Mit einer App namens „Slingshot“ will Facebook erneut den Angriff auf Snapchat wagen. Snapchat hatte sich vor einiger Zeit erfolgreich gegen eine Übernahme durch Facebook gewehrt. Trotz des hohen Gebots von 3 Milliarden US-Dollar hatten die Snapchat-Gründer einen Verkauf an Facebook verweigert. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg soll davon nicht sonderlich begeistert gewesen sein, kurze später kaufte er WhatsApp für 19 Milliarden US-Dollar. Ob der Erwerb des Messengers quasi als Trotzreaktion zur gescheiterten Snapchat-Übernahme gewertet werden kann, wurde nicht bekannt. Fakt ist aber, dass Facebook mit einer App namens „Poke“, die Snapchat ursprünglich angreifen und ablösen sollten, keinen Erfolg hatte. Wird Slingshot nun die Wende bringen?

Slingshot: Facebook veröffentlicht Snapchat-Konkurrent

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Slingshot soll „bald fertig“ sein

Es mutet wie ein schlechter PR-Gag an: „Versehentlich“ will Facebook eine fertige Version von Slingshot im App-Store veröffentlicht haben. Die App war für kurze Zeit in einigen Ländern verfügbar, darunter Australien, Russland, Indien und Neuseeland.

2012 hatte Facebook als direkten Konkurrenten zu Snapchat eine App namens „Poke“ aus dem Boden gestampft. Grundsätzlich war diese App Snapchat sehr ähnlich und man hatte darauf gesetzt, dass die App ein Erfolg wird, weil bereits bestehende Facebook-User in der Regel gern alles aus einer Hand haben.

Dieser Plan jedoch nicht auf, und die App scheiterte. Mit Slingshot („Steinschleuder“) will man bei Facebook nun einen neuen Angriff starten und sich so erfolgreich in der Zielgruppe der Snapchat-User etablieren

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Gezielter Test für den Bedarf am Markt?

Was die „versehentliche“ Veröffentlichung von Slingshot in einigen App-Stores angeht, kann man nur spekulieren. War es wirklich ein „Unfall“ oder wollte man gezielt die Reaktionen des Marktes testen?

Mit einer gezielten Aktion wäre es möglich, einen möglichen Bedarf abzuklopfen und zu erfahren, ob überhaupt Bedarf an einer solchen App wie Slingshot aus dem Hause Facebook besteht.

Denn auch wenn Facebook mit mehr als 1,3 Milliarden aktiven Nutzerinnen und Nutzern das weltweit größte und erfolgreichste soziale Netzwerk ist, wird auch nicht alles zu Gold, was man in die Hand nimmt. Das Scheitern der Poke-App ist dafür ein interessantes Beispiel.

Bei Erfolg Rückgewinnung von Zielgruppen

Die Slingshot-App dürfte im Erfolgsfall dafür sorgen, dass Facebook auch wieder in Zielgruppen punkten könnte, die man bereits verloren glaubte. Zwar hat Facebook kein existenzielles Problem bei Teenagern.

Trotzdem fehlt Facebook eine App, die schnell und einfach zu bedienen ist und die vor allem keine Daten speichert. Genau das ist bei Snapchat der Fall, denn die geposteten Inhalte werden dort nach einer bestimmten Zeitspanne automatisch „vernichtet“.

Für viele ist das ein Anreiz und genau das gleiche Prinzip soll auch bei Slingshot gelten. Ziel: Auch solche Nutzerinnen und Nutzer für sich zu begeistern, die eben nicht wollen, dass jeglicher Chat-Verlauf 100%ig von Facebook gespeichert wird.

Stellungnahme von Facebook fällt dürftig aus

Ob die Slingshot-App wirklich so „clean“ sein wird, darüber lässt sich aktuell nur spekulieren. Laut Presseberichten sollen via Slingshot Fotos und kurze Videos versendet werden können, ob es für die Anzeige und den Abruf aber wirklich ein Zeitlimit gibt, ist bisher noch unbekannt.

Wie es dazu kommen konnte, dass die Slingshot-App nun „aus Versehen“ den Weg in einige App-Stores fand, ist noch nicht bekannt. In den USA hat Facebook zu dem Thema eine Stellungnahme abgegeben, in der es lediglich heißt, dass die App „versehentlich“ veröffentlich wurde, aber „bald fertig“ sei.

Bis Slingshot also marktreif ist, darf weiter gegrübelt werden. Braucht Facebook so eine App wirklich und kann es gelingen, „verlorene“ Zielgruppen wieder stärker an das soziale Netzwerk zu binden?