Es gibt nicht viele Unternehmen, die Innovationen so schnell anstoßen, wie das bei Facebook der Fall ist. Das weltweit größte soziale Netzwerk fährt damit grundsätzlich sehr gut, denn nach wie vor wächst Facebook und kann auch neue Zielgruppen erreichen. Genau für diesen Zweck ist nun in den USA „Sports Stadium“ gestartet worden. Dabei handelt es sich zunächst um ein Angebot, das nur als iOS App verfügbar ist – schließlich testet Facebook gern, bevor ein Produkt weltweit ausgerollt wird. Mit „Sports Stadium“ will Facebook einen Fuß in die Tür von Sportveranstaltungen bekommen, denn dieser Bereich ist derzeit noch so gut wie gar nicht erschlossen – und das Potenzial ist riesig. Doch wie genau will Facebook mit Sportveranstaltungen Geld verdienen?

Facebook will Sportbegeisterte zusammenbringen

„Sports Stadium“: Facebook wird sportlich (Bild: Pete Saloutos, Shutterstock.com)

Liveticker informiert in Echtzeit

„Sports Stadium“ ist eine Plattform für den Profisport, auf der Informationen, Daten und Fakten zu bestimmten Events zu lesen sind, außerdem kann man als Facebook User mit anderen Leute über das Event live diskutieren. Abgerundet wird „Sports Stadium“ von einem Liveticker, der in Echtzeit über den komplett Spielverlauf informiert.

Für den Start hat man sich bei Facebook in den USA natürlich für American Football als Sportart entschieden – eine nachvollziehbare Entscheidung, schließlich ist American Football in den USA neben Baseball und Basketball die populärste Sportart überhaupt. Und nur mit solchen Themen lassen sich die User dort auch optimal ansprechen.

Hätte Facebook „Sports Stadium“ in Südamerika oder Europa gestartet, dass wäre mit Sicherheit Fußball die erste Sportart gewesen, die es in das Programm geschafft hätte. Wie die Freischaltung in Deutschland aussehen könnte, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Facebook ist sehr daran interessiert, mehr aktuelle und vor allem potenzielle neue User, die sich für sportliche Themen anzusprechen, von sich zu begeistern. „Sports Stadium“ ist ein sinnvolles Konzept, mit dem es Facebook gelingen könnte, dieses Ziel zu erreichen.

Informationsmix aus relevanten Quellen

Die Funktionsweise ist dabei relativ einfach: Zunächst suchst du als Facebook User nach einer für dich interessanten Veranstaltung. Die passende Facebook Page bringt dann zugehörige Posts von Freunden mit Berichten von Experten und Journalisten zusammen, die ebenfalls via Facebook am Geschehen teilnehmen.

Die Facebook Pages dieser Experten und Journalisten können dann direkt von der Event Page aus angesteuert werden – denkbar ist auch, dass hier die Facebook Seiten von Sportlern, Mannschaften oder Fernseh- und Radiosendern gefeatured werden. Spätestens hier wird klar, was Facebook mit „Sports Stadium“ erreichen will: Durch die Vernetzung von Mannschaften, Fans und Berichterstattern wird auch die Möglichkeit geschaffen, sehr genau passende Werbung auszuspielen, die aufgrund der thematischen Trefferquote eine überdurchschnittlich gute Chance haben wird, hervorragend zu konvertieren.

Facebook selbst sagt das nicht und hält sich mit Prognosen über die Erfolgsaussichten von „Sports Stadium“ sogar dezent zurück: Als alleinige Plattform möchte Facebook das neue Projekt nicht sehen, sondern „nur“ als Ergänzungsprogramm. „Sports Stadium“ sei als „Second Screen“ gedacht, soll Zusatzinformationen liefern und die Kommunikation unter Gleichgesinnten fördern.