Twitter hat sich wie viele andere Konzerne für die Steueroase Irland entschieden, denn wer mit seinem Unternehmen auf der Insel siedelt, hat es in Sachen Steuern etwas leichter. Und der Kurznachrichtendienst ist eben nicht das einzige Unternehmen, das diese Chance erkannt hat. Auch Apple und Facebook haben dort ihre europäischen Zentralen. So hat Facebook mehr als 700 Millionen Dollar am Steuern durch eine doppelte Steuerverminderungsstrategie gespart. Ein Teil des Geldes ist aber auch in den berühmten Cayman Islands in der Karibik angelegt. Eine weitere Steueroase, die sich weltweit herumgesprochen hat. Über 92.000 Firmen sollen dort gemeldet sein und 226 Banken – bei nur 56.000 Einwohnern. Dass dies aber in Zukunft vielleicht mehr so einfach sein wird, dafür will jetzt der „Internal Revenue Service“ (kurz „IRS“) sorgen.

Steueroase Irland: Jetzt wandert auch Twitter aus

Firmen-Ableger in der Karibik

Der IRS ist die US-Steuerbehörde, die nach immer neuen Möglichkeiten sucht, solche Steuerfluchten zu ahnen und die Umsiedlung in Steueroasen zu unterbinden.

Für viele US-Firmen sind Irland und die Cayman Islands offensichtlich selbstverständliche Ziele, wenn es um Steuersparmodelle geht.

Deswegen sind die Steuersätze von Twitter, Facebook, Apple und Co. so gering. Twitter plant aktuell den Umzug nach Irland und will künftig noch mehr Steuern sparen, damit der Gewinn maximiert werden kann.

Gesetzlich zulässig?

So hat Apple beispielweise im vergangenen Jahr angeblich 9 Milliarden US-Dollar am amerikanischen Fiskus vorbeigeschleust – durch die Ansiedlung in Irland.

Firmenchef Tim Cook sieht sich allerdings im Recht, denn letztendlich würde die gesetzlichen Möglichkeiten dies zulassen.

Irland selbst mag es dagegen allerdings nicht so gerne, als Steueroase bezeichnet zu werden und immer wieder hauptsächlich nur deswegen ins Gespräch zu kommen.

Strategisch gut geplant

Die Strategie von Unternehmen wie Twitter: Die US-amerikanische Muttergesellschaft gründet eine Tochter in Irland. Der Mutterkonzern vergibt europäische Rechte auf seine immateriellen Güter an die neue Gesellschaft, die dafür sorgen soll, die Produkte in Europa auf den Markt zu bringen.

So wird das gesamte Einkommen, das in Europa erwirtschaftet wird, nicht in Amerika, sondern in Irland zu besseren Konditionen versteuert. Danach verlegt die irische Gesellschaft ihr Hauptquartier nach Bermuda ohne großen offiziellen Firmensitz.

Da diese Vorteilnahme der US-Unternehmen mittlerweile in Irland aber bereits unschöne Auswüchse annimmt, möchte sich der irische Finanzminister Michael Noonan der Sache jetzt intensiver als zuvor widmen, was Firmen wie Twitter aber nicht davon abhält, in der Steueroase Irland zu siedeln.