Facebook schluckt WhatsApp: Diese Meldung in schlug ein wie eine Bombe und sorgte für jede Menge Unruhe in der Netzwelt. Was wird das für die Zukunft des Messengers bedeuten? Sind neue Features zu erwarten, muss man mit Abstrichen rechnen oder wird alles beim Alten bleiben? Und vor allen Dingen: Welche Alternativen gibt es eigentlich und wie gut sind sie? Stiftung Warentest hat sich diverse Messenger vorgeknöpft und festgestellt, dass die Alternativen nicht unbedingt sicherer sind als WhatsApp. Die meisten von ihnen kann man, so das Ergebnis, getrost vergessen. Im Test standen Threema, Telegram, BlackBerry Messenger (BBM) und Line. Doch welcher dieser Messenger hat laut Stiftung Warentest die besten Chancen, ein möglicher „Erbe“ von WhatsApp zu werden?

Stiftung Warentest: Viele Messenger sind bedenklich

Fokus auf Datenschutz

Stiftung Warentest hatte bei dem Test vor allem das Thema Datenschutz auf dem Zettel: Punkte wie Handhabung oder Funktionalität standen gar nicht zur Debatte und so muss hier jeder User für sich selbst testen und herausfinden, welcher Messenger am besten ist. Stiftung Warentest ging es nur um die Sicherheit.

Und die ist und war bei WhatsApp umstritten. So lag es also nahe zu schauen, was die Konkurrenten so treiben. Seit dem Facebook-Deal erfreuen die Alternativen großer Beliebtheit. Die Entwickler von Telegram zum Beispiel sprechen von 100 neuen Mitgliedern pro Sekunde.

Das zeigte sich besonders beim Komplettausfall des Messengers WhatsApp in der vergangenen Woche. Die Konkurrenten jubelten.

Fünf getestete Apps

Stiftung Warentest ging wie gewohnt sehr akribisch in ihrem Test vor und so zeigte sich, dass von den fünf getesteten Apps drei als datenschutztechnisch bedenklich bewertet wurden. Und dazu zählen neben WhatsApp auch BBM und Line.

Und das obwohl der BlackBerry Messenger bislang von den Usern überraschend gut angenommen wurde. 43 Prozent der Warentest-Leser nannten den Messenger als ihre neue Alternative zu WhatsApp.

Das Ergebnis von Stiftung Warentest überracht auf ganzer Linie, zumal beispielsweise Telegram unter Nutzern als sicher gilt. Nur Threema, der Messenger aus der Schweiz wurde von den Testern als „unkritisch“ bezeichnet.

Es bleibt spannend

Der Test zeigt, dass das Thema Messenger die Netzwelt weiter beschäftigen wird. Aktuell sieht es zumindest so aus, als gäbe es schlicht und ergreifend keine wirklich sichere App, die dazu noch komfortabel ist. Sicherheit allein reicht für einen Messenger nämlich nicht.

Lässt sich die App nur umständlich bedienen und bietet sie zudem nicht alle gewohnte Features, wandern die User schnell wieder ab – sofern man sie überhaupt als Kunden gewinnen konnte. WhatsApp mag ein schlechtes Image haben, wird aber von den meisten Nutzerinnen und Nutzern nach wie vor gut angenommen.

Durch den Facebook-Deal mögen einige User wegfallen. An dier grundsätzlich starken Community von immer noch fast 450 Millionen Nutzerinnen und Nutzern weltweit wird sich aber vermutlich nichts ändern. Das auch deswegen, weil Facebook bereits angekündigt hat, den Messenger vorerst nicht zu verändern.