Wirft man einen Blick in die deutsche Wikipedia und schaut nach dem Begriff „Franchising“, dann gibt es wie gewohnt detaillierte Auskünfte zu dem Thema: „Der Franchisenehmer verkauft seine Erzeugnisse oder seine Dienstleistungen rechtlich selbstständig, zahlt dafür Gebühren für die Verwendung einheitlicher Ausstattung, für einen einheitlichen Namen und Auftreten nach außen, ein Symbol oder zur Nutzung einer Marke und für ein einheitliches Vertriebssystem sowie oftmals für gemeinsame Buchhaltung.“ Was sich in der freien Wirtschaft seit Jahrzehnten bewährt hat und von vielen Unternehmen erfolgreich angewendet wird, kann auch Probleme mit sich bringen. Das spätestens dann, wenn es um sinnvolles Social Media Marketing geht. Weil ein Franchise-Nehmer oft nur eine einzelne Filiale unterhält, ist eine separate Social-Media-Kampagne in der Regel nicht durchführbar, obwohl es sinnvoll wäre. Das zum Beispiel dann, wenn eine solche Filiale eine bestimmte Größe und somit in seiner Region auch Einfluss hat.

Social Media für Franchise-Unternehmen: Ding der Unmöglichkeit?

Bild: Tim Reckmann, pixelio.de

Filiale vor Ort vs. Dachmarke

Supermärkte, Fastfood-Ketten, Elektronik-Fachmärkte… es gibt Beispiele für erfolgreiche Franchise-Konzepte und grundsätzlich ist das System sinnvoll aufgebaut, auch in Sachen Marketing. So ist der Franchise-Nehmer dafür verantwortlich, dass die Filiale vor Ort läuft und die Umsätze stimmen.

Durch den „Mutterkonzern“ und dessen Marketing-Aktivitäten war es aber immer schon so, dass eine gewisse Aufmerksamkeit erzielt wurde. Der mediale „Buzz“ kam von oben und sorgte dafür, dass die Marke an sich bekannt ist. Hat sich daran bis heute etwas geändert? Bei meinen Recherchen zu diesem Artikel bin ich unter anderem auf franchise-welt.com gestoßen, wo dieses Thema behandelt wird.

Dort wird aber vor allem auch deutlich gemacht, dass es bei einem Franchise-Unternehmen nicht immer einfach ist, sich von der „Mutter“ zu emanzipieren, auch aufgrund unflexibler Vorgaben. Dennoch muss der Kunde vor Ort erreicht werden und das ist etwas, was sich mit einer „globalen“ Strategie im Social Media Marketing nicht unbedingt erreichen lässt. Anders ausgedrückt: Alle Maßnahmen, die von oben kommen, können die Marke stärken und Produkte bekannt machen. Sie können aber im Zweifel nicht dafür sorgen, dass die Filiale vor Ort auch gut frequentiert wird.

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Lokale Fanpages machen Sinn

Es ist also sinnvoll, dass ein Franchise-Nehmer vor Ort teilweise eigenständig entscheiden darf, welche Maßnahmen er im Bereich „Local“ Social Media Marketing einsetzt, um seine Kunden besser zu erreichen. Die Beziehungen zu diesen ortsansässigen Kunden können so vertieft und verbessert werden.

Ebenso kann die Kommunikation auf Augenhöhe verbessert werden. Auch wenn ein Kunde das übergeordnete Unternehmen kennt, fühlt er sich möglicherweise viel besser aufgehoben, wenn die Verbindung zur Filiale vor Ort persönlicher und deswegen auch sympathischer ist.

Viele Franchise-Geber gehen mittlerweile den Weg, gezielt neben der „Dachmarke“ auch einzelne Standorte direkt zu unterstützen. Das macht natürlich viel mehr Arbeit, lässt sich mit der richtigen Technik aber umsetzen. Ein Beispiel ist „Runner’s Point“. Dort werden mehr als 250 lokale Fanpages betreut. Laut Studien steigt die Interaktionsrate um 50 Prozent, wenn es statt nur einer globalen Facebook Page auch lokale Ableger gibt.

Vor-Ort-Kunde im Fokus

All das spricht ganz eindeutig für „Local“ Social Media Marketing, auch und vor allem im Franchise-Bereich. In vielen Fällen ist es für die Kunden vor Ort auch nicht wichtig, ob es eine übergeordnete Marke gibt. Insbesondere in kleineren Städten ist vielen Menschen der persönliche Kontakt wichtiger.

Und das gilt dann selbstverständlich auch für soziale Netzwerke wie Facebook. Mit der richtigen Technik und einheitlichen Vorgaben klappt so auch ein einheitliches Monitoring, das sehr viele nützliche und interessante Schlussfolgerungen ermöglicht, die dann wiederum auch für weitere lokale Ableger auf Facebook genutzt werden können.

Richtig eingesetzt funktionieren solche Techniken sogar bei Weltkonzernen. Doch Vorsicht: Technik allein löst die Anforderungen für Franchise-Unternehmen nicht allein. Für jede lokale Fanpage muss entsprechend auch ein eigenes Konzept existieren. Dabei kann von anderen, gut funktionierenden Beispielen adaptiert werden. Allerdings darf es nicht so weit kommen, dass nur plump kopiert wird, denn so wird der persönliche Kontakt mit den Kunden vor Ort ganz sicher nicht vertieft werden können.