Schaut man sich die Entwicklung der Suchmaschinen in den letzten 10 Jahren, dann wird deutlich, dass die Maschinen besser werden. Besser insofern, als das es ihnen mehr und mehr gelingt, Websites besser zu verstehen und somit auch (in den Augen von Google und Co.) besser einzuordnen. 2011 gab es beim Suchmaschinenprimus zahlreiche Veränderungen, Google Plus war nur eine davon. Google Plus hat aber sehr deutlich den Weg aufgezeigt, den man in Mountain View künftig einschlagen will, denn der menschliche Faktor wird immer wichtiger. Was bedeutet das aber für die Suchmaschinenoptimierung?

Die Verschlüsselung der persönlichen Suchergebnisse war in dieser Woche ein Thema bei SEO United. Andere sprechen in diesem Zusammenhang schon wieder davon, dass SEO tot sei. Soweit sollte man meines Erachtens nicht gehen, Fakt ist aber, dass sich die Suche dieser Tage dramatisch verändert. Auch Kathrin Siemokat geht in ihrem aktuellen Artikel auf das Thema der sich verändernden Suche ein. Und Kathrin kommt zu einem Schluss, den ich nur unterstützen kann: Die personalisierte Suche bedeutet nicht den Tod der Suchmaschinenoptimierung. Ganz im Gegenteil: Sie bedeutet eine Chance, denn der Nutzer rückt mehr und mehr in den Mittelpunkt.

Betrachten wir die grundsätzliche Ausgangsposition. Google ist seit mehr als einer Dekade erfolgreich am Markt und hat sich nicht umsonst als die weltweit wichtigste Suchmaschine durchgesetzt. Das lag in den vergangenen Jahren zum einen daran, dass die Suchergebnisse im Vergleich zu anderen Anbietern zwar nicht immer extrem überzeugten, aber dennoch stets ein bisschen besser, oder anders ausgedrückt, relevanter waren. Die Marktposition von Google lässt keinen anderen Schluss, denn es entscheidet immer noch der Nutzer hinter dem PC, was gut ist und was nicht.

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Google muss Geld verdienen. Ein sehr großer Teil des Umsatzes geht auf das Konto der Werbung. AdWords ist und bleibt der Umsatzbringer im Hause Google und das will man natürlich erhalten und weiter ausbauen. Der Launch von AdWords Express, mit dem man auch Nutzer ködern will, die sich mit SEA nicht zwingend professionell befassen, beweist das meines Erachtens eindeutig. Wie aber kann man als Marktführer erreichen, dass diese Markftührerschaft 1. bestehen und 2. auch noch ausgebaut werden kann?

In Zeiten von Social Media wendet man sich ganz klar an den Nutzer und versucht, von ihm menschliche Daten zu bekommen, um damit den maschinellen Algorithmus zu verbessern. Deswegen gibt es die personalisierte Suche und deswegen gibt es nun auch Google Plus. Am Rande sei bemerkt, dass ich von Anfang an auf dem Standpunkt stand, dass Google mit Google Plus gar nicht zwingend Facebook angreifen will (das ist eher das zweite Ziel). In erster Linie geht es Google darum, im Verbund mit dem +1-Button mehr und bessere Daten der Nutzer zu bekommen, um die Suchergebnisse sowohl in der personalisierten als auch in der allgemeinen Form zu verbessern.

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Konzentriert man sich nun also mehr auf den Nutzer, dann bedeutet das für den Bereich SEO in Zukunft, dass es nicht mehr reichen wird, „einfach nur zu ranken“. Natürlich ist das mit den richtigen Mitteln auch jetzt noch in vielen Bereichen möglich. Damit kann es aber schnell vorbei sein, wenn man bei der Erstellung einer Website nicht an den Nutzer gedacht hat. Und so landet man unwillkürlich beim Thema User Experience Optimization (UXO).

Das Szenario: Eine Website ist fertig und wird entsprechend einer vernünftigen OffPage-Optimierung unterzogen. Mit den korrekten Mitteln wird sich je nach einer bestimmten Zeit das gewünschte Ergebnis einstellen. Die Seite erscheint also bei Google im optimalen Fall auf dem ersten Platz. Nun kommt ein Nutzer, der die Seite via Google-Suche gefunden hat. Sofern er dort nicht exakt das findet, was er finden wollte, würdigt er die Seite keines zweiten Blicks und ist schnell wieder weg.

Die Absprungrate ist also hoch, die Verweildauer niedrig. Ist der Nutzer nun eingeloggt, dann hat er neuerdings auch noch die Chance, die Seite zu bewerten. Entweder macht er das via +1-Auszeichnung (die es 100%ig nicht gibt, wenn er nicht zufrieden ist), oder es gibt Google Feedback, dass die Seite (seiner Ansicht nach) nicht die Inhalte bietet, die er erwartet hat. Im schlimmsten Fall kann er zudem auch noch die Website blocken, so dass künftig überhaupt keine Anzeige in der SERPs mehr erscheint.

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Auf den ersten Blick und im Einzelfall mag das alles nicht tragisch sein, aber häufen sich solche Vorgänge, dass wird die betreffende Seite mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch dann nicht mehr oder schlechter gerankt, wenn man nicht eingeloggt ist. Alle anderen Nutzer bekommen dann von der Seite also auch nichts mehr mit. Folge: Das gute Ranking verschlechtert sich mehr und mehr, bis es so weit abwärts gegangen ist, dass der Traffic zu 99% versiegt.

Eine solche Entwicklung will man als Betreiber einer Website natürlich vermeiden. Insofern schadet es nicht, genau wie Google mehr und mehr auf die Bedürfnisse der Nutzer zu achten, und zu versuchen, diese Bedürfnisse stärker in die Optimierungsmaßnahmen einfließen zu lassen. Natürlich bedeutet das nicht, das traditionelle Wege der Suchmaschinenoptimierung wie Linkaufbau jetzt komplett vernachlässigt werden dürfen. Der menschliche Faktor ist aber gewachsen und bekommt somit mehr Bedeutung. Eine Website, die das nicht berücksichtigt, hat nach meiner Ansicht künftig weniger gute Chancen auf langfristig gute Rankings.

Geschichten wie das Branding, PR-Aktivitäten im OffPage-Bereich und ganz klassischen Marketingmaßnahmen gehören ohnehin in einen vitalen Marketing-Mix. Die Suchmaschinenoptimierung, wie wir sie bisher kannten und/oder betrieben haben, ist also ganz und gar nicht tot. Sie beginnt nur, sich immer weiter zu entwickeln, sie wird angereichert, emanzipiert sich und wird folglich einfach nur erwachsen. Veränderungen passieren immer dann, wenn sich eine Notwendigkeit zur Veränderung auftut.

Im Falle von Google ist es notwendig, dass man weiter die Nummer eins bleibt, um entsprechend Geld zu verdienen, denn: Google ist ein börsennotiertes Unternehmen in den USA und auch wenn der Kapitalismus derzeit dank europäischer und weltweiter Schuldenproblematiken in die Kritik geraten ist, muss sich besonders ein Unternehmen wie Google danach richten, Geld zu scheffeln und die Aktionäre zu befriedigen.

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SEO und UXO bilden also mehr und mehr eine Einheit. Google ist das meiner Ansicht nach im Prinzip nicht so wichtig, hier steht der Nutzer sowieso stärker im Mittelpunkt (ganz abgesehen davon, warum sollte Google es den SEOs dieser Welt leicht machen?). Die aktuellen Aktivitäten von Google wie z. B. das Hineindringen ist die Branche für Hotel-Suchen zeigt, was man vorhat: Aus dem Suchportal soll ein universellen Portal werden, dass die Bedürfnisse der Nutzer auf das höchste Podest stellt.

Dienstleister, die von dieser Entwicklung mit eigenen Produkten im Netz profitieren wollen, müssen sich anpassen. Warum? Weil es notwendig ist, sich anzupassen. Jede Marketingdisziplin unterliegt einer Entwicklung, das war schon immer so. Warum sollte das also nicht auch für SEO gelten.

Ich bin der Meinung, dass man auch in Zukunft als Marketeer im Internet gut Chancen hat, wenn man sich anpasst und Trends nicht verschläft. Und Google wird solche Leute mit guten Rankings belohnen, denn gute Seiten (und somit gute Ergebnisse) tragen ja einen großen Teil zu einer positiven User Experience bei Google bei. Dementsprechend ist es sinnvoll, alte Strukturen zu überdenken und dafür zu sorgen, dann man sich objektiv neuen Möglichkeiten öffnet.

Für SEO bedeutet das also: Bietet man den Besuchern einer Website die bestmögliche Erfahrung (inhaltlich und strukturell) und sorgt man gleichzeitig für die nachhaltige Integration traditioneller Maßnahmen, dann sollte es dauerhaft aufwärts gehen.