie auch viele andere soziale Netzwerke, zu keinem Zeitpunkt seiner Existenz mit so vielen nützlichen und sinnvollen Features wie Facebook aufwarten.

Außerdem wird man sich bei Facebook einer solchen möglichen Entwicklung bewusst sein und entsprechende Pläne haben, um genau das zu vermeiden. Wie diese Pläne aussehen ist natürlich nicht bekannt und auch ob sie gibt ist Spekulation. Dennoch wäre es unverantwortlich, wenn man sich damit nicht befassen würde. Aus Facebook ist in den letzten Jahres ein globales Wirtschaftsunternehmen geworden, das nicht nur eine Verantwortung gegenüber seinen Usern, sondern auch gegenüber zahlreichen Aktionären hat.

Allein schon deswegen wird man sich der Gefahr bewusst sein und dafür sorgen, dass es eben nicht zu dem laut Studie möglichen Prozess kommt. Außerdem hat die Studie eine eklatante Schwäche, denn ihre Autoren sind laut Medienberichten keine Experten für soziale Netzwerke. Stattdessen befassen sie sich bei der Princeton Universität vornehmlich mit Themen aus den Bereichen Mechanik, Luftfahrt und Ingenieurwesen, was nicht zwingend für ein tiefes Verständnis sozialer Netzwerke schließen lässt.