Der Abgesang auf Google+ hat in den vergangenen Wochen wieder zugenommen. Und auch wenn hier und da mal etwas wie ein „Dementi“ von Google kommt – so ganz kann auch ich nicht glauben, dass mit Google+ noch viel passieren wird. Oder nutzt du Google+ noch aktiv? In den USA zumindest taucht Google+ nicht mal mehr bei den 15 beliebtesten Smartphone-Apps auf – dafür zeigt sich ein frisches Gesicht: Snapchat hat bei der aktuellen Erhebung von ComScore zum ersten Mal den Einstieg in diese Liste geschafft. Ein deutliches Zeichen, dass mit Snapchat immer mehr zu rechnen ist, denn Userbase und Zustimmung scheinen nicht nur in den USA zu steigen, sondern auch bei uns. Doch woran liegt das?

Snapchat ist beliebter als Google+

Für die Statistik fragt ComScore regelmäßig iPhone- und Android-User, welche Apps auf den eigenen Smartphones installiert sind. Wenig verwunderlich: Facebook, YouTube, die Google Suche oder auch der Facebook Messenger und Google Play führen die Liste regelmäßig an.

Allein von Google sind immerhin 4 Apps vertreten (Google Search, Google Play, Google Maps und Gmail), fast ein Drittel der beliebtesten Mobile Apps in den USA kommen also direkt von Google. Kein schlechter Schnitt, doch wenn es um Social Media geht, wird das Dilemma, in dem Google+ nach wie vor steckt, erschreckend deutlich sichtbar.

Facebook, Twitter, Pinterest, YouTube – nutzt du diese Apps nicht auch alle auf deinem Smartphone? Doch wie ist das mit Google+?

Google+ versinkt in der mobilen Bedeutungslosigkeit

Laut der aktuellen Erhebung von ComScore ist Google+ mobil mittlerweile so unbedeutend geworden, dass es in der Statistik gar nicht (mehr) auftaucht. Stattdessen gibt es mit Snapchat einen Debütanten, der sich vielleicht sogar anschickt, das Feld von unten aufzurollen – denn bis zum nächsten Konkurrenten Pinterest auf Platz 14 ist der Abstand mit weniger als einem Prozent schon jetzt nur noch sehr gering.

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Diese Entwicklung passt zum gefühlt deutlich spürbaren Abstieg von Google+, gleichzeitig stelle ich selbst immer häufiger fest, dass mehr und mehr Leute Snapchat auf ihren Smartphones installiert haben – und dabei handelt es sich nicht ausschließlich um Personen, die jünger als 20 Jahre alt sind.

Snapchat ist in den Top 15, doch Google+ taucht gar nicht (mehr) auf

Snapchat scheint vielen Usern genau das zu bieten, wofür Google+ 2011 eigentlich angetreten war: Eine neue Art des Teilens, die das eigene Lebens so zeigt, wie es tatsächlich passiert.

Niemand hat sich wirklich um Google+ gekümmert

In der Realität fand das bei Google+ aber so nie statt. Google+ wurde nur zögerlich mit wirklich sinnvollen Features ausgestattet und es wurde versäumt, große Brands, Marken und Promis nachhaltig und dauerhaft für Google+ zu begeistern.

Snapchat selbst scheint das schon jetzt besser zu gelingen. Die User präsentieren sich und ihr tägliches Leben und teilen das mit der Welt oder ihren Freunden.

Durch die „Discover“-Funktion hat Snapchat zudem schon heute große Marken und Brands wie CNN, MTV oder Cosmpolitan dazu gebracht, Content auf Snapchat zu veröffentlichen. Und das ist nur der Anfang – in Zukunft ist es durchaus denkbar, dass sich Snapchat nicht nur als „Video-Kurznachrichten-Dienst“ beweist, sondern auch eventuell ganz ist das boomende Geschäft mit dem Live-Streaming einsteigt (was bisher nur teilweise auf Snapchat stattfindet).

Fazit

Für Google+ sind schwere Zeiten angebrochen und ich persönliche bezweifle, dass es mit dem sozialen Netzwerk noch was wird. Persönlich bedaure ich das sehr, aber Google+ hat es in 4 Jahren nicht geschafft, sinnvolle Alleinstellungsmerkmale auszuprägen, die mehr User dazu bewegt hätten, dort dauerhaft aktiv zu werden.

Snapchat hingegen hat sich von einer nicht ernstzunehmenden Teenie-App zu einer echten Alternative für die Verbreitung von bewegten Inhalten und Fotos entwickelt. Und wenn man aktuellen Meldungen Glauben schenken möchte, dann will Snapchat demnächst auch „echte Nachrichten“ liefern.

So ist angeblich schon für die kommende Präsidentschaftswahl in den USA geplant, „Leserreporter“ mit dem eigenen Smartphone loszuschicken, die dann aus ihrem privaten Umfeld via Snapchat über die komplette Wahl berichten. Wenn man bedenkt, wie viele Personen im US-Wahlkampf freiwillig bei der Unterstützung der Kandidaten helfen, dann wird schnell deutlich, wie viel interessanter Content da via Snapchat entstehen könnte.

Übrigens: Du kannst mich jetzt auf Snapchat adden, mein Username dort ist „btantau“.