20. Dezember 2011

Social SEO: Der Trend 2012

In diesem Jahr sind nicht nur die Jahresrückblicke sehr beliebt, auch eine weitere Form der Unterhaltung macht sich breit – die Trends. Im Vergleich zu den Rückblicken also genau das Gegenteil, denn man lässt nicht die Vergangenheit Revue passieren sondern guckt in die Glaskugel und versucht herauszufinden, was im kommenden Jahr den Ton in einem bestimmten Bereich angeben wird. In diesem Kontext will ich natürlich nicht zurückstehen und geben somit auch meine Senf, ähm… Trend ab. Und bei mir ist da ganz klar das Thema “Social SEO” im Vordergrund.

Am 1. Januar 2010 hatte ich prognostiziert, dass 2010 das Jahr von Facebook werden würde. Und in der Tat gab es bei Facebook 2010 ein paar mächtige Schritte nach vorn. Das allerdings war nur ein Klacks gegen das, was 2011 folgen sollte. Mitunter hatte man das Gefühl, dass das soziale Netzwerk von Mark Zuckerberg übermächtig werden würde. Und spätestens mit den Nachwirkungen des Films “The Social Network”, der im Herbst 2010 in den Kinos lief und 2011 in vielen deutschen DVD- und BluRay-Player abgespielt wurde, kam Facebook endgültig im Mainstream an. Das führte zu einer massiver Verschiebung der Nutzergewohnheiten. Facebook wurde immer beliebter und kann heute weltweit auf fast 800 Millionen Nutzer verweisen.

Was aber hat das mit “Social SEO” zu tun? Google hatte ein Problem, denn mit der wachsenden Relevanz von Facebook und keinem eigenen sozialen Netzwerk sah man sich gezwungen, auf die Daten Dritter (Twitter, Facebook und anderer sozialer Netzwerke) zuzugreifen, um die eigenen Suchergebnisse “more social” zu machen. Denn Fakt ist: Soziale Signale beeinflussen die Suchergebnisse. Das hat Google in diesem Jahr nach langem Eiertanz auch bestätigt – und alles andere wäre auch komplett unlogisch. Nach den Enttäuschungen mit Wave und Buzz war man bei Google vorsichtig geworden. Ex-CEO Eric Schmidt allerdings gab 2011 zu, dass er dieses “Freunde-Ding unterschätzt” habe. Logische Folge: Als Schmidt nicht mehr auf dem Chef-Sessel saß und Gründer Larry Page wieder die komplette Leitung übernahm, dauerte es nicht lange und Google Plus war geboren. Googles Antwort also auf Facebook und das soziale Web.

Anfangs mit viel Lob überzogen dämmerte Google Plus einige Zeit dahin, um mit der Einführung der Unternehmensseiten eine Wiedergeburt zu feiern. Das Anpassen vieler Google-Anwendungen und die ständigen Neuerungen und Updates bei Google Plus haben mittlerweile dazu geführt, dass sich Google Plus etabliert hat und im Konzert der großen sozialen Netzwerk mitspielt. Vielleicht nicht die erste Geige, aber auch schon nicht mehr nur im Hintergrund. Und mit Google Plus wird Google sozial. Ergo: Auch SEO wird sozial, denn nach wie vor ist die Internetsuche eng mit Google verflochten. Wer Reichweite auf seiner Website haben will, der kommt um Google (noch) nicht herum.

Google Plus will aber nicht nur ein soziales Netzwerk sein. Google Plus will ein “social layer” sein, ein Überzug, der sich über alle Google-Produkte wie ein Umhang legt und sie vereint. Das sieht man nicht nur daran, dass unrentable Google-Dienste 2011 reihenweise dicht gemacht wurden. Man sieht es auch daran, dass die Ereignisleiste aus Google Plus (also die “Event Toolbar”) in so gut wie allen anderen Produkten von Google angezeigt wird. Über diesen optischen Reiz will man Google Plus bei Leuten, die zwar schon Google-Produkte nutzen aber eben noch nicht Google Plus, salonfähig machen und dafür sorgen, dass der Dienst mehr aktive Nutzer bekommt.

Gleiches gilt für die Suchmaschinenergebnisse. Schon heute sind viele Personen- oder Unternehmensprofile ganz automatisch in den Top 10 angekommen. Und dieser Trend wird sich fortsetzen. Natürlich wäre es naiv zu glauben, dass Google diesen Vorgang nicht aktiv beeinflusst. Dahinter steckt ganz offensichtlich die Taktik, Google Plus auch über eine höhere Sichtbarkeit in den SERPs in das Bewusstsein der Nutzerinnen und Nutzer zu prügeln. Für Google ist das eine fast schon existenzielle Frage, wenn man sich auch nur ansatzweise gegen Facebook behaupten will.

Die kommende Allmacht von Google Plus als alles überspannender Layer sollte man also schon heute auf dem Schirm haben. Social Media und SEO werden verschmelzen und in Zukunft wird es nicht mehr reichen, einfach nur viele Links zu haben. Vielmehr wird es darum gehen, virtuelle Beziehungen aufzubauen und zu etablieren. Es wird darum gehen, die Qualität im Web weiter anzuheben. Dafür bedient sich Google derzeit einer der simpelsten Waffen überhaupt: Es streichelt das Ego. Mit den neuen Möglichkeiten, sich als Autor gegenüber Google zu präsentieren, sorgt man im Mountain View sehr subtil dafür, dass diejeniegen, die auch bisher schon positiv im Netz aufgefallen waren, das noch mehr tun. Folge: Geschmeichelte Autoren bemühen sich, diesen “Schmeichel-Bonus” nicht verfallen zu lassen und generieren entsprechend weiter guten oder sogar besseren Output.

All das wird dafür sorgen, dass eine Website künftig nur dann wirklich gut bei Google performt, wenn die grundsätzlichen Handgriffe im Bereich SEO sitzen und die Seite an sich gut aufgestellt ist. Hinzu werden eben die sozialen Faktoren kommen, die von der Website selbst und von deren Autor(en) ausgehen. Stimmt diese Kombination, dann hat man in Zukunft beste Chancen, ein Produkt zu etablieren. SEO und Social Media werden also immer mehr zu “Social SEO” verschmelzen. Eine Entwicklung, die für manche Akteure im Bereich der Suchmaschinenoptimierung vielleicht nicht sehr gelegen kommt. Allerdings ist es die logische Konsequenz aller bisherigen Entwicklungen, nicht nur derer bei Google oder Facebook, sondern im gesamten Internet. In der Zukunft wird es mehr und mehr um Vertrauen gehen – vertrauen User einer Seite und der dort angebotenen Informationen? Vertrauen sie einem Shop oder einer politischen Website? Oder entlarven die Nutzerinnen und Nutzer mit heißer Nadel gestrickte Seiten als das, was sie sind?

Google steht mit seinen Möglichkeiten noch am Anfang. Ein Algorithmus, der auf Links basiert, lässt sich nicht von heute auf morgen 100%ig umstellen. “Social SEO” in Reinkultur wird also nicht sofort kommen. 2012 wird aber meines Erachtens zeigen, was in Zukunft möglich sein wird. Eines steht fest: Vernetzung wird immer wichtiger und das Teilen von Inhalten auch. Insofern wird Social SEO nicht nur das “pimpen” von sozialen Faktoren wie Tweets, Likes und +1-Empfehlungen sein. Es wird auch darum gehen, Inhalte so zu gestalten, dass andere sie ohne zu zögern sofort teilen und weiterleiten. Das Optimieren dieser Inhalte, also die Möglichkeit, dass sie überhaupt gefunden werden können und somit erst die Chance zur Weiterleitung initiiert wird, das wird ebenso eine der Herausforderungen für 2012 sein.

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Ein Kommentar zu “Social SEO: Der Trend 2012”

  1. Gast sagt:

    Hallo,

    ich glaube nicht das sich Google immer mehr auf Social stürzt.
    Das Ziel natürlich ist es, dass alle User auf Google+ angemeldet sind und alles aufgezeichnet wird. Das muss sich aber erst durchsetzen – sprich Facebook & Co müssen aus den Weg.

    Die letzten 2 Jahre hat sich Facebook gut in DE eingenistet und wird meiner Meinung nach die Stellung nicht so schnell verlieren….

    Der Algorhytmus von Google ist auf Links aufgebaut und viele weitere Faktoren. Social ist ein kleiner Faktor genauso wie der Pagespeed, die Architektur usw…

    Jetzt konzentrieren sich alle nur noch auf Social und arbeiten weniger an der Webseite!
    Ist das im Interesse des Users oder von Google?

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