Social Video ist schon wieder eines dieser leidigen Buzzwords, die in regelmäßigen Abständen immer wieder die digitale Welt erschüttern. Dabei sind Buzzwords grundsätzlich nicht schlimm, sollen sie doch nur die Aufmerksamkeit auf etwas lenken. Social Video ist so etwas. Nennen wir es mal – um ein noch schlimmeres Buzzword zu kreieren – „Online Video 2.0“. Die Nummer erklärt ziemlich genau, was Social Video eigentlich ist: Die natürliche Evolution eines bestimmten Formats im Internet. Online Video ist keine Neuigkeit mehr, YouTube hat das Thema groß gemacht, viele Menschen suchen heute gar nicht mehr im Internet, sondern gucken sich gleich gezielt Videos an. Ist einfacher und per Ohr gehen viele Dinge besser in den Kopf, als wenn man sie nur liest. Doch warum ist Social Video die „Chance des Jahrhunderts“? Das erkläre ich im folgenden Artikel.

Social Video: Die Chance des Jahrhunderts?

Bald nur noch Videos im Internet

Video-Inhalte sollen schon 2017 mehr als zwei Drittel des kompletten Traffics ausmachen. Social Video passt also perfekt in diesen Trend und wer nicht mit Videos arbeitet, sollte damit anfangen. Das ist nicht meine Empfehlung, sie stammt aus der Infografik, die es oben zu sehen gibt. Interessant ist die Zahl von 67 Prozent aber dennoch und ich selbst weiß, dass Videos im Internet richtig rocken können – wenn man es richtig anstellt. Bevor sich aber daran macht, lohnt sich ein Blick auf aktuelle Zahlen und Fakten, denn es gibt viel zu sehen.

YouTube spielt in diesem Kontext natürlich eine übergeordnete Rolle. Ich erinnere mich noch gut: Als Google YouTube vor ein paar Jahren kaufte, lachten viele über diesen Schritt. Inzwischen sollte klar sein, dass es einer der intelligentesten Moves war, die Google jemals gemacht hat. Gut, hinterher ist man immer schlauer. Wer aber nicht auf den Kopf gefallen ist, der hätte auch damals schon erkennen können, das bewegte Inhalte im Internet irgendwann die Oberhand gewinnen müssen – oder warum ist das Fernsehen nach wie vor so populär?

Bewegte Inhalte im Netz funktionieren und viele Menschen ziehen einen Video-Beitrag, der „ganz ok“ ist, einen hochwertigen Text vor. Das soll nicht heißen, dass man mittelmäßige Videos produzieren soll, ganz im Gegenteil. Es soll nur verdeutlich, wie mächtig das Format selbst ist. Und Social Video ist nichts anderes als die Nutzung von Video im Kontext mit sozialen Netzwerken. Die Möglichkeit zur Verbreitung ist der Schlüssel und die potenzielle Reichweite macht Social Video als sinnvollen Kanal so interessant.

Ist ein Küchengerät sexy?

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YouTube ist die zweitgrößte Suchmaschine – nach Google. Ganz praktisch, dass Google Inhaber von YouTube ist. Jeden Monat werden auf YouTube 6 Milliarden Stunden Videos konsumiert und mehr als eine Milliarde Besucher surfen YouTube monatlich an. Mehr noch: In der Gruppe der 18- bis 34-Jährigen erreicht niemand in den USA mehr Leute als YouTube. Eine echte Vermarktungsmaschine also.

Was viele nicht bedenken: Im Prinzip ist YouTube nur ein gigantisches Forum, in dem man Content konsumieren, bewerten und darüber diskutieren kann. Das wird auch extrem viel gemacht, weswegen Social Video schon der korrekte Ausdruck für das ist, was Social Media und Video verbindet. Die Möglichkeit, sich mit anderen über bestimmte Inhalte auszutauschen, ist die Triebfeder von Social Media. In diesem Zusammenhang liegt es mehr als nahe, wenn man ein Video produziert, dass sich selbst verbreitet und andere dazu bringt, sich damit zu beschäftigt.

Social Video ist dabei aber keine Raketenwissenschaft. Ich höre des Satz sehr oft: „Was für Inhalte sollen wir denn produzieren, unser Produkt ist nicht spannend genug, um ständig neu darüber zu berichten!“ Auch ein langweiliges Produkt kann mit einem packenden Video perfekt in Szene gesetzt werden. Ich verweise in diesem Zusammenhang immer gern auf den netten Herren von Blendtec, der mit seinem Mixer ein iPad schrotet. Ist ein Mixer interessant? Nicht so richtig. Schreddert man damit aber ein iPad, dass bleibt das im Kopf hängen – und wird geteilt, weil es außergewöhnlich ist. So funktionieren Social Video und (Vorsicht, wieder ein Buzzword) Content Marketing.

Nicht nur auf YouTube schielen

Neben YouTube haben sich in den letzten Jahren diverse andere Plattformen etablieren können. So muss man nach wie vor ein Auge auf Vimeo haben, denn auch dort gibt es mittlerweile eine große Community. 100 Millionen Besucherinnen und Besucher sind natürlich ein Witz im Vergleich zu YouTube. Vimeo kann sich aber dank seiner zahlreichen qualitativ hochwertigen Inhalte vor allem für Nischen lohnen, in denen genau solche hochwertigen Videos gebraucht werden.

Mit Google+ hat man sich bei Google Mitte 2011 einen Traum erfüllt – denken viele. Noch heute werden Google+ und Facebook als soziale Netzwerke verglichen, aber dieser Vergleich hinkt. Google verfolgt mit Google+ viel wichtigere Ziele, es geht um die Anreicherung von existierenden Daten, die vornehmlich maschinell erhoben werden. Vor Google+ fehlte Google der eindeutige menschliche Verhaltensfaktor in Bezug auf Content für die Sicherstellung Verbesserung der Suchmaschinenergebnisse. Dank Google+ ist das heute nicht mehr so.

Google+ hat diese wundervollen Hangouts im Gepäck. Im Prinzip simple Videokonferenzen, die man allein oder in Gruppen abhalten kann. Laut aktuellen Zahlen soll Google+ mehr als 500 Millionen aktiven Nutzerinnen und Nutzer haben und Facebook in zwei Jahren überholen. Ich persönlich glaube das nicht, aber im Bereich Social Videos hat Facebook schon lang den Kampf gegen Google verloren. Vielleicht lässt sich der Kampf dank Instagram wieder neu aufnehmen, denn mit der Akquise von Instagram war Facebook meiner Ansicht nach nicht weniger clever, als es Google damals mit YouTube war.

Social Video bewegt die Massen

Warum aber ist Social Video nun die „Chance des Jahrhunderts“? Ganz einfach: Weil es funktioniert. Jeder Mensch kann unabhängig von Budget und Standort Inhalte auf die Art und Weise verbreiten, die in den letzten 80 Jahren am erfolgreichsten war – per Video, als bewegtes Bild also. Dank Innovationen wie Google+ Hangouts wird jeder zum TV-Produzenten, der je nach thematischer Ausrichtung die eigene Zielgruppe nahezu perfekt erreicht. Virales Marketing sorgt dafür, dass diese Inhalte von Usern in der Zielgruppe eigenständig verbreitet werden. So wird Social Video vom Produktions- zum Reichweitenkanal.

Auf diese Weise tun sich ganz neue Möglichkeiten auf. Social Video kann in den kommenden Jahren eine der ganz wichtigen evolutionären Stufen im Online Marketing werden. Schon heute genießen Ratgeber-Reihen auf YouTube in vielen Fällen Kult-Status und wer sich die Mühe macht, seine Videos wirklich hochwertig zu produzieren (und zwar im allen Punkten der Wertschöpfungskette), wird auch erfolgreich sein.

Was Social Video meiner Ansicht nach besonders charmant macht: Eine Suchmaschine (wie Google) fällt eventuell auf einen eher durchschnittlichen Text rein, der mit äußeren Faktoren nach vorn gebracht wird. Ein Video ist anders: Niemand schaut sich ein Video komplett (oder auch nur 5 Sekunden an), wenn es offensichtlich minderwertig ist. Wenn der Mehrwert fehlt, dann gibt es auch keine Interaktion. Social Video kann in diesem Fall gar nicht stattfinden. So schließt sich der Kreis und wir kommen ganz am Ende wieder beim Content Marketing an. Ohne das kann Social Video nämlich nicht stattfinden.